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Sonntag, 23. September 2018

Fagott! - Transkriptionen und Originalwerke für Fagott und Orchester

Fagott zwischen Biedermeier und Jazz


Label/Verlag: Coviello Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


So lang das Fagott ist, so weitgespannt ist das Repertoire, das sich auf dieser CD versammelt. Auch Musik für andere Instrumente wird passend gemacht wird, und diese Bearbeitungen passen tatsächlich unglaublich gut.

Diese CD ist unter drei Aspekten interessant: Da ist zum einen die Virtuosität des Fagottisten Hanno Dönneweg. Dann folgt das hier vorgestellte, doch eher ungewöhnliche Repertoire und nicht zuletzt die Qualität der Bearbeitungen. Nur ein Werk auf dieser CD ist original für Fagott geschrieben, nämlich die Sonate von Paul Hindemith – und selbst da wird bearbeitet und das Klavier durch ein Kammerorchester ersetzt. Die einzige Bearbeitung, die noch vom Komponisten selbst vorgenommen wurde, ist 'Andante und Rondo ungarese' von Carl Maria von Weber, ursprünglich von Weber für Viola geschrieben, dann aber für Fagott umgeschrieben.

Webers Komposition und die ‚Arpeggione-Sonate‘ von Schubert sind gefällige Werke, bei denen der Interpret alle Möglichkeiten hat, sein Können unter Beweis zu stellen – von weitgespannten Melodiebögen bis hin zu technischen Kunststücken in atemberaubendem Tempo. Bei Weber übernimmt das Orchester die reine Begleitfunktion – dann und wann mit einigen eigenständigen Passagen durchsetzt, gedacht als Ein- oder Überleitung oder ‚Verschnaufpause‘ für den Solisten.

Die Orchesterbegleitung der ‚Arpeggione-Sonate‘ will aber noch etwas mehr: Hier werden einzelne selbständige Linien hervorgeholt und der Zusammenklang mit dem Fagott so gemischt, dass man immer wieder aufmerksam wird auf Momente, die man in der ursprünglichen Fassung mit Klavier so noch nicht gehört hat. Das ist eine Meisterleistung des Bearbeiters Andreas Tarkmann. Der Name bürgt von vornherein für Qualität. Was der gelernte Oboist und Musikwissenschaftler bisher an Arrangements für renommierte Musiker und Orchester verfasst hat, hat ihm schon längst ein weltweites Renommee eingetragen.

So setzt sich das Hörvergnügen auch bei den Fagottstücken von Hindemith fort, etwa mit geheimnisvollen Harfenklängen, Blasmusik für den Marsch und Streicherteppichen, die unversehens zur Rhythmusgruppe werden können. Letzteres wird dann noch intensiver angewandt bei der 'Hot-Sonate' von Schulhoff, 1930 mit Saxophon uraufgeführt. Hier erklingt ein veritabler Bigband-Sound, mit gedämpften Trompeten-Einwürfen, dezentem Schlagzeug und Klarinetten im Stil des Swing.

Das Fagott kann hier den Klang des Saxophons nicht ganz ersetzen, kommt dem aber besonders im dritten Satz erstaunlich nahe, wenn die Töne mit Glissandi so virtuos angegangen werden, dass der Hörer sofort an Gershwin erinnert wird.

Hanno Dönneweg stehen auf seinem Instrument alle Möglichkeiten virtuos zur Verfügung. Sein Ton klingt nie angestrengt. Alles erscheint leicht, ja mit einer gewissen Eleganz. Nie sticht etwas heraus oder wirkt befremdend. Die Kompositionen auf dieser CD sind perfekt auf Dönnewegs warmen, runden Ton abgestimmt. Das Orchester – mit dem Dönneweg im normalen Alltag ja als Solist tätig ist – begleitet routiniert und sicher, beim ungewohnten Swing eher etwas vorsichtig.

Herauszuheben ist das informative Begleitheft der CD mit ausführlichen Überlegungen des Arrangeurs Andreas Tarkmann zu seiner Herangehensweise an die einzelnen Werke aus so unterschiedlichen Epochen.



