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Freitag, 3. Juli 2020

Sorabij, Kaikhosru - 100 Transcendental Studies Vol.5

Feine Welt


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wie nicht anders zu erwarten, zeigt sich Fredrik Ullén den immensen Anforderungen der Transzendentalstudien Kaikhosru Sorabjis mehr als gewachsen und bietet eine eindrucksvolle Umsetzung der komplexen Musik.

Bei Fredrik Ulléns Sorabji-Einspielungen freut man sich immer schon auf die nächste Veröffentlichung, weiß man doch, dass man mit einer herausragenden Interpretation hochinteressanter Musik belohnt werden wird. Die mittlerweile fünfte Folge der 100 Transzendentalstudien des sperrigen Komponisten, der trotz seines wenigstens teilweise bürgerlichen Namens Leon Dudley Sorabji nie als Brite bezeichnet werden wollte, komponierte nie für ‚das Publikum‘ – wenn, dann allenthalben für einen kleinen Kreis ausgewählter Intellektueller, die die Auseinandersetzung mit pianistischen, vor allem aber musikalisch metaphysischen Problemen reizte. Entsprechend hat es immer nur wenige Musiker (allen voran Pianisten) gegeben, die sich den immensen Herausforderung stellen (können) und zu überzeugenden Darbietungen gelangen.

Die Studien 72 bis 83 sind auf der vorliegenden randvollen CD versammelt, von den kleinen miniaturischen, die teilweise fast unscheinbar daherkommen, sich aber schnell als durchaus vertrackt erweisen (Nr. 72, 76-79 und 82), bis zu den beiden umfänglichsten Sätzen der CD, Nr. 73 'Quasi preludio corale' (der bei Sorabji häufiger zu findende Topos steht – auch mit dem Umfang von 18 Minuten – der Reger‘schen Choralphantasie näher als dem traditionellen Choralvorspiel) und vor allem Nr. 75 'Passacaglia'. Eine 29-minütige 'Passacaglia' (hier mit 100 Variationen) ist für Sorabji kein exorbitanter ‚Ausreißer‘ (in anderen Kompositionen Sorabjis gibt es weit umfangreichere und entsprechend anspruchsvollere Sätze), doch können wir so in einer Art Brennglas zahlreiche kompositorische Besonderheiten auf engem Raum kennenlernen.

Die Musik aller zwölf Sätze ist gleichermaßen musikalisch komplex (teilweise höchst komplex) und intellektuell und emotional anspruchsvoll. Reger‘schen Einfluss mag der geneigte Hörer auch in Nr. 74 'Ostinato' hören, auch wenn Ullén in seinen ansonsten außerordentlich informativen Bookletnotizen das Konzept als ‚uniquely Sorabjian‘ bezeichnet. Dass Ullén den musikalischen Geist Sorabjis bestens trifft und der Musik wesensverwandt scheint, wird mittlerweile niemanden mehr verwundern. Höchstpunktzahl also (wie in der Reihe fast nicht anders zu erwarten) für Interpretation und Aufnahmetechnik, und wenn das Booklet einen kleinen Abstrich erhält, dann vor allem, weil keines der (seltenen) Fotos Sorabjis aus der Zeit der Entstehung der Werke (der Jahre 1940-44) abgedruckt ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Sorabij, Kaikhosru: 100 Transcendental Studies Vol.5

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
02.03.2016
Medium:
EAN:

CD
7318590022238


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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