> > > Verdi & Dvorak: Streichquartette
Mittwoch, 26. April 2017

Verdi & Dvorak - Streichquartette

Festival-Impressionen


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Elektrisierende Live-Mitschnitte des Festivals Spannungen mit Streichquartetten von Giuseppe Verdi und Antonín Dvořák.

Das Jugendstil-Wasserkraftwerk Heimbach in der Eifel: An 51 Wochen im Jahr wird an diesem Ort Strom erzeugt, aber in einer Woche im Sommer treffen Solisten, Musiker und Freunde zusammen, um Kammermusik zu machen, woran ein begeistertes Publikum teilhaben darf. In seinen bestehenden 15 Jahren hat sich das Festival ‚Spannungen‘ vom Geheimtipp zu einem der renommiertesten Kammermusikfestivals Europas entwickelt. In diesem außergewöhnlichem Ambiente versammelt sich jährlich die Crème de la Crème der Kammermusik. Gründer und künstlerischer Leiter dieses Spektakels ist kein geringerer als der Pianist Lars Vogt. Bereits seit einigen Jahren bringt das Label CAvi-music einige dieser außergewöhnlichen Konzerte auf CD heraus und konserviert so manch musikalischen Glanzmoment des Festivals. Auf der hier vorliegenden CD finden sich zwei Mittschnitte aus dem Jahr 2015, produziert in Kooperation mit dem Deutschlandfunk.

Giuseppe Verdi komponierte nur ein einziges Streichquartett, das in e-Moll. Diverse Studien der Streichquartette Mozarts, Haydns und Beethovens hatten ihm die Eigenarten des Quartettsatzes – Unabhängigkeit der vier Stimmen und beständiger Dialog über Themenbausteine – deutlich vor Augen geführt. Die Spuren dieser Auseinandersetzung sind unüberhörbar. Es wird von Christian Tetzlaff und Florian Donderer (Violine), Hartmut Rohde (Viola)und Maximilian Hornung (Cello) musiziert und wurde am 11. Juni 2015 aufgenommen. Die kontrapunktisch dicht gewebten Strukturen im 'Allegro' kommen ausgezeichnet zum Tragen und Hornung kann kräftige, energische Cello-Tiefen ausloten. Das 'Prestissimo' mit der Cellokantilene erinnert an musikalische Idiome in Verdis Opern, wendet sich dann jedoch in ein mitreißendes Ungestüm. Das 'Scherzo' entfaltet ebenfalls seine charakteristische Wildheit, untermalt mit kräftigen dynamischen Impulsen.

Antonín Dvořák (dessen Lebensdaten im Booklet falsch abgedruckt sind) schrieb hingegen mehrere Streichquartette. Anders als beispielsweise Johannes Brahms ließ sich Dvořák vom Erbe Beethovens nicht so leicht einschüchtern. Im Laufe von etwa 33 Jahren komponierte er insgesamt 14 Streichquartette. Sein Streichquartett Es-Dur op. 51 trägt den Beinamen ‚Slawisches‘ und ist sein zehntes Quartett. In diesem zeichnet sich wie in kaum einem anderen Quartett Dvoráks seelenvolles Melos und traditionsbewusster Elan ab. Bei diesem Mitschnitt vom 14. Juni 2015 musizieren Yura Lee und Katharine Gowers (Violine), Florian Donderer (Viola) und Frans Herlmerson (Cello). Der berühmte zweite Satz 'Dumka' des op. 51 vermag in dieser Einspielung sofort in Bann zu ziehen und lässt seinen die gesamte Spielzeit von knapp acht Minuten nicht mehr los. Das 'Finale. Allegro assai' überzeugt sofort durch seinen schwungvollen Charakter und die akzentuierte Mittel- und Unterstimme. Die verschiedenen Wendungen und Ausdrucksschattierungen im Satz loten die vier Musiker ausgezeichnet aus und gestalten sie mit zupackender Dynamik.

