> > > Huber, Hans: Werke für Violine, Violoncello und Klavier
Montag, 22. Oktober 2018

Huber, Hans - Werke für Violine, Violoncello und Klavier

Fort von der CD


Label/Verlag: bmn
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Einspielung zweier Klaviertrios von Hans Huber harmoniert auf der CD mit Violinstücken weniger als auf der Blu-ray.

Dies ist nicht die erste Hans-Huber-CD von Cellist Thomas Demenga und Pianist Jan Schultsz: 2014 erschienen die Cellosonaten Nr. 1 und 4, und 2015 hat Schultsz mit dem Basler Streichquartett die Klavierquintette Nr. 1 und 2 vorgelegt. 2016 folgten nun die Klaviertrios Nr. 2 und 3 opp. 65 und 105, dazu die 'Fantasiestücke' op. 78 sowie (auf der Blu-ray) die 'Drei Melodien' op. 49 für Violine und Klavier. Um es vorwegzunehmen: Die CD ist von der Aufnahmequalität der Blu-ray um ein Deutliches unterlegen, für ‚reine‘ CD-Hörer ist sie kaum geeignet. Wo auf der CD der Klang vergröbert wirkt, hat er auf der Blu-ray Rundung und Wärme, wirken die Interpretationen in sich deutlich runder und auch – trotz unterschiedlicher Aufnahmeorte – miteinander besser harmonierend.

Chouchane Siranossian (Violine), Demenga und Schultsz verstehen Huber als einen emotionalen Komponisten, doch relativieren die beiden Streicher durch ihr Zusammenspiel zumeist die gelegentlich etwas zu manierierte Komponente, den Eindruck, als sei die Musik mit Parfüm übergossen. Gelegentlich ist Schultsz‘ Forte zu grob, verliert die Interpretation an Eleganz und Rundung, und die Aufnahmetechnik im Hans Huber-Saal in Basel verzeiht da nichts. Der Bechstein-Flügel von 1914, der Schultsz im Landgasthof Riehen bei den Violinstücken zur Verfügung steht, kommt Schultsz da entgegen: Er hat einen etwas stärkeren Nachhall, was der Interpretation prinzipiell mehr Wärme verleiht und pianistische Härten kaum zulässt. So bedauert man, dass nicht alles mit dem alten Flügel eingespielt wurde. Und freut sich über die Blu-ray-Qualität.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Huber, Hans: Werke für Violine, Violoncello und Klavier

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Aufnahmejahr:
bmn
2
04.11.2015
2015
EAN:
BestellNr.:
7629999018983
bmn20156

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Die Blu-ray Audio Disc ist technisch gesehen eine ganz normale Blu-ray Disc und lässt sich auf jedem Blu-ray-Player abspielen im Gegensatz zur SACD. Allerdings enthält sie keinen Videoinhalt. Die hohe Speicherkapazität wird für hoch auflösende Audiodaten (Stereo PCM 24 bit/96 kHz) genutzt. Bedient wird sie wie eine herkömmliche CD.

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Visualisierung von Klang – ein immer grösseres Thema zu Zeiten der medialen Sintflut. Allerdings: sucht man das Mass und versteht sich strikt zur Entfernung von Extremen, gibt zu denken, dass wir den Begriff der Synaesthesie schon lange kennen; denn um diesen geht es: um die Vermittlung der verschiedenen Wahrnehmungsmöglichkeiten des Menschen und zwar zu je idealem Anteil – Hegel würde sagen: das „Umschlagen“ des einen ins andere. Von diesem Umschlag geht die praktische Überlegung der Visualisierung von Musik aus; und die richtet sich konsequent gegen die von den Medien heute normierte Art der visuellen Umsetzung von Musik, sprich: klassischer Musik. Denn sie ist empfindlich, zieht sich zurück, wenn man ihr und ihrer Botschaft optisch wehtut. Der Musik-Zuschauer wird von der Musik interpretenzentrisch durch die Art der Visualisierung getrennt und weiss kaum mehr, worum sich die bildlich vorgeführten Akteure bemüht hatten. In sanfteren Fällen wird die Musik bestenfalls zerstreut.

Musik, solche mit Botschaft, braucht Sammlung. Sie teilt sich, zumal die herausfordernde Klassik aus dem Geiste eines Beethoven und seiner Folgen, ohne Sammlung sich nicht mehr mitteilt, vielmehr zerstreut geradezu als Fälschung beim Zuschauer ankommt, dem das reine Hören gleichsam visuell verboten wird. Dem entgegenzuwirken, gab es zu wenige probate Ansätze. Einer ist derjenige, den der Regisseur Jan Schmidt-Garre experimentell mit Beethovens späten Quartetten entwickelt hat: die reale Konzertsituation wird radikal als Ausgangspunkt für eine einzige, konsequente Einstellung genommen, die bildlich - auch durch konzentrierte Ausleuchtung - dergestalt focussiert, dass ein Hör-Bild entsteht, das nur eben das sehen lässt, was man im Konzert wirklich "sieht" oder sehen kann, sozusagen ein ideales Sehen im Hörvorgang zeigt, ideal im Sinne des musikalischen Anspruchs. Hier ist dem Rezipienten zumindest die Möglichkeit gegeben, die Musik im Prozess ihres Gemachtwerdens mit Ohr und Auge in hoher Konzentration wahrzunehmen, ohne die Augen schliessen zu müssen...

Daraus entsteht so etwas wie eine optische "Ästhetik" der Musik im Moment des Vollzugs, im sogenannten Hier und Jetzt. Das Wesen der Musik, ihr Ereignis im "idealen Jetzt", wird dabei zum Mass der Dinge.


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