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Samstag, 19. Oktober 2019

Strawinsky, Igor - Pétrouchka

Klang, der in vielen Farben schimmert


Label/Verlag: Sinfonieorchester Basel
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zwei Fassungen auf einer CD: Igor Strawinskys 'Pétrouchka' spielt zunächst das Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Dennis Russell Davies, im Anschluss daran folgt die Version für Klavier zu vier Händen.

Zwischen 1910 und 1913 schuf Igor Strawinsky drei seiner bekanntesten Ballettmusiken: 'Pétrouchka' entstand 1911, unmittelbar nach 'L’Oiseau de feu' und zwei Jahre vor Vollendung des skandalumwobenen 'Le Sacre du printemps'. Das Sinfonieorchester Basel hat nun zwei Fassungen von 'Pétrouchka' neu aufgenommen und auf einer CD vereint: Zunächst ist die Orchesterfassung zu hören, gespielt vom Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Dennis Russell Davies, und im Anschluss daran die Fassung für Klavier zu vier Händen, die Strawinsky bereits parallel zur Entstehung der Orchesterpartitur ausarbeitete, gespielt und interpretiert von Maki Namekawa und Dennis Russell Davies.

Vom ersten Tableau an stellen die Orchestermusiker ihre Spielfreude unter Beweis, kosten Ritardando-Passagen aus und heben den lebenslustigen Charakter dieses Tableaus durch frisch gespielte Akzente und Punktierungen hervor. Die Spielfreude scheint allerdings dabei ein wenig auf Kosten der Präzision zu gehen: Vor allem zu Beginn des Werkes offenbaren sich kleine intonatorische Schwächen der Holzbläser und auch die Violinen mühen sich mit höheren Passagen und schnellen Läufen ab. Rhythmische Ungenauigkeiten trüben ein wenig den Gesamteindruck. Hinsichtlich der Klangentfaltung allerdings gelingt es dem Sinfonieorchester Basel, in seiner Interpretation einen vollen, in vielen verschiedenen Farben schimmernden Klang zu entwickeln, der sich an manchen Stellen zu einer kunstvollen Klangwolke erhebt, die über dem Irdischen zu schweben scheint.

Vor allem die solistisch hervorgehobenen Stimmen, allen voran Klarinette und Klavier, überzeugen durch ihr fein differenziertes, gefühlvolles Spiel und die technisch saubere Ausführung schneller Melodielinien. Im dritten Tableau ist zwar das Spiel des gesamten Orchesters präziser geworden, die Intonation allerdings weist noch ein paar kleinere Schwächen auf. Mit dem spielerisch-tänzerischen Gestus und der Lebendigkeit, die die Interpretation entwickelt, sind die Balletttänzer zur Musik schon beim bloßen Hören vorstellbar. Wie sanft das vierte Tableau von einem Moment auf den anderen plötzlich völlig in der Stille verschwindet und wenige Sekunden später mit einem erregten Tremolo aus dem Pianissimo wieder hervorkommt, ist nur ein Beispiel für die große Ausdrucksfähigkeit, die die Orchesterinterpretation begleitet und die sie zu einem strahlenden, lebendigen Werk werden lässt.

Auch die Klavierfassung mit Maki Namekawa und Dennis Russell Davies strahlt Lebendigkeit aus, wenn auch auf eine ganz andere Art. Dass auf der CD zweimal dasselbe Werk in verschiedenen Fassungen aneinandergereiht ist, geht aufgrund der deutlich unterschiedlichen Klanglichkeit fast unter: Die Fassung für Klavier vierhändig erscheint wie ein völlig neues, von der Orchesterfassung höchstens inspiriertes Werk. Überraschend ist hier die Triangel, die das Klavier an einer Stelle im ersten Tableau begleitet. Das Spiel der beiden Solisten ist präzise und fließend; die vier Hände sind so gut aufeinander abgestimmt klingen, dass es so klingt, als wären es nur zwei. In sehr sauber gespielten Läufen perlen die Töne mit Leichtigkeit auf und ab, verschwinden plötzlich in einer verträumten Verzierung, um dann impulsiv und schwungvoll wieder fortzuschreiten.

