> > > Schumann, Robert: Sämtliche Klaviertrios/Streichquartette/Fantasiestücke op.88
Donnerstag, 22. Oktober 2020

Schumann, Robert - Sämtliche Klaviertrios/Streichquartette/Fantasiestücke op.88

Schumann auf Italienisch


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Schumann-Quartette auf italienische Art bedeuten Musik ohne großen romantischen Schnickschnack, aber trotzdem schwungvoll und voll innerer Spannung. Bei den Trios dagegen stört die klangliche Unausgewogenheit.

Das Savinio-Quartett, im Jahr 2000 in Neapel gegründet, tastet sich geografisch allmählich vor in Richtung nördlicher Gefilde, nachdem bereits Aufnahmen mit den Cherubini-Quartetten vorgelegt und preisgekrönt wurden. Daneben sind es bisher eher Werke in Verbindung mit Klavier, die auf den Markt kamen. Schaut man auf die Website des Quartetts, so erkennt man aber, dass die ‚Standards‘, nämlich sämtliche Mozart- und Beethovenquartette, einiges von Haydn, Schubert und Schostakowitsch sehr wohl ins Repertoire aufgenommen wurden und Hauptbestandteil der Konzerte der Musiker sind.

Woher kommt der Name Savinio? Alberto Savinio ist das Pseudonym von Giorgio de Chiricos Bruder, einem Universalkünstler und Intellektuellen, der dichtete, malte, Musiker und Theatermann war. (Dem Booklet ist das nicht zu entnehmen). Da die ‚Savinios‘ in Deutschland kaum bekannt sind, ist die Neugier darauf, wie ein italienisches Quartett mit der deutschen Romantik par excellence umgeht, groß. Tatsächlich lassen sich einige Merkmale in der Interpretation feststellen, die man bei nördlicher beheimateten Quartettformationen so nicht finden würde. Das betrifft vor allem eine gewisse wohltuende Sachlichkeit, die sich streng an den Vorgaben in den Noten orientiert, diese sogar – gerade im ersten Quartett – besonders betont, indem z. B. die Sforzati eine Winzigkeit länger gehalten werden. Dagegen wird aber das Vibrato sparsam verwendet und die Dynamik ufert an keiner Stelle aus. Trotzdem stellt sich durch die zügigen, aber keineswegs überhasteten Tempi ein Drängen im Duktus ein, wie es dem Romantiker Schumann entspricht. In den langsamen Sätzen spürt man zudem eine gewisse Zurückhaltung, ein Maßhalten, wie es vielleicht gerade intellektuellen Italienern eher entspricht. Das zweite Quartett atmet Leichtigkeit; einen fröhlichen Schumann lernt man hier kennen.

Nach fünfzehn Jahren gemeinsamer Arbeit sind die vier Musiker perfekt aufeinander eingestimmt. Alle vier Stimmen haben das gleiche Gewicht, gerade auch die mittleren Stimmen laufen hier keine Gefahr, klanglich unterzugehen. Alles, was man hören muss, hört man auch tatsächlich, auch kleinere Unebenheiten im Spiel, die man aber im Fluss der hochmusikalischen Interpretation leicht übergehen kann, stören überhaupt nicht. Die Ausgeglichenheit im Quartettklang wird von der Technik gut unterstützt.

Das kann man bei der Aufnahme der drei Klaviertrios und den Phantasiestücken op. 88 nicht immer behaupten. Hier könnte man glauben, Sonaten für Violine und Klavier zu hören. Die Geige ist dermaßen im Vordergrund, dass man vom Cello kaum noch etwas mitbekommt. Das betrifft vor allem das erste Trio, was auch an der Komposition selbst liegt: Schumann führt hier die Cellostimme und den Klavierbass sehr häufig parallel. Aber selbst in den beiden anderen Trios, in denen das nicht mehr der Fall ist, klingt das Cello wie aus der Ferne – ein Umstand, der das Gleichgewicht massiv stört. Dazu kommt, dass der Pianist gern das Pedal benutzt, was Schumann zwar häufig so vermerkt – aber eben nicht immer. Gerade in den Bässen klingt manches damit doch ziemlich verwaschen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schumann, Robert: Sämtliche Klaviertrios/Streichquartette/Fantasiestücke op.88

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Brilliant classics
3
27.05.2016
Medium:
EAN:

CD
5028421950419


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