> > > Ravel, Maurice: Orchesterwerke Vol.3
Freitag, 18. Januar 2019

Ravel, Maurice - Orchesterwerke Vol.3

Kristallklar


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Repertoirewert kann die teilweise nur mittelmäßige Interpretation der vorliegenden Produktion nicht voll aufwiegen.

Einen spannenden Blick auf Ravel haben wir hier vorliegen: eine CD mit Stücken, von denen die meisten nur wenig bekannt sind, nämlich allenthalben Orchestrierungen von Werken anderer. Die Werke sind wenig ambitioniert in Umfang und Anspruch – Emmanuel Chabriers 'Menuet pompeux', vier Nummern aus Robert Schumanns 'Carnaval' und zwei Stücke von Claude Debussy. Das Orchestre National de Lyon überzeugt durch kristallklare Transparenz, die Einspielung durch sehr gute Aufnahmetechnik. Dennoch bleiben die interpretatorischen Leistungen eine sehr gemischte Angelegenheit. Während es beim Chabrier der Produktion an Elan und Charme, an gallischem Esprit und dem Wunsch mangelt, aus der Masse herauszustechen, zeigen sich die Musiker in den beiden Debussy-Orchestrierungen bestens in ihrem Element; hier lässt Leonard Slatkin Martinon oder Ansermet weit abgeschlagen hinter sich, sowohl die klangliche Imagination als auch den rechten Puls betreffend. Beim Schumann scheinen wiederum ganz andere Musiker am Werk – die Blechbläser intonieren nicht immer präzise, so dass insgesamt die alte Gülke-Interpretation denn doch vorzuziehen ist, trotz der klug gewählten Tempi und des überzeugenden Schlussstückes mit dem zentralen Beethoven-Zitat. Insgesamt aber bleibt dennoch der Eindruck, dass die französischen Musiker noch ein bisschen mehr hätten studieren – und vor allem auch einen genuinen ‚Ravel-Ton‘ hätten suchen können. Interpretatorisch bleibt das Ganze matt und farblich nicht ganz angemessen.

Das bekannteste Werk auf der Platte ist natürlich Mussorgskys 'Bilder einer Ausstellung', das hier in einer Komplettierung durch Leonard Slatkin 2007 nochmals revidiert wurde. Wozu in einer Gesamtschau von Ravels Orchesterschaffen? Ravel hatte die Promenade nach 'Samuel Goldenberg und Schmuyle' gestrichen, sicher nicht ganz ohne Grund – Slatkin hat die Stückfolge der Klavierfassung restituiert. Hier zeigen sich auch interpretatorische Unsauberkeiten, gleich im ersten Takt: Die vorgeschriebenen Portati werden gebunden, überhaupt das ganze Eröffnungsstück fließender dargeboten – für eine Referenzeinspielung ein zu starker Eingriff. Im weiteren Verlauf immer wieder viel zu geringe Berücksichtigung von Ravels genauen dynamischen Angaben – so wird manche Mittelstimme zu laut, mancher Kontrast nicht kontrastreich genug. Leider keine von Slatkins allerbesten Leistungen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Ravel, Maurice: Orchesterwerke Vol.3

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
29.04.2016
EAN:
747313312474

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Ravel, Maurice


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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