> > > Telemann, Georg Philipp: 12 Fantasien für Violine solo
Mittwoch, 28. Juni 2017

Telemann, Georg Philipp - 12 Fantasien für Violine solo

Subtile Umsetzung


Label/Verlag: Challenge Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Geiger Luigi De Filippi nähert sich den Violinfantasien Georg Philipp Telemanns mit viel Geschick, bleibt dabei aber in einem recht engen dynamischen Rahmen.

Georg Philipp Telemanns zwölf Fantasien für Violine ohne Bass (TWV 40:14–25) gehören zum eisernen Kernbestand der barocken Literatur für unbegleitete Soloinstrumente und haben gerade in den letzten Jahren von interpretatorischer Seite her eine Aufwertung erfahren, was sich in einer sprunghaften Zunahme von Einspielungen unterschiedlicher Qualität gezeigt hat. Luigi De Filippis bei Challenge Classics erschienene, an den Erkenntnissen historisch informierten Musizierens orientierte Aufnahme zeichnet sich generell durch ein hohes Maß an Subtilität aus, was für die Erscheinungsweise der Musik sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. So wirkt die Tongebung des Geigers auch dort sehr dezent, wo er – wie im zweiten Satz der Fantasia Nr. 1 B-Dur – im Forte spielt, was der Wiedergabe der Stücke eine gewisse klangliche Intimität verleiht. Damit geht jedoch auch ein relativ enges dynamisches Spektrum einher, was den einzelnen Werken wieder einen Teil ihrer Wirkung nimmt und auf die Dauer die Tendenz zur Eintönigkeit unterstützt.

Immerhin weiß der Geiger diesem Problem durch einen überlegten Umgang mit der Akustik des Aufnahmeraums zu begegnen, indem er sie zur Unterstützung harmonischer Zusammenhänge einsetzt. Dies nutzt er einerseits in den langsamen Kopfsätzen der Fantasien, um mithilfe der Basslinien Resonanzen zu erzeugen, die ihm dann als Klanghintergrund für das übrige Geschehen dienen. Darüber hinaus setzt er den Raum jedoch auch dazu ein, um die kompositorisch oft nur angedeutete Polyphonie der fugierten Werkteile deutlicher herauszuarbeiten. Entsprechend der akustischen Verhältnisse legt De Filippi zudem viel Wert auf eine deutliche Artikulation. In den raschen Sätzen führt dies dazu, dass er die Notenwerte bisweilen scharf verkürzt, wodurch sie – gerade im Zusammenwirken mit der recht hoch gewählten Stimmtonhöhe von 425 Hz – im Ansatz etwas hart erscheinen können. Die hierbei entstehenden rhythmischen Impulse verleihen der Musik allerdings wiederum, beispielsweise in den 'Presto'-Sätzen der Fantasien Nr. 3 f-Moll und Nr. 6 e-Moll, eine gewisse Prägnanz und führen in den besten Momenten gar, so im abschließenden 'Allegro'-Gigues der Fantasien Nr. 9 h-Moll und Nr. 10 D-Dur, zu einem schwebenden Charakter.

An anderen Stellen wiederum nimmt die Musik aufgrund dieser Entscheidung einen etwas atemlosen Charakter an, was dadurch verstärkt wird, dass De Filippi die Schlüsse der Sätze ohne größere Ritardandi gestaltet und das Ende in einigen Fällen eine Spur zu überraschend und abrupt eintreten lässt. Dass der Geiger die Fantasien immer wieder auch verziert, gehört dagegen zu den Pluspunkten seiner Einspielung: Besonders gut gelingt ihm dies – dort verstärkt durch die Arbeit mit der Resonanz des Raums – durch Einfügung von Durchgängen und Ornamenten im dritten Satz ('Largo') aus der Fantasia Nr. 7 Es-Dur. Allerdings beschränkt er sich beim Verzieren nicht nur auf die langsamen Sätze, sondern verleiht auch, wie gleich das nachfolgende 'Presto' aus der Es-Dur-Fantasia belegt, so manchem raschen Werkteil dadurch überraschende Wendungen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Telemann, Georg Philipp: 12 Fantasien für Violine solo

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Challenge Classics
1
27.11.2015
EAN:

608917267921


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Telemann, Georg Philipp


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Challenge Classics

CHALLENGE RECORDS ist eine unabhängige Schallplattenfirma, die ihren Sitz in den Niederlanden hat. Sie setzt sich aus einer Gruppe von Musikenthusiasten zusammen, die mit großer Leidenschaft für den Jazz und die Klassische Musik internationale Produktionen kreieren.
Die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Ton Koopman, dem Combattimento Amsterdam, dem Altenberg Trio Wien, Musica Antiqua Köln u.v.a., gibt CHALLENGE CLASSICS ein eindeutiges Profil.
Neben den inhaltlichen Schwerpunkten im Bereich der Barockmusik und der Kammermusik, finden sich auch herausragende Aufnahmen im Liedgesang, in frühklassischer Sinfonik sowie Opern und Oratorien auf DVD-Video.


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