> > > Satie, Erik: Sämtliche Klavierwerke
Samstag, 6. März 2021

Satie, Erik - Sämtliche Klavierwerke

Avantgarde von einst


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Erik Saties Klavierwerk überzeugend realisiert.

Einspielung von Werken Erik Saties gibt es zu seinem 150. Geburtstag in rauen Mengen, und man muss sich als Kritiker manchmal schon zum ‚Dienst nach Ethos‘ zwingen, wie es einmal ein Kollege schalkhaft formulierte. Aber die japanische Pianistin Noriko Ogawa hat nun eine Gesamteinspielung des Klavierwerkes von Erik Satie ankündigt, deren erste Folge nun vorliegt. Schon beim ersten Anhören erstaunt er Einstand ob der äußersten Gewissenhaftigkeit, mit der sich die relativ junge Pianistin dieser Musik nähert. Sie bringt mit vergleichsweisen raschen Tempi, vielfältigen dynamischen Differenzierungen und langen Generalpausen viel ‚Ausdruck‘ und ‚Bedeutung‘ in ihr Spiel. Die Sensibilität, mit der Noriko Ogawa die 'Embryons Desséchés' realisiert, ist bewundernswert und zeigt eine ganze Bandbreite von historischen Bezügen bis hin zu Johann Sebastian Bachs Präludien auf. Bei den 'Descriptions Automatiques' werden subtil die Verbindungslinien zu Claude Debussy aufgezeigt.

Sogar die hinlänglich ‚abgehörten‘ 'Gymnopédies' erklingen bei Ogawa wie neu. Überraschend die virtuose Pointierung mit der die 'Sonatine Bureaucratique' in Klang umgesetzt wird. Glasklar erscheinen auch die thematischen Bezüge in den 'Croquis et agaceries d‘un gros bonhomme en bois', die zumeist kurz aufleuchten und dann wieder im Klanggestrüpp verschwinden. Glasklarer Interpretenverstand verbindet glaubwürdig die vielfältigen thematischen Linien mit der Sprödigkeit von Saties Klangwelten, die in diesen Stücken vorliegen.

Jedes Jahr werden dutzendweise Einspielungen der Musik Erik Saties auf den Markt geworfen, die man zumeist getrost dem Orkus des Vergessens übergeben kann. Noriko Ogawas Interpretation gehören mit Sicherheit nicht dazu. Hier liegt eine Einspielung einer Interpretin vor, die sich profunde Gedanken gemacht hat und so neue, eigenständige Perspektiven eröffnet.

Erik Satie gehört zu den Komponisten, über die die Meinungen auseinandergehen. Es kann nicht Sinn einer Rezension sein, falsche Urteile zu berichtigen. Aber gleichwohl ist man dankbar, wenn es der Pianistin Noriko Ogawa gelingt, mit ihrer Sichtweise auf die Klavierwerke Saties Vorurteile zurechtzurücken. Die Pianistin hat sich Saties Maxime zu Herzen genommen, dass es nicht zu den Rechten eines Komponisten gehöre, ‚die Zeit seiner Zuhörer unnötig in Anspruch zu nehmen‘; denn es handle sich schließlich auch beim Musikhören um ‚gelebte Zeit‘, die endlich sei. Der etwas ruppige Klang des Erard-Flügels aus dem Jahre 1890 ist der Musik Erik Saties weitaus näher als der prosaische Klang eines Steinways.

Bei so vielen positiven Aspekten passt bestens in Bild, dass der CD ein Booklet beigefügt ist, das einen lesenswerten Text über das Schaffen über die Musik Erik Saties von Jean-Pascal Vachon enthält. Die Aufnahmetechnik ist untadelig.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Satie, Erik: Sämtliche Klavierwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
29.06.2016
Medium:
EAN:

SACD
7318599922157


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Satie, Erik


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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