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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Fagott!: Transkriptionen und Originalwerke für Fagott und Orchester

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Coviello Classics
1
06.11.2015
EAN:

4039956915171


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Hindemith, Paul
 - Sonate für Fagott und Kammerorchester (arr. Andreas N. Tarkmann) - Leicht bewegt
 - Sonate für Fagott und Kammerorchester (arr. Andreas N. Tarkmann) - Langsam - Marsch - Pastorale
 - A frog he went a-courting: Variationen über ein altenglisches Kinderlied -
Schubert, Franz
 - Konzert für Fagott und Streicher nach der Arpeggione-Sonate D 821 - Allegro moderato
 - Konzert für Fagott und Streicher nach der Arpeggione-Sonate D 821 - Adagio
 - Konzert für Fagott und Streicher nach der Arpeggione-Sonate D 821 - Allegretto
Schulhoff, Erwin
 - Hot-Sonate für Fagott und Orchester (arr. Andreas N. Tarkmann) - Viertel = 66
 - Hot-Sonate für Fagott und Orchester (arr. Andreas N. Tarkmann) - Viertel = 112
 - Hot-Sonate für Fagott und Orchester (arr. Andreas N. Tarkmann) - Lamentuoso ma molto grotesco
 - Hot-Sonate für Fagott und Orchester (arr. Andreas N. Tarkmann) - Halbe = 132
Weber, Carl Maria von
 - Andante e Rondo ungarese für Fagott und Orchester op. 35 - Andante
 - Andante e Rondo ungarese für Fagott und Orchester op. 35 - Allegretto ungarese


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Dirigent(en):Bühl, Gregor
Orchester/Ensemble:Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Interpret(en):Dönneweg, Hanno


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Coviello Classics

Für Coviello Classics steht bei einer Musikproduktion immer das besondere Hörerlebnis im Vordergrund ? alle technischen und organisatorischen Entscheidungen müssen sich diesem ästhetisch definierten Ziel unterordnen. Wesentliche Entscheidungen treffen bei coviello classics nicht gewinnorientierte Manager, sondern kreative Musik-Gestalter: zum einen die Gründer, Geschäftsführer und prägenden Köpfe Olaf Mielke und Moritz Bergfeld, die als Diplom-Tonmeister und Aufnahmeleiter den coviello classics-Produktionen ihr ?klangliches Gesicht? geben, zum anderen die Interpreten, die für coviello classics immer die wichtigsten Partner sind. Ihre künstlerische Aussage ist das zentrale Kriterium für die Qualität einer Aufnahme; sie sind in alle ästhetischen Fragen einer Veröffentlichung einbezogen.

Hoher Repertoirewert

Grundvoraussetzung für unsere Neuproduktionen sind die besonderen Anforderungen an Künstler und Repertoire. Um dem Klassikmarkt neue Impulse zu geben, produziert coviello classics bislang wenig beachtetes Repertoire, oftmals in Weltersteinspielungen, und sorgt damit immer wieder für überraschende Entdeckungen. Bekanntere Werke erscheinen durch ungewöhnliche Interpretationen in neuem Licht ? hier gibt es keine ideologischen Grenzen oder vermeintlichen Authentizitäts-Anspruch; lebendige Musikkultur zeigt oft das vertraute in ganz anderem klanglichem Gewand. Ein besonderer Schwerpunkt ist die seit einigen Jahren etablierte Reihe coviello contemporary, in der sich die Nähe zum weltbekannten Darmstädter Institut für neue Musik in ganz aktuellen Kompositionen bemerkbar macht.

Technische und ästhetische Kompetenz

coviello classics ist das Label, unter dem die Aufnahmen der Produktionsfirma MBM vertrieben werden ? ob als CD, DVD oder SACD. Durch einen ganz speziell für die Anforderungen hochwertigster Musikproduktionen konzipierten Übertragungswagen sind die Voraussetzungen für die Aufnahmequalität bei MBM optimal. coviello classics bietet darüber hinaus in jedem Bereich und in jeder Phase der Realisierung einer Musikproduktion ? bis hin zu grafischer Gestaltung und Textredaktion bei den begleitenden Druckmedien ? sowohl Logistik und hochwertiges Gerät wie auch technisches und ästhetisches Know-how.

Grafiken, Texte und weltweite Wege

Zu einer Musikveröffentlichung gehört nicht nur der gespeicherte Ton ? da gibt es noch einiges mehr zu gestalten. Das Cover einer CD, DVD oder SACD muss nicht nur grafisch ansprechend gestaltet sein, sondern auch einen sinnvollen Zusammenhang mit dem musikalischen Inhalt herstellen. Das begleitende Booklet soll umfassend über Werke, Künstler und Aufführungspraxis informieren; die Texte müssen wissenschaftlicher Prüfung standhalten, aber trotzdem allgemein verständlich und auch noch unterhaltsam sein ? schwierige Herausforderungen auch über die Musik hinaus, für die coviello classics mit erfahrenen Grafikern und Textautoren zusammenarbeitet. Schließlich muss das fertige Produkt an möglichst vielen Orten der Welt erhältlich sein. Dafür haben wir in vielen Ländern in Europa, Asien und Nordamerika Partner vor Ort, die ihren Markt genau kennen. Sie werden laufend mit Neuheiten, Informationsmaterial und Rezensionen aus der Presse versorgt ? auch wenn die Produktion eigentlich fertig ist, macht sie uns noch viel Arbeit.


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