> > > Ravel, Maurice und Dvorak, Antonin: Klavierduette
Donnerstag, 30. März 2017

Ravel, Maurice und Dvorak, Antonin - Klavierduette

Zarter Anschlag, pedalsatter Ton


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Klavierduo Ani und Nia Sulkhanishvili hat eine individuelle und ziemlich beeindruckende Interpretation von Dvořáks 'Legenden' op. 59 und Ravels 'Rapsodie espagnol' aufgenommen.

Das Klavierduo ist offenbar eine besonders familiäre Gattung: Viele der bekannten Klavierduos sind entweder Ehepartner oder Geschwisterpaare (Kontarsky, Labeque, Pekinel). Nun kommen Ani und Nia Sulkhanishvili dazu, und wenn man die Anagramme ihrer Vornamen als Hinweis dafür gelten lässt, ist die Verbindung zwischen den georgischen Zwillingsschwestern vielleicht besonders eng. So bekannt wie die übrigen genannten Duos sind sie noch nicht, haben aber immerhin einen zweiten Platz bei ARD München 2015 vorzuweisen.

Auf ihrer neuen Platte bei Oehms Classics spielen sie zwei Werke, die auch in Orchesterfassung bekannt sind: Antonin Dvořáks zehn 'Legenden' op. 59 und Maurice Ravels 'Rapsodie espagnole'. Ihr Spiel unterscheidet sich deutlich von anderen Interpretationen, dabei haben sie über Dvořáks 'Legenden' zu Protokoll gegeben, dass sie diesen Zyklus weniger frei spielen als andere Werke. Trotzdem sind die Tempi häufig sehr individuell und werden höchst flexibel gehandhabt. Das Ergebnis klingt keineswegs unangebracht, ist im Gegenteil sehr überzeugend und immer wieder faszinierend. Auch die Artikulation und Akzente sind häufig unorthodox, aber von einigen Merkwürdigkeiten abgesehen ebenso ansprechend. Vor allem ist der Anschlag oft außerordentlich weich, und das steht diesen zarten, lyrischen Stücken voller Poesie wirklich gut. Besonders auffällig ist vielleicht die vorletzte Legende, die hier außergewöhnlich langsam und mysteriös daherkommt.

Freilich gibt es in den Noten auch immer wieder das Fortissimo, und das bleiben die Sulkhanishvili-Schwestern keineswegs schuldig. Aber die Blenden sind so perfekt eingestellt, dass keine dynamischen Brüche entstehen und alle Übergänge fast unmerklich geschehen. So kommen überall feine Schattierungen und Nuancen zur Geltung und lassen die Aufnahme besonders reizvoll wirken. Der Klang der beim Bayerischen Rundfunk aufgenommenen Produktion ist zudem hervorragend, auffällig stark sind allerdings die Bässe.

Kaum ein größerer Gegensatz lässt sich denken als zwischen Dvořáks 'Legenden' und Ravels 'Rapsodie espagnol'. Ravel schreibt bisweilen nicht nur pp, sondern sogar ppp, und wiederum ist der Anschlag sehr zart – allerdings nicht überall, wo man es vermutet hätte. Mehr noch als bei Dvořák fällt ein ziemlich großzügiger Pedaleinsatz auf, der für Volumen sorgt.

Das einleitende 'Prélude à la nuit' ist sehr langsam gespielt, eher Lento als 'Modéré', wie eigentlich vorgeschrieben. Das passt in ein Konzept der Schwestern, die ersten drei Sätze sehr verhalten und wenig greifbar zu gestalten, wie ein Traum oder eine blasse Erinnerung, obwohl etwa die 'Malagueña' ziemlich rasch gespielt wird. Flüchtig wirkt dennoch alles, auch etwa der Rhythmus der 'Habanera', der kaum Kontur gewinnt. Um so beeindruckender wirkt danach Feria, der rauschende Finalsatz, dessen nach wie vor voluminöser, pedalsatter Klang bei den Sukhanishvili-Schwestern eine besonders bunte Palette bietet, ein zündendes Bravourstück.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Ravel, Maurice und Dvorak, Antonin: Klavierduette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
OehmsClassics
1
30.09.2016
EAN:

4260330918529


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Dvorák, Antonín
Ravel, Maurice


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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