Beide Interpretationen zeichnen sich durch Lebendigkeit aus, allerdings gelingt es nur der Orchesterfassung, durch instrumentale und klangliche Bandbreite zu strahlen. Die Klavierfassung wird hingegen begleitet von einem leichten, unbeschwerten Charakter und sanfter Ruhe, wodurch die Kombination dieser beiden Interpretationen auf einer CD für eine ausgewogene Mischung sorgt.

Miriam Thaler Kurzkritik von Miriam Thaler,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Strawinsky, Igor: Pétrouchka

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Sinfonieorchester Basel
1
03.06.2016
Medium:
EAN:

CD
4260313810116


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Strawinsky, Igor


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Sinfonieorchester Basel

Es gibt viele gute Gründe für eine Reise nach Basel – ein ganz besonderer ist sein Sinfonieorchester. Das Sinfonieorchester Basel ist eines der ältesten und zugleich innovativsten Orchester der Schweiz. In der Nordwestschweiz verankert, geniesst es eine starke überregionale und internationale Ausstrahlung. In seinen eigenen Konzertreihen, im Theater Basel sowie bei Gastspielen im In- und Ausland beweist es immer wieder aufs Neue seine hohe Klangkultur. Chefdirigent ist seit 2009 der renommierte amerikanische Dirigent und Pianist Dennis Russell Davies.

Die Gründung des Orchesters geht auf das Jahr 1876 zurück. Sie fällt damit in das Baujahr des akustisch hervorragenden Musiksaals im Basler Stadt-Casino, der auch heute noch die Spielstätte des Ensembles ist.

Unter den Dirigenten, die dem Sinfonieorchester Basel eng verbunden waren oder es noch sind, finden sich Namen wie Johannes Brahms, Felix Weingartner, Gustav Mahler, Wilhelm Furtwängler, Antal Dorati, Gary Bertini, Walter Weller, Armin Jordan, Horst Stein, Otto Klemperer, Nello Santi, Pierre Boulez, Marko Letonja, Valery Gergiev und Mario Venzago.Eine ganze Reihe bedeutender Werke des 20. Jahrhunderts – unter anderem von Béla Bartók, Arthur Honegger und Bohuslav Martinů – wurden vom Sinfonieorchester Basel uraufgeführt.

1997 fusionierte das Basler Sinfonie-Orchester mit dem Radio Sinfonieorchester Basel. Dabei wurde für das Ensemble der heute gültige Name gefunden: Sinfonieorchester Basel. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Orchesters war 2012 die Ablösung von der langjährigen Veranstalterin AMG (Allgemeine Musikgesellschaft Basel) und der gleichzeitige Aufbau einer eigenen Abonnement-Reihe.

Das Repertoire des Sinfonieorchesters Basel ist breit gefächert: Es reicht von der Wiener Klassik über die Romantik bis hin zu Kompositionen der jüngsten Moderne. Gezielt werden auch neue Konzertformen gesucht und Koproduktionen mit Jazz-, Rock- oder Techno-Acts realisiert. Unter Dennis Russell Davies baut das Orchester seine Stärken und sein Repertoire laufend aus. Schwerpunkte sind unter seinem Dirigat nebst Klassikern der Moderne auch Werke von schweizerischen und amerikanischen Komponisten. Davies und das Sinfonieorchester Basel pflegen eine enge Zusammenarbeit mit der Paul Sacher Stiftung Basel.

Zahlreiche international beachtete und zum Teil preisgekrönte CD-Produktionen dokumentieren das Schaffen des Sinfonieorchesters Basel. Gegenwärtig widmet sich das Orchester unter seinem Chefdirigenten Gesamteinspielungen der Sinfonien von Franz Schubert und Arthur Honegger.

Seit ein paar Jahren zeigt das Sinfonieorchester Basel vermehrt auch internationale Präsenz. So führte beispielsweise 2010 eine Tournee das Sinfonieorchester Basel nach China, und im Herbst 2012 gab das Orchester zwei gefeierte Gastspiele in St. Petersburg und Moskau. Im Frühling 2014 spielte das Orchester im Rahmen einer ausgedehnten England-Tournee Konzerte in London, Cambridge, Basingstoke, Coventry und Cardiff. Für den Frühling 2015 ist eine Tournee nach Südkorea und China geplant.


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