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Montag, 18. Oktober 2021

British. Now! - Werke von Britten, Berkeley, Bryars, u.a.

Undogmatisch


Label/Verlag: Berthold
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese Aufnahme punktet durch einen glänzenden Klang. Werkauswahl und Umsetzung lassen indes einige Wünsche offen.

Mit unter 49 Minuten denkbar kurz ist diese SACD des 2004 gegründeten dogma chamber orchestra unter Leitung von Mikhail Gurewitsch. Wenn man so möchte, handelt es sich bei dem Orchester um ein ‚Konzeptorchester‘, das Musik des 20. und frühen 21. Jahrhunderts erkunden m&...


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Bisherige Kommentare zu diesem Artikel

  1. Kommentar von dogma
    Selbstverständlich erkenne ich das Recht auf eine persönliche Meinung an. Allerdings gilt es aus meiner Sicht für jeden Musiker oder Musikkritiker Objektivität zu bewahren und einen passenden Ton zu treffen, wenn man die eigene Meinung publik macht. Leider kann ich der vorliegenden Rezension keine der beiden Eigenschaften attestieren. Das Konzept unseres Orchesters und der Sinn unserer Aufnahme blieb dem Rezensenten ungeachtet und daher unverstanden, die Kritik schießt weit über das Ziel hinaus.

    Bereits im ersten Absatz wird mein Kommentar völlig falsch zitiert. Im Booklet heißt es wörtlich: "Diese CD ist eine Momentaufnahme, inspiriert von der Vielfalt britischer Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Eine Kombination aus Traditionsbewusstsein und Moderne, Romantik und Minimalismus, gepaart mit einer ordentlichen Portion unterschwelligen Humors – all das sind Komponenten, die die Musik von der Insel auch über die Klassik hinweg einzigartig machen und uns faszinieren."

    Es hat schon seine Gründe, weshalb ich die Momentaufnahme anspreche und über die Faszination britischer Musik rede. „British. Now!“ ist weder ein Sammelsurium aus Werken aus allen Teilen Britanniens gedacht, noch bietet es einen Gesamtüberblick über die britische Musikgeschichte. Ganz im Gegenteil. Es ist unser ganz persönlicher musikalischer Blick auf die Insel. Wir haben uns für die Stücke entschieden, die uns am meisten ansprachen und am besten für unsere CD erschienen. Dass diese Auswahl dem Autor nicht gefallen hat wundert mich nicht. Ich fürchte, als jemand den „das Guildhall String Ensemble schon vor langem gezeigt hat, wie diese Musik heute gespielt werden muss“ gehört der Autor nicht zu unserer Zielgruppe. Vielleicht würde sich das ja ändern, wenn er sich intensiver mit der Arbeit des dogma chamber orchestra beschäftigen würde.

    Zur Unterstellung „Die Musiker kennen sich offenkundig weder in der britischen Musikgeschichte aus noch ist dies ihre Intention“. Ist das eine angebrachte Art und Weise sich über die Arbeit eines Musikers zu äußern? Ist nicht bekannt wie viel Arbeit hinter so einen Produktion steht? Meint der Autor, dass die Namen der britischen Komponisten mit denen er so gekonnt jongliert, nur ihm ein Begriff sind? Oder war er etwa zu Besuch bei uns, als wir unter dutzenden von Stücken die ausgesucht haben, die unser Interesse besonders erweckt haben und die wir mit voller Hingabe aufnehmen wollten?

    Wie es auch in meinem Kommentar steht, erstreckt sich unser Interesse an britischer Musik weit "über die Klassik hinweg". Diesen Teil übernimmt bei der Aufnahme das Stück von Michael Nyman, das der Autor als „musikalisch minderwertige Musik“ bezeichnet. Ich hoffe, es ist bewusst, dass er sich an der Stelle mit seiner Wortwahl selbst deskreditiert.

    Ein weiteres Zitat: „Als Gegenstück zu Britten wählen die Musiker die 'Antiphon' op. 85 für Streicher von Lennox Berkeley aus dem Jahr 1973. Die Komposition ist alles andere als wie vom Booklettext nahegelegt ‚im wesentlichen klassizistisch‘"... Der Begriff „Gegenstück“ ist uns sehr fremd, bei DO.GMA#4 stellen wir keine Werke gegeneinander. Auch der zweite Satz stimmt nicht. Hier das Zitat aus dem Booklet: "Berkeleys Musikstil war im wesent¬lichen klassizistisch: „the standards and traditions he espoused were very much classical standards – French classicism... and an element of English reserve“, schreibt Michael Berkeley über seinen Vater." Es geht hier ganz klar nicht um das Stück Antiphon. An der Stelle äußert sich Berkeleys eigener Sohn Michael über das Schaffen seines Vaters. Für jemandem, der im Gegensatz zu mir sich in seiner Muttersprache bewegt, ist die Interpretation des Booklettextes durch den Rezensenten äußerst frei. Außerdem, wenn der Text zu Ende gelesen wurde, wurde wohl auch die Signatur der Autorin bemerkt. Es handelt sich dabei um unsere Solobratschistin, die selbstverständlich keinen musikwissenschaftliche Abhandlung schreiben konnte und wollte (dafür gibt es Leute wie den Autor), sondern von ihrem persönlichen Standpunkt aus schrieb. Der einzige Kritikpunkt, den ich hier akzeptiere, ist der mit den genauen Kompositionsdaten. Allerdings ist wäre auch dieses Problem für einen interessierten Leser mit ein paar Klicks im Internet schnell gelöst. Unsere Booklet orientiert sich also nicht an Leuten wie dem Autor und ich (ich glaube nicht, dass man dem Autor als jemandem, der über britische Sinfonien promoviert hat zu dem Thema viel Neues erzählen könnte), sondern vor allem an diejenigen, die diese Musik für sich entdecken sollten. Und seien Sie versichert – auf dieser Art haben wir schon so einige Zuhörer mit unseren Aufnahmen positiv beeinflusst.

    Der Autor findet die Wahl der Simple Symphony von Benjamin Britten „überraschend“. Hätte er unsere Webseite besucht, so wüsste er, dass wir bei jeder CD-Produktion mindestens ein bekanntes Werk (benutzt wird dafür das Adjektiv ‚ausgelutscht‘) dabei haben, das wir auf unsere Art und Weise neu interpretieren. Für das dogma chamber orchestra gibt es nämlich keine „verbrauchten“ Werke – uns kommt es auf die zeitgerechte Interpretation an!

    Und da sind wir auch schon beim entscheidenden Punkt. Die Vorstellungen, die der vorliegenden Rezension zugrunde liegen, sind aus meiner Sicht schlicht und einfach zu festgefahren. Genau solche öffentliche Darstellungen führen dazu, dass ein neutraler Zuhörer anstatt sich auf etwas Neues anzulassen und sich eine eigene Meinung zu bilden, etwas von Anfang an ablehnt, ohne einen Ton gehört zu haben. Auf diese Art marginalisiert der Autor jeglichen Versuch etwas Ungewöhnliches entstehen zu lassen nur weil es ihm persönlich nicht gefällt. Für dogma und mich gehört diese Einstellung der Vergangenheit an.

    Daher habe ich auch keine besonderen Hoffnungen, dass wir uns über das Thema einig werden könnten. Dafür ist die Kluft zwischen dem, was was der Autor von einer Aufnahme mit britischer Musik erwartet und der Art zu musizieren, für die das dogma chamber orchestra steht, zu groß. Ehrlich gesagt haben wir als Orchester eine Situation in der sich ein fachkundiger Mensch dermaßen gegen etwas Neues, egal ob er es ganz versteht oder nicht, verschließt, noch nicht erlebt. Daher ist es mir ein besonderes Anliegen an dieser Stelle einen unbefangenen Zuhörer mit korrekten Informationen zu versorgen. Dafür habe ich mir gerne die Zeit genommen.

    Also abschließend eine Nachricht für alle die diesen Text gelesen haben: hören Sie sich die Aufnahme an und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Egal, wie Ihr Urteil ausfallen sollte – wir freuen uns immer auf eine unvoreingenommene und ehrliche Meinung!

    Mikhail Gurewitsch, 04.06.2016, 11:03 Uhr
    Registriert seit: 28.12.2004



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