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Dienstag, 19. Juni 2018

Italia, Amore Mio! - Werke von Nava, Castelnuovo-Tedesco, Ianarelli, u.a.

Italiener auf Abwegen


Label/Verlag: Castigo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Duo Paradiso fächert ein Panorama italienischer Werke für Flöte und Gitarre auf. Die musikalische Gestaltung ist erstklassig. Dasselbe lässt sich von der editorischen Ausstattung nicht behaupten.

Auch einer CD nähert man sich zunächst über die Optik. Dabei wünscht man sich – leider oft vergebens –, dass das Cover in irgendeiner Form einen Bezug zum Inhalt der Platte haben möge. Das ist hier in bemerkenswerter Weise gelungen. Man sieht eine ‚antike‘ Steinplatte mit dem Titel ‚Italia, amore mio‘. Den Stein durchquert ein Riss. Ist die Liebe zu Italien eine zerbrochene? Zumindest scheint es eine ambivalente zu sein, wenn man sich die Komponisten der Aufnahmen ansieht: Es sind Italiener vom 18. Jahrhundert bis heute, die – bis auf einen – freiwillig oder unfreiwillig ihr Land verlassen haben.

Dazu gehört auch Mario Castelnuovo-Tedesco, mit dem das Programm auf der CD beginnt. Der Florentiner emigrierte 1939 in die USA, wo er 1968 starb. Noch in Italien hatte er den berühmten spanischen Gitarristen Andrés Segovia kennengelernt, der ihn zu zahlreichen Kompositionen für das Instrument inspirierte. Neben seiner Sonatina op. 105 für Flöte und Gitarre spielt der Gitarrist dieser Aufnahme noch eine Solo-Tarantella von Castelnuovo-Tedesco.

Die Flötistin Melanie Sabel und der Gitarrist Štěpán Matějka bilden seit 2002 das Duo Paradiso. Beide haben an der Musikhochschule in Rostock studiert. Für die vorliegenden Aufnahmen kehrten sie dorthin zurück. Sie wussten wohl, warum: Kammermusiksaal und Tonmeister lassen hier ein sehr ausgeglichenes Zusammenspiel entstehen, bei dem ohne jedes künstliche Zutun wie Hall oder dergleichen die Gitarre völlig gleichberechtigt neben der Flöte zu hören ist und nicht etwa im Hintergrund als Begleitinstrument versteckt wird. Und so lassen sich auch die Vorteile eines erfahrenen Duos erkennen: Beide Musiker sind perfekt aufeinander eingestimmt, jede kleinste dynamische Nuance oder agogische Freiheit wird vom Partner sofort mitvollzogen.

Das zeigt sich auch beim 'Gran Duo' von Mauro Giuliani und bei der 'Serenata' von Antonio Nava sehr deutlich (Giuliani lebte lange in Wien, bevor er wieder nach Italien zurückkehrte, während Antonio Nava auf dieser CD der Italiener ist, der seine Heimatstadt Mailand praktisch nie verließ). Diese beiden Vertreter des 18. (und frühen 19.) Jahrhunderts werden hier stilsicher zwischen empfindsamem Salon und unterschwelligem musikalischem Witz hin und her bewegt.

Die beiden zeitgenössischen Komponisten, die hier präsentiert werden, sind Simone Ianarelli, ein italienischer Gitarrist, der inzwischen in Mexiko lebt und unterrichtet, und – als nichtitalienische Zugabe – der Amerikaner Benjamin Verdery. Hier zeigt sich, dass das Duo Sabel/ Matějka sich nicht nur mit gemäßigtem Temperament zufrieden gibt, sondern auch kraftvoll zupacken kann. Nur eines ist bei dieser Produktion bedauernd anzumerken: Man hätte sich mehr Informationen über die hier eingespielten Werke und ihre Komponisten gewünscht.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Italia, Amore Mio!: Werke von Nava, Castelnuovo-Tedesco, Ianarelli, u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Castigo
1
13.11.2015
EAN:

4039767000301


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Castigo

Das Klassiklabel CASTIGO wurde 1996 von Carsten Storm mit dem Ziel gegründet, jungen, aufstrebenden Künstlern und interessanten Programmen gleichermaßen eine individuelle musikalische Heimat und entsprechende Marktchancen, u.a. durch internationalen Vertrieb und Vermarktung zu geben. Der bei Georg Friedrich Schenck und Christian de Bruyn ausgebildete Pianist und Diplom-Toningenieur hat sich damit nach aktiver Kammermusik- und Liedbegleiterlaufbahn einen geschäftlichen Traum erfüllt. Die Tonqualität wurde bisher von den Tonmeistern Prof. Oliver Curdt, Angela Öztanil, Georg Bongartz, Christel Franz-Hennessy so wie Carsten Storm selbst bestimmt. CASTIGO überläßt seinen Kunden die grafische Gestaltung der CDs, so daß inzwischen eine bunte repräsentable Vielfalt entstanden ist.


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