> > > Gernsheim, Friedrich: Sinfonien Nr. 2 & 4
Samstag, 25. November 2017

Gernsheim, Friedrich - Sinfonien Nr. 2 & 4

Kosmopolit


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Philharmonische Staatsorchester Mainz zeigt unter Hermann Bäumer, wie eigenständig Friedrich Gernsheims sinfonische Beiträge für sich stehen können, wenn man ihnen nur mit Sorgsamkeit und Liebe zum Detail begegnet.

Auch die zweite Folge der Einspielung der Gernsheim-Sinfonien, aufgenommen schon im Sommer 2013, erweist sich als klangvolle, im Dunstkreis Schumanns und Brahms‘ ausgesprochen ansprechende Angelegenheit. Friedrich Gernsheim (1839-1916) wurde lange als Epigone abqualifiziert, doch ist sein kompositorisches Schaffen durchaus eigener Faktur. Gleich schwergewichtig sind die beiden hier vorgestellten Sinfonien Nr. 2 (Es-Dur op. 46 von 1882) und 4 (B-Dur op. 62 von 1895), deren letzte ihre Uraufführung im Januar 1896 in Mainz mit eben jenem Orchester erlebte, das die jetzige Einspielung vorlegt. Kontrapunktische Elemente und feine lyrische Stimmungen sind verbunden mit attraktiver Melodiegestaltung und in zwar konservativer, aber nicht langweiliger Harmonik – und immer wieder fühlt man sich an zeitgenössische Sinfoniker anderer Länder erinnert.

Wie gesagt nicht wirklich ein Epigone, sondern vielmehr selbstbewusster Vertreter der Musik seiner Zeit. Das Scherzo der Zweiten sprüht regelrecht Funken – in der Komposition wie in der Interpretation durch das Philharmonische Staatsorchester Mainz unter Hermann Bäumer. Bäumer liebt Gernsheims Werke hörbar und weckt die beiden Sinfonien in besonders erfreulicher Weise zu klanglich vielfältigen, architektonisch sorgfältig aufgebauten und spannungsvoll gesteigerten Gesamtgebilden. Die Poesie der langsamen Sätze tröstet auch über gelegentliche ‚Dürre‘ der Violinen hinweg, die das Gesamtergebnis höchstens geringfügig beeinträchtigen. Das Finale der Zweiten mag stark an Brahms erinnern, doch auch etwa an Hubert Parry – dies verleiht Gernsheim einen unleugbaren kosmopolitischen Einschlag mit deutscher Basis.

Der Brahms-Ton in der Vierten ist noch etwas stärker, doch auch der dramatische Puls – dieser wieder von ganz eigenem Charakter, so dass klangliche Ähnlichkeiten von Gernsheims Einfallskraft sozusagen wieder weggefegt werden. Immer wieder erfreuen Bäumers Sinn für Klangfarbe, Balance und architektonische Groß- wie Kleinform, der homogene Orchesterklang und die kluge Steigerung sogar an jenen Stellen, wo Untiefen lauern könnten. Wollen wir hoffen, dass das Mainzer Orchester nach der Gesamteinspielung der Gernsheim-Sinfonien schöne weitere Projekte auch für den Tonträgermarkt angehen kann.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Gernsheim, Friedrich: Sinfonien Nr. 2 & 4

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
cpo
1
60:42
EAN:
BestellNr.:

761203784820
cpo 777 848-2


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Gernsheim, Friedrich
 - Sinfonie Nr. 2 op. 46 Es-Dur - Allegro tranquillo
 - Sinfonie Nr. 2 op. 46 Es-Dur - Tarantella. Molto allegro e con fuoco
 - Sinfonie Nr. 2 op. 46 Es-Dur - Notturno. Andante
 - Sinfonie Nr. 2 op. 46 Es-Dur - Finale. Poco animato e sempre più
 - Sinfonie Nr. 4 op. 62 B-Dur - Allegro
 - Sinfonie Nr. 4 op. 62 B-Dur - Andante sostenuto
 - Sinfonie Nr. 4 op. 62 B-Dur - Vivace scherzando e con grazia
 - Sinfonie Nr. 4 op. 62 B-Dur - Allegro con spirito e giocoso


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Dirigent(en):Bäumer, Hermann
Orchester/Ensemble:Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Mainz


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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