> > > Bruckner, Anton und Wagner, Richard: Symphonie Nr.7 / "Das Liebesmahl der Apostel"
Donnerstag, 21. März 2019

Bruckner, Anton und Wagner, Richard - Symphonie Nr.7 / "Das Liebesmahl der Apostel"

Geburtstagsgeschenk


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Christian Thielemanns Interpretation von Bruckners Siebter verblasst fast hinter der vorbildlichen Darbietung von Wagners 'Liebesmahl der Apostel'.

Ein wenig bedauert man, dass die Edition Staatskapelle Dresden nicht auch SACDs enthält. Die vorliegende Folge 38 – Live-Mitschnitte vom 2. September 2012 aus der Semperoper und vom 18. Mai 2013 aus der Dresdner Frauenkirche – sind aufnahmetechnisch und klanglich so spektakulär, dass man sich neben der absolut vorbildlichen, weit gestaffelten und räumlich hervorragend ausgeleuchteten Stereospur auch eine räumliche ‚Umhüllung‘ wünscht.

Bruckners Siebte Sinfonie zelebriert Christian Thielemann (nach der Haas-Edition 1944) mit großer Sorgfalt und dichter, weiter Dramaturgie. Der Unterschied zu Paavo Järvi, Dennis Russell Davies oder Mario Venzago könnte kaum größer sein. Das ist Bruckner in der Tradition Klemperers, Wands oder Celibidaches, bis in Äste erkundet, von bronze-gedecktem Ton, mit strahlendem Orchesterklang, der in bester Weise die immer wieder beschworene Klangkultur der Staatskapelle Dresden zur Geltung bringt. Da sitzt alles, man möchte sich in der Musik verlieren, da ist nichts zu kritteln, nichts nebensächlich. Das passt.

So vorbildlich die Bruckner-Sinfonie ist, so sehr wird sie doch gekrönt von dem ‚Geburtstagsgeschenk‘, der bislang wohl überzeugendsten Einspielung von Wagners ‚biblischer Szene‘ 'Das Liebesmahl der Apostel' aus dem Jahr 1843. Hier haben wir einerseits ein echtes frühes Bekenntnisstück Wagners, andererseits ein eindeutiges ‚Vor-Echo‘ auf den 'Parsifal'. Die besonderen Schwierigkeiten der Komposition liegen (a) in der Textverständlichkeit, (b) der Dramaturgie des in den ersten zwei Dritteln ausschließlich a cappella gesetzten Werks und (c) in der dringenden Notwendigkeit, die Räumlichkeit eines großen Chores einzubeziehen. Nichts wäre unangemessener, als die verschiedenen Chöre bzw. Chorgruppen zu klein zu besetzen. Die Selbstverständlichkeit großer Männerchöre ist lange vorüber (spätestens der Erste Weltkrieg machte ihnen den Garaus), umso beglückender ist hier die vorbildliche Zusammenarbeit des Tschechischen Philharmonischen Chors Brünn, des Sächsischen Staatsopernchors Dresden, des Tschechischen Nationalchors Prag, des MDR Rundfunkchors Leipzig, des Philharmonischen Chors Dresden und des Dresdner Kammerchors unter der Gesamteinstudierung von Staatsopernchordirektor Pablo Assante. In der Akustik der Frauenkirche ist jedes Wort zu verstehen, die antiphonalen wie die sich vereinigenden Chorpassagen sind vorzüglich gelöst. Leider entspricht die Trackaufteilung nicht der Beschreibung des Werks im Booklet (statt der im Booklet erwähnten Sechsteiligkeit findet man nur fünf Tracks). Dies ist aber in der Tat die einzige Einschränkung bei einer Veröffentlichung, die man sonst als vorbildlich und empfehlenswert bezeichnen muss.



Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Bruckner, Anton und Wagner, Richard: Symphonie Nr.7 / "Das Liebesmahl der Apostel"

Label:
Anzahl Medien:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
EAN:

881488150131


Cover vergössern

Bruckner, Anton
Wagner, Richard


Cover vergössern

Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
PROFIL: Ein Programm - eine Verpflichtung aus Tradition!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Profil - Edition Günter Hänssler:

  • Zur Kritik... Perlen unter Gemischtwaren: Aus der nicht geringen klingenden Hinterlassenschaft des faszinierenden Pianisten Shura Cherkassky sind in dieser 10-CD-Auswahl viele hervorragende neben einigen fragwürdigen Taten dokumentiert. Fragwürdig ist aber letztlich auch die Präsentationsweise. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Geballter Gilels: Eine überraschende Sicht auf den vielgeliebten Interpreten Emil Gilels mit allerhand Raritäten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Frühe Glanzleistungen: Vier CDs geben hochinteressante Einblicke in das frühe Schaffen der Martha Argerich. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
blättern

Alle Kritiken von Profil - Edition Günter Hänssler...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Ernste Erbin: Mit ihrer späteren Kammermusik besticht Johanna Senfter noch stärker als mit ihren musikalisch reichen Violinsonaten, wie diese Doppel-CD zeigt. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Innige Gabe: Zum 150. Todestag ermöglicht diese Einspielung einen intimen Blick auf das Passionsoratorium des berühmten Balladenmeisters Carl Loewe. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Offener Garten: Mit viel Verve, aber wenig Poesie widmet sich Sabrina Alberti dem immer noch unbekannten Klavierwerk Gian Francesco Malipieros. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Instrumentaler Gesang: Es ist sehr spannendes Projekt, aus den vielen Vertonungen von Metastasios 'Demofoonte' ein Album zu machen. Die Interpretation zollt den Kompositionen Respekt, bleibt aber einseitig. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
  • Zur Kritik... Ernste Erbin: Mit ihrer späteren Kammermusik besticht Johanna Senfter noch stärker als mit ihren musikalisch reichen Violinsonaten, wie diese Doppel-CD zeigt. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Lyrik und Drama: Johannes Moser und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin bestechen mit Interpretationen von zwei Cello-Konzerten, die einst für Mstislaw Rostropowitsch entstanden. Weiter...
    (Elisabeth Deckers, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (3/2019) herunterladen (2500 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich