> > > Bartok, Bela und Ligeti, György: Sonaten und Orchesterwerke
Mittwoch, 29. Januar 2020

Bartok, Bela und Ligeti, György - Sonaten und Orchesterwerke

Singende Sphinx


Label/Verlag: Alpha Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auf dieser gelungenen Produktion präsentiert das Ensemble intercontemporain mit kompetenten Solisten Werke von Bartók und Ligeti.

Diese klug programmierte und klangschöne Doppel-CD aus dem Hause Alpha ist eine französisch-ungarische Angelegenheit: Das Ensemble intercontemporain und seine Musiker kombinieren Werke von Béla Bartók und György Ligeti. Auf dem ersten Tonträger liegt das Gewicht auf Bartóks 'Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug' (1937). Die vier Musiker gestalten das einflussreiche Werke vital und präzise. Wie unter seinen Zeitgenossen sonst wohl nur Ravel, war Bartók ein Meister der rätselvollen Introspektion im langsamen Satz – hier artikuliert sich eine fremd-vertraute Klangsprache, die Sphinx stimmt ihren Gesang an.

Die zweite CD versammelt drei Konzerte Ligetis. Das Konzert für Violoncello und Orchester stammt aus seiner Phase der ‚statischen‘, Cluster-geprägten Musik. Cellist Pierre Strauch und das Ensemble intercontemporain unter der Leitung von Matthias Pintscher verdeutlichen im ersten Satz (dessen Dauer das Booklet falsch angibt), wie viel Bewegung in dieser scheinbaren Statik steckt; besonders beeindruckt die räumliche Dimension, die Strauch dem Crescendo verleiht.

Das Klavierkonzert entstand in den Achtzigerjahren und ist inspiriert von Bartók und afrikanischer Polyrhythmik. Die Musiker bieten die geradezu nervenaufreibende Polyphonie der Schichten und Rhythmen im ersten Satz ungemein plastisch dar. Hideki Nagano ist dem abenteuerlichen Klavierpart rundum gewachsen. Jeanne-Marie Conquer drückt dem rhythmisch ebenfalls hochkomplexen Violinkonzert mit ihrem technisch vollendeten und ausdrucksstarken Violinspiel ihren Stempel auf. Die Musiker formulieren die Rätsel dieser Musik in größtmöglicher Klarheit. Neben einem guten Einführungstext bietet das Booklet kurze Interviews mit den Solisten. Bedeutende Werke des vergangenen Jahrhunderts in kompetenten Händen – eine gelungene Produktion.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bartok, Bela und Ligeti, György: Sonaten und Orchesterwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Alpha Classics
2
06.11.2015
Medium:
EAN:
CD
3760014192173

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Alpha Classics

"Haute-Couture-Label", "Orchidee im Brachland der Klassikbranche" oder schlicht "Wunder", das sind die Titel mit denen das französische Label ALPHA von der Fachpresse hierzulande bedacht wird. In der Tat ist die Erfolgsgeschichte des Labels ein kleines Wunder. Honoriert wurde hiermit die Pionierlust und Entdeckerfreude des Gründers Jean-Paul Combet und die außerordentliche Qualität seiner Künstler und Ensembles (z.B. Vincent Dumestre, Marco Beasley, Christina Pluhar u.v.a.), aber auch die auffallend schöne, geschmackvolle Präsentation der Serie "ut pictura musica" mit ihren inzwischen mehr als 200 Titeln. Das schwarze Front-Layout und die Grundierung mit venezianischem Papier im Innern sind mittlerweile genauso zum Markenzeichen geworden wie die ausgesprochen stimmungsvollen Fotografien der Aufnahmesitzungen durch den Fotografen Robin Davies. Das Programm umfasst die Zeitspanne von der mittelalterlichen Notre Dame-Schule bis hin zur klassischen Moderne, doch ist nach wie vor ein deutlicher Schwerpunkt auf Alte Musik zu erkennen. Innerhalb des Labels möchte die zweite, auch "Weiße Reihe" genannte, Serie "Les Chants de la terre" die ältesten Quellen musikalischen Ausdrucks erkunden. Mit Virtuosität und Spielfreude widmet man sich hier dem Beziehungsfeld von schriftlich überlieferten und mündlich weitergegebenen Musiktraditionen, um alte Melodien zu neuem Leben zu erwecken. Trotz akribischer musikwissenschaftlicher Recherche geht es hier nicht um eindimensionale, akademisch trockene Werktreue, sondern um lebendigen Umgang mit altem Material.


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