> > > Bach, Johann Sebastian und Ysaye, Eugene: Sonaten für Violine
Dienstag, 17. Oktober 2017

Bach, Johann Sebastian und Ysaye, Eugene - Sonaten für Violine

Nuancenreiche Wiedergabe


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die kombinierte Einspielung der Solowerke von Johann Sebastian Bach und Eugène Ysaÿe durch die Geigerin Antje Weithaas geht in die zweite Runde und nimmt abermals durch ihre konzentrierte Wiedergabe für sich ein.

Wie im ersten Teil ihrer kombinierten Gesamteinspielung der Bach’schen Solosonaten und -partiten und der 'Sonates pour violon seul' op. 27 von Eugène Ysaÿe kann die Geigerin Antje Weithaas durch einen enorm facettenreichen Zugang zu den einzelnen Werken überzeugen.

Exemplarisch dafür ist gleich der Beginn von Bachs Sonata a-Moll BWV 1003: Der ruhige Atem, mit dem Weithaas das 'Grave' eröffnet und musikalisch gliedert, bietet einen vorbildlichen Einstieg, dessen Schlusspunkt der Spannungszuwachs ist, den die Geigerin in den mittels Bogenvibrato eingeleiteten Schlussakkord hineinlegt, um dann nach einem ebenso spannungsreichen gedanklichen Verharren im Nachklang die Fuge anzustimmen. Diese, zunächst mit schlankem Bogenstrich und sorgfältig abgestufter Artikulation angestimmt, überzeugt durch verschiedene Stadien geigerischer Klangentfaltung bis hin zu kräftigem Leuchten, bevor die Geigerin mit dem ins kantable gewendeten 'Andante' wieder einen Satz voller gedeckter, im Pianobereich vielfach abschattierter Farbwerte folgen lässt und schließlich im 'Allegro' zu einem die Forte-Piano-Kontraste und Echowirkungen voll ausschöpfenden Abschluss findet.

Als Gegengewicht zur a-Moll-Sonate hat Weithaas die Partita E-Dur BWV 1006 ans Ende der CD gestellt. Ein zentrales Anliegen ist ihr dabei, die klangliche Pracht der einzelne Sätze zu entfalten, was sie mit einem Maximum an dynamischer und bogentechnischer Raffinesse tut. Unter ihren Händen wird das ausgedehnte 'Preludio' zu einer minutiös ausbalancierten Klangstudie, die ganz von den innerhalb es Forte-Piano-Wechsel fein abgestuften dynamischen Werten und – damit verbunden – von variabler Strichdichte lebt. Was hier im Keim angelegt ist, bestimmt auf jeweils unterschiedliche Weise auch alle übrigen Sätze: So bleibt beispielsweise die ruhige 'Loure' eher dem zarten Piano verhaftet, während die Geigerin der 'Gavotte en rondeau' zu einer geradezu strahlenden Klarheit verhilft oder im zweiten Menuett den pastoralen Tonfall der Musik voll auskostet.

Zwischen den beiden Bach’schen Werken hat Weithaas die beiden kürzesten Sonaten aus Ysaÿes Zyklus platziert. Die Sonate Nr. 3 d-Moll, vom Komponisten als 'Ballade' bezeichnet, formt die Geigerin zu einem knapp achtminütigen Bogen, dessen markantes Thema sie nach kontinuierlichem, einem permanenten Vorantasten vergleichbaren Spannungsaufbau während der Einleitung erreicht. Die Vielfalt der Nuancen, die Weithaas in den Verlauf des Stückes einflicht, verdankt sich einer Rhetorik des Vortrags, die einerseits immer wieder den verlöschenden klanglichen Ruhepunkt sucht, andererseits aber auch die Extreme erkundet, die sich aus der unruhig gezackten Thematik ergeben.

Als Wunderwerk spätimpressionistischer Klangentfaltung entpuppt sich auch der erste Satz der Sonate Nr. 5 E-Dur, vom Komponisten mit 'L’aurore' (Sonnenaufgang) überschrieben: Trillerketten, Flageoletts und linkshändige Pizzicati verbindet die Geigerin zu einer Lesart, die, ganz der Steigerungsanlage des Stückes folgend, zunächst den Weg von den leisen Klängen zum klangvollen Strahlen breit arpeggierter Akkorde voll auskostet, um dann im Anschluss daran dieselben harmonischen Zusammenhänge in der Gestalt des 'Danse rustique' durch markante Bogenansätze akkordisch zu beleuchtet – nicht ohne im Mittelteil noch einmal mit zarten Farbwerten eine Erinnerung an die Stimmung des Eingangssatzes einzuflechten.

Für ihre Wiedergabe der Werke beider Komponisten verdient Weithaas höchsten Respekt, lässt sie sich doch mit ihrem ganzen geigerischen Können auf die jeweils ganz individuelle musikalische Sprache ein und findet dabei interpretatorische Nuancen, die man so noch nicht gehört hat, und die viele hochgelobte Einspielungen schwach aussehen lassen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian und Ysaye, Eugene: Sonaten für Violine

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
CAvi-music
1
15.04.2016
EAN:

4260085533466


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Bach, Johann Sebastian
Ysaÿe, Eugène


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CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


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Von Prof. Dr. Stefan Drees zu dieser Rezension empfohlene Kritiken:

  • Zur Kritik... Exzellente Einspielung: Antje Weithaas wagt sich an eine Kombination von Johann Sebastian Bachs 'Sonaten und Partiten' und Eugène Ysaÿes 'Sonates pour violon seul' und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Weiter...
    (Prof. Dr. Stefan Drees, 28.03.2015)

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