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Donnerstag, 9. April 2020

Cellokonzerte - Werke von Schostakowitsch, Lutoslawski und Weinberg

Der Botschaft verschrieben


Label/Verlag: Channel Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Komponistenschicksale in Töne gemeißelt, davon künden die Cellokonzerte von Schostakowitsch und Weinberg. Genau das fördern Nicolas Altstaedt und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin in ihrer großartigen Interpretation zu Tage.

Prokofjews 'Sinfonisches Konzert' brachte Dmitri Schostakowitsch auf die Idee, ein Cellokonzert zu komponieren. Die Aussicht auf Dmitri Rostropowitsch als Interpret spornte ihn an. 1959 kurz nach seinem 53. Geburtstag erklang das etwa halbstündige Werk im Konzert in Leningrad, vier Sätze in zwei Teilen, da die Sätze zwei bis vier nahtlos ineinander übergehen. In allen vier Sätze dominiert das Viertonmotiv, das in den ersten Takten des Eingangssatzes erklingt, die Initialen des Komponisten eine Quint tiefer gesetzt und durch die Sätze hindurch wie ein Stimmungsbarometer variiert. So formt sich der Charakter des Werkes, subtil nach allen Richtungen zwischen Optimismus und Tragödie ausschlagend, im Detail changierend zwischen Groteske und trügerischer Heiterkeit. Das Solo-Cello spinnt immer wieder unendliche Melodien im Wechsel mit dem Solo-Horn. Den dritten Satz bestreitet das Cello solistisch mit einer Dauer-Kadenz. Anders lässt sich das Spiel von Solo und Orchester nicht trennen.

Mit größter Intensität

 

Nicolas Altstaedt und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin mit Michal Netrowicz am Pult beschwören diesen Charakter herauf. Altstaedt streicht die leisen Töne mit größter Intensität, grell bunte Orchesterschreie wirken wie die Karikatur ihrer selbst. Ineinander verzahnt, in den rasanten Passagen mitreißend, höchst präzise in jeglichem Detail, gelingt die Innenschau auf das musikalische Bekenntnis eines zu tiefst verzweifelten genialisch kreativen Geistes.

Entspannung verspricht die spritzige Interpretation der 'Mala Suita' von Witold Lutosławski, bevor Altstaedt sich im 1. Cellokonzert von Schostakowitschs Freund Mieczysław Weinberg in den Strom einer scheinbar endlos weiterfließenden Melodie versenkt und die virtuosen Passagen im rasanten Wechsel mit dem Orchester fulminant inszeniert. Weinberg schrieb das Werk in der für Komponisten dunkelsten Zeit der Stalin-Ära, unterschwelliges Grollen, das sich im Tutti aufbäumt und in den rasanten Passagen vom Wahnsinn erzählt. Das ist hier zu hören.


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    Cellokonzerte: Werke von Schostakowitsch, Lutoslawski und Weinberg

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Channel Classics
1
06.05.2016
Medium:
EAN:
CD
723385381167

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Lutoslawski, Witold
Schostakowitsch, Dimitri
Weinberg, Mieczyslaw


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Channel Classics

Channel Classics Records is a quality record label based in Holland. Director, producer and recording engineer is C. Jared Sacks. Having grown up in Boston Massachusetts, schooled at Oberlin Conservatory and the Amsterdam Conservatory of music with 15 years experience playing French Horn, Jared decided to make his hobby of recording a profession in 1987. The label started in 1990 with the name Channel Classics coming from the street he lived on in Amsterdam. (Kanaalstraat).
Jared and his Dutch wife Lydi Groenewegen together with a group of assistants work closely with distributors in 37 countries to promote the artists through the CD?s.


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