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Mittwoch, 28. Juni 2017

Verdi & Dvorak - Streichquartette

Festival-Impressionen


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Elektrisierende Live-Mitschnitte des Festivals Spannungen mit Streichquartetten von Giuseppe Verdi und Antonín Dvořák.

Das Jugendstil-Wasserkraftwerk Heimbach in der Eifel: An 51 Wochen im Jahr wird an diesem Ort Strom erzeugt, aber in einer Woche im Sommer treffen Solisten, Musiker und Freunde zusammen, um Kammermusik zu machen, woran ein begeistertes Publikum teilhaben darf. In seinen bestehenden 15 Jahren hat sich das Festival ‚Spannungen‘ vom Geheimtipp zu einem der renommiertesten Kammermusikfestivals Europas entwickelt. In diesem außergewöhnlichem Ambiente versammelt sich jährlich die Crème de la Crème der Kammermusik. Gründer und künstlerischer Leiter dieses Spektakels ist kein geringerer als der Pianist Lars Vogt. Bereits seit einigen Jahren bringt das Label CAvi-music einige dieser außergewöhnlichen Konzerte auf CD heraus und konserviert so manch musikalischen Glanzmoment des Festivals. Auf der hier vorliegenden CD finden sich zwei Mittschnitte aus dem Jahr 2015, produziert in Kooperation mit dem Deutschlandfunk.

Giuseppe Verdi komponierte nur ein einziges Streichquartett, das in e-Moll. Diverse Studien der Streichquartette Mozarts, Haydns und Beethovens hatten ihm die Eigenarten des Quartettsatzes – Unabhängigkeit der vier Stimmen und beständiger Dialog über Themenbausteine – deutlich vor Augen geführt. Die Spuren dieser Auseinandersetzung sind unüberhörbar. Es wird von Christian Tetzlaff und Florian Donderer (Violine), Hartmut Rohde (Viola)und Maximilian Hornung (Cello) musiziert und wurde am 11. Juni 2015 aufgenommen. Die kontrapunktisch dicht gewebten Strukturen im 'Allegro' kommen ausgezeichnet zum Tragen und Hornung kann kräftige, energische Cello-Tiefen ausloten. Das 'Prestissimo' mit der Cellokantilene erinnert an musikalische Idiome in Verdis Opern, wendet sich dann jedoch in ein mitreißendes Ungestüm. Das 'Scherzo' entfaltet ebenfalls seine charakteristische Wildheit, untermalt mit kräftigen dynamischen Impulsen.

Antonín Dvořák (dessen Lebensdaten im Booklet falsch abgedruckt sind) schrieb hingegen mehrere Streichquartette. Anders als beispielsweise Johannes Brahms ließ sich Dvořák vom Erbe Beethovens nicht so leicht einschüchtern. Im Laufe von etwa 33 Jahren komponierte er insgesamt 14 Streichquartette. Sein Streichquartett Es-Dur op. 51 trägt den Beinamen ‚Slawisches‘ und ist sein zehntes Quartett. In diesem zeichnet sich wie in kaum einem anderen Quartett Dvoráks seelenvolles Melos und traditionsbewusster Elan ab. Bei diesem Mitschnitt vom 14. Juni 2015 musizieren Yura Lee und Katharine Gowers (Violine), Florian Donderer (Viola) und Frans Herlmerson (Cello). Der berühmte zweite Satz 'Dumka' des op. 51 vermag in dieser Einspielung sofort in Bann zu ziehen und lässt seinen die gesamte Spielzeit von knapp acht Minuten nicht mehr los. Das 'Finale. Allegro assai' überzeugt sofort durch seinen schwungvollen Charakter und die akzentuierte Mittel- und Unterstimme. Die verschiedenen Wendungen und Ausdrucksschattierungen im Satz loten die vier Musiker ausgezeichnet aus und gestalten sie mit zupackender Dynamik.

Dass es sich bei den Aufnahmen um Konzertmitschnitte handelt, wird erst wieder beim Schlussapplaus deutlich. Sonstige störende Geräusche wurden eliminiert. Einzig der leicht hallige Raumklang verdeutlicht die Live-Aufnahme. Die Leistungen aller hier beteiligten Interpreten sind herausragend. Spieltechnisch selbstverständlich auf höchstem Niveau agierend ist auch die Intonation exzellent und steht einer Studio-Produktion in nichts nach. Ebenso ist die Balance der einzelnen Stimmen ausgezeichnet. Dem stürmischen Schlussapplaus beider Konzerte kann man sich nur anschließen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Verdi & Dvorak: Streichquartette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
CAvi-music
1
17.06.2016
EAN:

4260085533589


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Dvorák, Antonín
Verdi, Giuseppe


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CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


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