> > > Penderecki, Krzyztof: Konzerte für Blasinstrumente und Orchester
Samstag, 24. Februar 2018

Penderecki, Krzyztof - Konzerte für Blasinstrumente und Orchester

Explosives Klangvokabular


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Krzysztof Penderecki dirigiert eigene Konzerte für Blasinstrumente.

Unter dem Titel ‚Penderecki Special Edition’ widmet das polnische Label DUX der Musik Krzysztof Pendereckis eine spannende CD-Serie, die den Komponisten als Dirigenten eigener Werke zeigt. Konzerte für Blasinstrumente, die aus dem kompositorischen Zeitraum eines knappen halben Jahrhunderts stammen, stehen im Fokus der CD ‚Krzysztof Penderecki – Concertos for wind instruments and orchestra’.

Gackernde Hüpfer

Aus der frühen, avantgardistischen Phase des Komponisten stammt das fast achtminütige 'Fonogrammi per flauto ed orchestra da camera' (1961). Im klassischen Sinne handelt es sich nicht um ein Flötenkonzert. Die Solistin Agata Kielar-Długosz (an drei Instrumenten) tritt lediglich im kadenzartigen Mittelteil der Komposition deutlich aus der Klangtextur des Stückes herаus. Ansonsten dominieren ab dem Donnergrollen der Eröffnung Perkussionsinstrumente, schwindelerregende Streicher-Glissandi und ein konzentriertes, explosives Klangvokabular, das streckenweise den Eindruck eines pulsierenden, chaotischen Organismus erweckt. Diesen bändigt Penderecki genauso souverän wie das Klangmaterial des kurzen 'Capriccio per oboe e 11 archi' (1965), in dem Arkadiusz Krupa (Oboe) eine autonomere Rolle erhält: Mit großer Experimentierfreude wird das Instrument zu virtuosen Kapriolen angestachelt, vollführt gackernde Hüpfer, vertrackte Schleifen und zeternde Figuren, die sich zu einem veritablen Schlagabtausch mit dem Orchester ausweiten. Abseits akademischer Blutleere entfacht Penderecki in der Komposition, die eine unbekümmerte Abkehr von musikalischen Traditionen darstellt, brodelnde Vitalität.

Genau berechnete Ausbrüche

Zeitlich und stilistisch groß ist der Abstand zwischen diesem Werk und dem 2008 abgeschlossenen 'Concerto per corno ed orchestra' mit dem Titel 'Winterreise': Hier zeigt sich der späte Penderecki in einer Klangsprache, die oftmals als neoromantisch bezeichnet wurde, und nimmt Bezüge auf, die weit über den vielsagenden Titel hinausgehen. Penderecki führt die Solistin Kateřina Javůrková (Horn) und das Polska Orkiestra Sinfonia Iuventus selbstbewusst und gefühlsbetont zu genau berechneten Ausbrüchen und Momenten schwelgerisch sinfonischer Schönheit, ohne den architektonischen Gesamtzusammenhang der Musik aus den Augen zu verlieren.

Das gilt auch für die 1994 komponierte 'Sinfonietta No. 2 per clarinetto ed archi', die ausgehend von Pendereckis Quartett für Klarinette und Streichtrio entstand. Das intime Werk des Komponisten ist ein treffendes Beispiel für sein ästhetisches Ringen um formale und inhaltliche Balance. Zusammen mit Arkadiusz Adamksi (Klarinette) beleuchtet Penderecki die vielen Bezüge zur Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts und räumt dabei immer wieder auch der Stille, die in seiner Sinfonietta eine gewichtige Rolle spielt, wirkmächtigen Raum ein.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Penderecki, Krzyztof: Konzerte für Blasinstrumente und Orchester

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
08.04.2016
EAN:

5902547012742


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Penderecki, Krzysztof


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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