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Montag, 24. September 2018

Bach, Johann Sebastian - Goldberg Variationen

Und wieder eine


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese neue Bearbeitung der Goldberg-Variationen des Aulos Quartetts kann sich hören lassen.

Mittlerweile dürften die Goldberg-Variationen BWV 988 mit zu den am meisten bearbeiteten Werken überhaupt gehören. Von Jahr zu Jahr kommen neue Besetzungen hinzu, mal mehr, mal weniger ausgefallen. Vorliegende hybride SACD braucht sich vor den Konkurrenzbesetzungen keinesfalls zu verstecken, auch wenn die Kombination des Aulos Quartett aus Oboe, Violine, Oboe tenore und Cello zunächst exotisch wirken mag. Als Grundlage diente zudem bereits eine andere Bearbeitung, und zwar nicht die von Dmitri Sitkowetski für Streichquartett, sondern die – leicht abgewandelte – für zwei Klaviere von Josef Rheinberger. Aufgrund dieser erstellte der Oboist des Quartetts Martin Gebhardt die hier zu hörende Fassung.

Und diese kann sich wirklich hören lassen. Nicht nur werden die Stimmen äußerst demokratisch behandelt, sodass das polyphone Geflecht stets durchhörbar bleibt, es entstehen auch aparte Klangfarbenmischungen, die nie unnatürlich wirken, sondern so, als wären sie bereits im Original so gedacht gewesen. Besonders die langsamen Variationen profitieren zudem von den kantablen Qualitäten der Oboe. Die Mehrkanal-Wiedergabe trägt zum exzellenten Klangbild maßgeblich bei. Doch auch in Stereo wird man zum Zeugen einer beseelten Interpretation und einer reizvollen Perspektive auf ein ewig neues Werk.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Goldberg Variationen

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
MDG
1
29.04.2016
EAN:
760623195063

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Bach, Johann Sebastian


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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