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Sonntag, 21. April 2019

Beethoven, Ludwig van - Octet, Rondino & Quintet

Il Gardellino spielt Beethovens Kammermusik für Blasinstrumente


Label/Verlag: Passacaille
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auch wenn es sich bei dieser Aufnahme nicht um eine Rarität handelt, hat sie doch einen gewissen Seltenheitswert, sodass der geneigte Hörer sicher bereit ist, bei kleinen Schönheitsfehlern ein Auge zuzudrücken.

Das Ensemble Il Gardellino beschäftigt sich in einer 2016 erschienenen Einspielung für das niederländische Label Passacaille mit Ludwig van Beethovens immer noch recht selten aufgeführter bzw. aufgenommener Kammermusik für Blasinstrumente. Alle drei Werke entstanden in den 1790er Jahren und stehen in Es-Dur. Den Anfang macht das Oktett op. 103, gefolgt vom 'Rondino' (WoO 25) in gleicher Besetzung. Das Quintett op. 16 schließt die Aufnahme ab, hier wird das Ensemble vom Pianisten Arthur Schoonderwoerd unterstützt.

Das 1792 entstandene, in Wien noch einmal redigierte Oktett ist Beethovens Bonner Dienstherrn Kurfürst Maximilian gewidmet. Möglicherweise war das gleichzeitig komponierte 'Rondino' im Laufe des Schaffensprozesses zwischenzeitlich in das Oktett integriert und wurde letztendlich aber ausgelagert. Das Quintett op. 16 schuf Beethoven im Jahr 1796. Wolfgang Amadeus Mozarts Quintett KV 452 diente ihm hierbei als Vorbild. Auffällig ist die aus Zerlinas Arie 'Batti, batti, bel Masetto' (aus Mozarts Dramma giocoso 'Don Giovanni') übernommene Melodie im 'Andante cantabile'.

Das Ensemble Il Gardellino beeindruckt besonders durch die fein abgestimmte Dynamik, die sich einfühlsam dem Satzverlauf anpasst und den eingespielten Werken so eine besondere Ausdrucksstärke verleiht. Das Piano klingt zart und verhalten, dennoch zögern die Musiker nicht, im Forte richtig zuzupacken, wie bereits im ersten Satz 'Allegro' des Oktetts op. 103 deutlich wird. Das Zusammenspiel im Ensemble gelingt Il Gardellino hervorragend, auch die Tempi sind angemessen gewählt. Die Musiker gestalten alle drei Werke durchweg lebendig und überzeugend. Leider ist die Aufnahme nicht frei von Nebengeräuschen, die direkt zu Beginn der CD unschön auffallen.

Arthur Schoonderwoerd überzeugt durch sein virtuoses Spiel: ebenmäßig perlen die Läufe dahin, spielerisch wirken seine Verzierungen. Er integriert sich im Quintett op. 16 mit großem musikalischen Einfühlungsvermögen in den Ensembleklang.

Das dreisprachige Booklet (Englisch, Französisch, Deutsch) enthält biographische Hintergrundinformationen, in die Details über die Entstehung der eingespielten Werke eingebettet sind. Es sind leider keinerlei Angaben zu den Musikern enthalten, auf der Rückseite der CD sind lediglich die Namen vermerkt.


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    Beethoven, Ludwig van: Octet, Rondino & Quintet

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Passacaille
1
05.02.2016
EAN:

5425004140166


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Beethoven, Ludwig van


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Passacaille

Das belgische Label PASSACAILLE wurde 1995 gegründet und sollte von Anfang an eine Plattform für hochrangige belgische Künstler der historischen Aufführungspraxis sein. Das Barockorchester il Fondamento mit seinem Leiter Paul Dombrecht und der Hammerklavierspezialist Jan Vermeulen gehörten zu den ersten, die für das Label aufnahmen. Später erweiterte sich der Künstlerkreis um weitere prominente Namen wie Wieland Kuijken oder das Ensemble Octophorus. Bald erhielten die Aufnahme internationale Preise, was als zusätzlicher Anreiz gesehen wurde, sich im künstlerischen Bereich auch internationalen Künstlern und Ensembles zu öffnen. Ab 2000 begann die Zusammenarbeit mit Künstlern aus verschiedenen europäischen und transatlantischen Ländern. 2006 übernahm der belgische Traversflötist und Musikwissenschaftler Jan de Winne das Label und erweiterte den Künstlerkreis des Labels erneut um international renommierte Künstler wie zum Beispiel Graham O'Reillys Ensemble Européen William Byrd und Lorenzo Ghielmis Ensemble La Divina armonia, das hier erst kürzlich eine fulminante Aufnahme von Händels Orgelkonzerte Op.4 vorgelegt hat. Als weitere Neuzugänge seien noch der brasilianische Cembalist Nicolau de Figueiredo, der Cellist Sergei Istomin und der Fortepianist Alexei Lubimov zu nennen. Im Rahmen der Neuorganisation des Labels möchte Jan de Winne den bewährten ursprünglichen Schwerpunkt Alter Musik in historischer Aufführungspraxis beibehalten, aber auch nach und nach Musik späterer Epochen in das Programm integrieren.


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