> > > Schubert, Franz: Streichquartette Nr.10+13
Freitag, 23. Februar 2018

Schubert, Franz - Streichquartette Nr.10+13

Erfreuliche Wiederbegegnung


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine Wiederauflage für Kenner und Liebhaber: Das Quartetto Italiano musiziert Schuberts Streichquartette Nr. 10 und 13.

Rund zehn Jahre liegen zwischen der Entstehungszeit des Streichquartettes Nr. 10 und Nr. 13 von Franz Schubert. Lange Zeit hielt man das frühe Streichquartett, das Schubert im Alter von 17 Jahren, komponierte für ein Spätwerk. Das Quartetto Italiano bemüht sich bei der Interpretation dieser beiden Werke um nüchterne Klarheit, bei gleichzeitig lyrischer Gespanntheit. Damit erreichen die Musiker so etwas wie eine quasi irreale Umsetzung. Die Transparenz, die Musikalität, die erstaunliche Gestaltungskraft und den unerhörten Farbreichtum des Quartetto Italiano hier noch einmal zu preisen, hieße Eulen nach Athen tragen. Das Quartetto Italiano gehört sicherlich zu den bedeutsamen Ensembles des letzten Jahrhunderts.

Bei dem Quartett in a-Moll ('Rosmunde') halten sich die Musiker merklich zurück, intensivierten die Detailanalyse des Klangs und lassen so zarte Linien und melodische Formungen erklingen. Der intime Charakter dieses Werkes bleibt so zunächst bei sich und kann gewissermaßen vom Zuhörer neu entdeckt werden. Die rhythmische Präzision und die sorgsame Klanggestaltung lassen gemessen an den erheblichen technischen Anforderungen, die dieses Werk an die Musiker stellt, kaum Wünsche offen. Die These, dass bei Schubert das Lyrisch-Kantable oft eine ‚heikle Sache‘ ist, hinter der Abgründe lauern, wird auf diese Weise erfahrbar: etwa die nicht aufgelösten Leittöne in der ersten Violine oder die rhythmisch heiklen Sechzehntel oder jene scheinbar so belanglose Begleitfigur in der zweiten Violine, die im Prinzip dieses Schwanken zwischen Dur und Moll in sich trägt. Hörbar über alle technischen Schwierigkeiten erhaben kann sich das Quartetto Italiano ganz der Gestaltung dieser filigranen Einzelheiten widmen und beweisen, dass man einen Nerv für die letztendlich irreale Ästhetik dieses Streichquartettes hat.

Ein faszinierendes Gespür für Dynamik, Farbschattierungen, Phrasierung sowohl in den Einzelstimmen wie auch im Mit- und Gegeneinander trägt auch die Wiedergabe des Streichquartetts Nr. 10 in Es-Dur. Die Darstellung ist ungemein bewegt, rhythmisch sehr bestimmt, kraftvoll und (ohne jeden negativen Beigeschmack) affektvoll. Die Fülle an kompositorischen Differenzierungen und klanglichen Schattierungen lässt die kompositorische Struktur einsichtig werden. Das Quartetto Italiano musiziert mit der leidenschaftlichen Erregtheit, die diesem Werk Schuberts den Grad von Heftigkeit zukommen lässt, der ihm auch gemäß ist. Die Tempi sind überzeugend und die Dynamik auch hier äußerst kontrastreich, stellenweise herb bis zur Härte. Das 'Adagio' gelingt ungemein zart und subtil. Der beigefügte Text von Franz Steiger ist informativ, die klangliche Präsentation ist für das Alter der Aufnahme, die aus dem Jahre 1976 stammt, erfreulich gut.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Schubert, Franz: Streichquartette Nr.10+13

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Pentatone Classics
1
10.06.2016
EAN:

827949023262


Cover vergössern

Schubert, Franz


Cover vergössern

Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Pentatone Classics:

  • Zur Kritik... Im Kompositionsjahr vereint: Geigerin Arabella Steinbacher stellt zwei Violinwerke aus dem Jahr 1939 gegenüber. Den beiden Konzerten von Benjamin Britten und Paul Hindemith verleiht sie dabei leider zu wenig Persönlichkeit. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
  • Zur Kritik... Ohne Knistern: Die neue 'Salome' beim Label Pentatone überzeugt durch gute Solisten und einen grandiosen Klang. Von knisternder Spannung ist sie allerdings ein gutes Stück entfernt. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Begnadete Liedinterpreten: Thomas Hampson, der Botschafter des Liedes, überrascht auf seiner neuesten CD 'Serenade' mit einer besonderen Melange. Er begründet damit gleichzeitig eine begnadete Partnerschaft mit dem polnischen Pianisten Maciej Pikulski. Weiter...
    (Christiane Franke, )
blättern

Alle Kritiken von Pentatone Classics...

Weitere CD-Besprechungen von Michael Pitz-Grewenig:

  • Zur Kritik... Gegen den Strich gebürstet: Valery Gergiev zeigt neue interpretatorische Einsichten in Rachmaninows Erste Sinfonie. Aber nicht alles überzeugt gleichermaßen. Weiter...
    (Michael Pitz-Grewenig, )
  • Zur Kritik... Stille Ergriffenheit: Krystian Zimermans pianistische Klasse ist weithin bekannt. Aber er dringt auch tief in die Stukturen der Werke ein, die er spielt und zeigt sich als Philosoph am Klavier. Weiter...
    (Michael Pitz-Grewenig, )
  • Zur Kritik... Poetische Phantasie im Übermaß: Michael Tilson Thomas erweist sich als kongenialer Interpret der Orchesterwerke von Claude Debussy. Die diskographische Konkurrenz ist ebenso groß wie stark, diese Aufnahme kann allerdings ganz vorne mitspielen. Weiter...
    (Michael Pitz-Grewenig, )
blättern

Alle Kritiken von Michael Pitz-Grewenig...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Gegen den Strich gebürstet: Valery Gergiev zeigt neue interpretatorische Einsichten in Rachmaninows Erste Sinfonie. Aber nicht alles überzeugt gleichermaßen. Weiter...
    (Michael Pitz-Grewenig, )
  • Zur Kritik... Anmut und Beweglichkeit: Die kanadische Sopranistin versucht nicht nur ihre divine Seite zu zeigen, sondern verdeutlicht gleichzeitig auch, dass ihr musikalische Vielfalt ein wichtiges Anliegen ist. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
  • Zur Kritik... Genau informiert: Auf der Suche nach größtmöglicher Authentizität und mit schlankem Klang widmet sich das Ensemble Anima Eterna Brugge den großen Gershwin-Klassikern, bleibt dabei aber etwas nüchtern. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (2/2018) herunterladen (2465 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 4442 im Portrait Musik ohne Grenzen
Programme abseits der Konventionen beim Festival Printemps des Arts de Monte-Carlo

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich