> > > Weber, Carl Maria von: Konzert für Klarinette 1 & 2
Freitag, 24. März 2017

Weber, Carl Maria von - Konzert für Klarinette 1 & 2

Standardkost


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Paul Meyer und das Orchestre de Chambre de Lausanne machen mit Webers Klarinettenkonzerten alles richtig. Mehr aber auch nicht.

Aufnahmen der Klarinettenkonzerte von Weber gibt es einige. Für gewöhnlich werden alle zwei zusammen auf einer CD eingespielt. So auch im Fall dieser Super Audio CD mit dem Solisten Paul Meyer, der hier zugleich auch als Dirigent des Orchestre de Chambre de Lausanne fungiert (der Aufnahmeort ist leider nicht vermerkt, vermutlich ist es die Salle Métropole in Lausanne?). Als Dreingabe gibt es das vor den beiden Konzerten entstandene Concertino in Es-Dur op. 26, wobei sich die Stücke stilistisch ähneln, da sie bekanntlich alle innerhalb des Jahres 1811 entstanden sind. Die genauere biographische Verortung nimmt der Booklet-Text vor, der auch den Einfluss des Klarinettisten Baermann in Webers Münchner Zeit beschreibt.

Es fällt nicht ganz leicht, diese Einspielung zu beurteilen, da sie weder besonders hervorsticht noch sonderlich abfällt, weshalb man damit wenig falsch, aber auch wenig richtig macht. Musikalisch ist natürlich alles sauber und einwandfrei, Paul Meyer ist ein international erfahrener Solist, und das Orchestre de Chambre de Lausanne auch kein unbekannter Name. Der Orchesterklang geht eher in die Breite, ohne schwer zu sein. Den luftigen Farben in Meyers Spiel wird der begleitende Klangkörper dabei voll gerecht. Die Klangästhetik ist eine im besten Sinne altmodische, ohne in die historisch informierte Aufführungspraxis hineinzugehen. Meyers Vortrag ist auf luftige Weise mehr als kompetent. Der 1965 Geborene hat die Weber-Konzerte vor längerer Zeit schon einmal eingespielt, diese Einspielung ist also seine zweite. Meyers Ansatz klingt auf reife Weise sprechend, die virtuoseren Passagen werden spielerisch beiläufig sowie klar wiedergegeben. In den langsamen Sätzen entfaltet er die kantable Anlage beispielhaft.

Man kann diese Einspielung also genießen; das lässt sich aber über die meisten Interpretationen der Weber-Konzert sagen. Aus eben diesen Gründen kann man diese Einspielung auch nur denjenigen wirklich empfehlen, die die Klarinettenkonzerte noch nicht kennen. Alle anderen hören vermutlich mit einem Lächeln hin und wenden sich dann wieder ab, weil darüber hinaus wenig Neues auffällt. Vor 20 Jahren wäre das sicher noch anders gewesen, aber im Zeitalter immer noch zunehmender ‚Übersättigung‘ des Klassiktonträgermarktes gehen solche Einspielungen, die klangqualitativ und interpretatorisch im Grunde alles richtig machen, viel mehr aber auch nicht, trotzdem unter.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Weber, Carl Maria von: Konzert für Klarinette 1 & 2

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
EAN:

760623192260


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Weber, Carl Maria von


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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