> > > Schubert, Franz: Sonata Arpeggione/Streichquartett D. 956
Dienstag, 22. August 2017

Schubert, Franz - Sonata Arpeggione/Streichquartett D. 956

Wiederaufnahme


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Im Rahmen der Reihe Oxingale stellt das Label Pentatone eine Schubert-Platte des Cellisten Matt Haimovitz vor.

Bach, Beethoven und nun Schubert – für die Kooperation des Labels Oxingale mit Pentatone spielt Cellist Matt Haimovitz legendäre Werke ‚großer‘ Komponisten des Cello-Repertoires ein. Diesmal stehen Werke von Franz Schubert (1797-1828) auf dem Programm. Als Cellist begegnet man im Schubert'schen Oeuvre dem Problem, dass er keine Komposition für Solo-Cello schuf. So behilft man sich an dieser Stelle gerne, indem auf die sogenannte Arpeggione-Sonate zurückgegriffen wird. Sowohl seine ‚Arpeggione-Sonate‘ in a-Moll D 821 als auch das Streichquintett C-Dur op. posth. 163 sind zu den zeitlosen Meisterwerken der Kammermusik zu zählen und stehen hier nebeneinander. Ersteres komponierte Schubert für ein eigenwilliges Instrument: die als Synthese aus Gitarre und Cello erfundene Arpeggione. Dem Instrument selbst war nur ein kurzes Leben beschert, der Schubert'schen Sonate hingegen ein umso längeres. Mittlerweile gibt es von der Sonate verschiedene Versionen für unterschiedliche Besetzungen. So liegt beispielsweise eine sehr gelungene Interpretation mit Bratschist Nils Mönkemeyer vor, erschienen 2009.

Haimovitz‘ Einspielung der ‚Arpeggione-Sonate‘ entstand zusammen mit Pianist Itamar Golan. Sein Klavierspiel geht mit der Lesart des Cellisten Hand in Hand. Er arbeitet jene Figuren und Themen heraus, die im Zusammenspiel ineinandergreifen und stellt so die Instrumente gleichberechtigt nebeneinander. Leider wirken die Höhen bei Haimovitz etwas gequetscht und näselnd, gerade wenn er den Druck erhöht, um mehr Gewicht in den Ton zu legen. Auffällig ist dies insbesondere zu Beginn des ersten Satzes. Lyrisch gelingt hingegen das sensibel musizierte 'Adagio'. Die Dissonanzen im Klavier bilden einen schönen Kontrast zum lieblich wirkenden Cello. Haimovitz greift hier tief in die Melancholie-Kiste und lässt den Satz wie gedankenverloren erstrahlen – an der ein oder anderen Stelle wird jedoch etwas (zu) viel Vibrato in den Ton gelegt. Die Dur-Wendung gelingt durch geschickte Phrasierung, das Thema wird ab hier zupackender, strahlender dargeboten. Die klangfarblichen Probleme mit der Höhe werden hier wohl durch geringeren Bogendruck umgangen. Beschwingt gelingt auch der Gesamtgestus des 'Allegretto', das lyrisch entrückt endet. Was jedoch insgesamt fehlt, sind die Grenzerfahrungen, die Tiefen, das Wechselspiel aus Licht und Schatten, die wienerische Eleganz und Nostalgie. Insgesamt werden die Themen hier ein wenig klassizistisch und an manchen Stellen leicht beiläufig abgehandelt, Konflikte bleiben marginal. Wirkliche Abgründe gibt es nicht.

Kurz vor seinem Tod komponierte Schubert schließlich sein Streichquintett C-Dur D 956 – nicht nur eines der vielleicht schönsten, sondern auch eines der anspruchsvollsten Kammermusikwerke. Besetzt ist hier eine ungewöhnliche Kombination des Streichquartetts, das um ein zweites Cello erweitert wird. Je nachdem, welches Instrument in einem Streichquintett verdoppelt wird bzw. zur Besetzung hinzutritt, ist die Rede vom Bratschen-, Cello- oder Bassquintett. In den meisten Streichquintetten wird die Bratschenstimme verdoppelt. So ist es nicht nur in den Mozart’schen Beiträgen, mit denen die Gattung etabliert wurde, sondern auch in zahlreichen Werken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts der Fall. Weitaus seltener sind ‚Celloquintette‘; Schuberts Streichquintett ist das bekannteste dieser Besetzung.

Schubert hat ein weiteres Cello in den Satz eingebracht, um die Enge des vierstimmigen Satzes aufzubrechen und nach unten zu dehnen. So entstehen ganz neue Klangräume, die deutlich dunkler gefärbt sind als beispielsweise die Streichquintette von Mozart. Doch ist das Schubert’sche Quintett auch eines der großen Mysterien der Kammermusik, da es mit rund 50 Minuten Spieldauer beinahe sinfonische Ausmaße annimmt. Neben Haimovitz musiziert hier das Miró Quartet, bestehend aus Daniel Ching und Sandy Yamamoto (Violine), John Largess (Viola) und Joshua Gindele (Cello). Die fünf zeichnen ein stimmungsvolles Bild dieses zerklüfteten Werkes mit Licht und Schatten. Trotz der enormen Ausdehnungen des Werks erscheint es hier über weite Strecken sehr in sich zurückgezogen. Der Beginn des 'Adagio'-Satzes gelingt mit großer Eindringlichkeit. Aber auch die dynamisch bewegteren Abschnitte, etwa das Scherzo, wissen zu überzeugen. Schade, dass Haimovitz auf seiner Hit-Collection nicht durchweg brillieren kann; gerade in der ‚Arpeggione-Sonate‘ fehlt es noch an etwas mehr Tiefenschärfe.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schubert, Franz: Sonata Arpeggione/Streichquartett D. 956

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Pentatone Classics
1
10.06.2016
EAN:

827949054969


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Schubert, Franz


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Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


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