Dass es sich bei den Aufnahmen um Konzertmitschnitte handelt, wird erst wieder beim Schlussapplaus deutlich. Sonstige störende Geräusche wurden eliminiert. Einzig der leicht hallige Raumklang verdeutlicht die Live-Aufnahme. Die Leistungen aller hier beteiligten Interpreten sind herausragend. Spieltechnisch selbstverständlich auf höchstem Niveau agierend ist auch die Intonation exzellent und steht einer Studio-Produktion in nichts nach. Ebenso ist die Balance der einzelnen Stimmen ausgezeichnet. Dem stürmischen Schlussapplaus beider Konzerte kann man sich nur anschließen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Verdi & Dvorak: Streichquartette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
CAvi-music
1
17.06.2016
EAN:

4260085533589


Cover vergössern

Dvorák, Antonín
Verdi, Giuseppe


Cover vergössern

CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag CAvi-music:

  • Zur Kritik... Gut gebrüllt, Löwe!: Dieses Zitat aus William Shakespeares 'Sommernachtstraum' könnte treffender nicht sein: Das Oberon Trio feiert Geburtstag und macht zu diesem Anlass sich selbst und seinem Publikum ein Geschenk. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
  • Zur Kritik... Wenn die Worte fehlen: Schuberts 'Schwanengesang' in der Deutung von Pauline Sachse (Viola) und Lauma Skride (Klavier) besticht durch Klangschönheit und Feinsinn. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
  • Zur Kritik... Hervorragende Zeugnisse: Die Edition Klavier-Festival Ruhr dokumentiert abermals pianistisch Herausragendes der Generation U(nter) 30: Reger kommt - virtuos wie sinnlich - wieder in Mode, und auch bei Brahms sind neue, eigene Perspektiven vorhanden. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle Kritiken von CAvi-music...

Weitere CD-Besprechungen von Yvonne Rohling:

  • Zur Kritik... Wenn die Worte fehlen: Schuberts 'Schwanengesang' in der Deutung von Pauline Sachse (Viola) und Lauma Skride (Klavier) besticht durch Klangschönheit und Feinsinn. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
  • Zur Kritik... Aufgewirbelt: Auch mit der zweiten Folge ihrer Gesamteinspielung von Mozarts Violinsonaten schicken Alina Ibragimova und Cédric Tiberghien den Hörer wieder auf Entdeckungsreise. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
  • Zur Kritik... Wiederaufnahme: Im Rahmen der Reihe Oxingale stellt das Label Pentatone eine Schubert-Platte des Cellisten Matt Haimovitz vor. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
blättern

Alle Kritiken von Yvonne Rohling...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Gänsehaut-Spätromantik aus Schweden: Können nur heimische Orchester die Musik ihrer Landsleute optimal zum Klingen und Leuchten bringen? Die Aufnahme der Fünften Sinfonie von Kurt Atterberg mit dem Nationalen Schwedischen Sinfonieorchester legt dies nahe. Weiter...
    (Dr. Eckehard Pistrick, )
  • Zur Kritik... Der Klang der Reformation: Die vorliegende Aufnahme liefert einen umfassenden Querschnitt durch die Musik der Reformation. Bemerkenswert ist sowohl die differenzierte Klangsprache der einzelnen Werke als auch die Ausdrucksvielfalt der Stimmen und Instrumente. Weiter...
    (Dr. Uta Swora, )
  • Zur Kritik... Völlig anders und neu?: Anton Stecks Neuentdeckung von Beethovens Violinkonzert klingt extrem anders: nicht wegen der erstmals eingespielten autographen Ur-Fassung des Soloparts, sondern in der extremen klanglichen Vorstellungsweise. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2017) herunterladen (0 KByte) Class aktuell (1/2017) herunterladen (0 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

George Gershwin: Drei Preludes - Prelude I

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Julian Prégardien im Portrait "Das ganze Projekt ist eine Reise durch die Musik"
Julian Prégardien macht die Aufführungsgeschichte großer Werke anschaulich - und setzt Impulse für die Zukunft

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich