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Mittwoch, 18. Oktober 2017

Scarlatti, Domenico - 18 Klaviersonaten

Wie neu


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Yevgeny Sudbin legt nach zehn Jahren neue Einsichten auf Domenico Scarlattis Sonaten vor.

Yevgeny Sudbins Interpretationen der Musik Ludwig van Beethovens und Frederic Chopins gehören zum Interessantesten, was derzeit auf dem Klaviersektor zu hören ist. Dass ein solchermaßen geschultes Gespür für musikalische Zusammenhänge auch der Interpretation der Werke Domenico Scarlatti zugutekommen kann, ist deutlich zu vernehmen in der neuen Einspielung von 18 Sonaten, mit der Yevgeny Sudbin ein weiteres Mal unter Beweis stellt, dass er mit recht derzeit zu den interessantesten Pianisten zählt.

Die Sonaten Scarlattis gehören eigentlich zum Standardrepertoire. Was jedoch Yevgeny Sudbin daraus macht, ist mehr als überraschend. Am pianistischen Niveau ist überhaupt nicht zu deuteln, noch weniger an der Art der Verzierungsgestaltung, die nicht nur technisch überaus geschmackvoll ist, sondern auch intelligent. Wie differenziert Sudbin die Relation von Rhythmik und Melos gestaltet, das überzeugt. Dabei orientiert er sich an der Schlichtheit der fließenden Linien und der selbstverständlichen Kraft rhythmischer Potentiale. Die Musik interpretiert sich so gewissermaßen von selbst. Es gibt kein vordrängendes Ich, das geflissentlich die verschiedenen Aspekte aufzeigen würde, sondern alles fließt, als könne es nicht anders sein.

Dabei werden aber intelligent die motivischen Zusammenhänge und Facetten aufgezeigt. Wunderschön die scheinbaren rhythmischen Stockungen, die Agogik in der Sonate in c-Moll (K 99), in der Sudbin mit einem angeschärften Portato gewissermaßen singend-improvisierend die Formstrukturen herausarbeitet. Souverän setzt sich Sudbin auch über Fragen nach dem ‚Originalklang‘ und der barocken Rhetorik hinweg, gleichzeitig schwingt aber doch so etwas wie eine Cembalo-Ästhetik mit, da Yevgeny Sudbin mit den Möglichkeiten der Farb- und Dynamikkontraste des modernen Konzertflügels hervorragend umgeht.

Ein herrliches Beispiel pianistischen Denkens ist die Behandlung der Wiederholungen, die er eben nicht einfach abspult, sondern immer subtil ändert. Entweder geschmackvoll mit Verzierungen wie bei der Sonate in d-Moll (K 9) oder durch Wechsel der Dynamik in Verbindung mit Änderung der Phrasierung wie in der Sonate in C-Dur (K 159). Bei der Sonate in d-Moll (K 141) nimmt Sudbin die Bezeichnung 'Presto' ernst und serviert eine atemberaubende Toccata.

Die offene und entspannte Haltung, die den musikalischen Triebkräften freien Lauf zu lassen scheint und in solcher Bescheidenheit und Sorgfalt zugleich äußerste Leidenschaft erkennen lässt, ist das, was diese Einspielung zu einem Ereignis macht.

Zehn Jahre nach seinem ersten Scarlatti-Album legt Yevgeny Sudbin mit dieser bei BIS erschienenen SACD in der Tat erneut eine brillante Einspielung vor, zu der der Pianist einen überaus klugen Essay verfasst, der im Booklet abgedruckt ist. Wer Abwechslung zu den zahlreichen historisierenden Einspielungen der Sonaten von Domenico Scarlatti sucht dem sei der Zugang Yevgeny Sudbins nachdrücklich empfohlen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Scarlatti, Domenico: 18 Klaviersonaten

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
02.03.2016
EAN:

7318599921389


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Scarlatti, Domenico


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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