> > > Schostakowitsch, Dmitri: Kammersymphonien, op. 73a & op. 83a
Freitag, 3. Juli 2020

Schostakowitsch, Dmitri - Kammersymphonien, op. 73a & op. 83a

Freiheit, Lust und Kontrolle


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Selten wird verständiger und virtuoser musiziert.

‚Das Essential Music-Projekt möchte verschiedene Komponisten im Kontext der Volksmusik präsentieren, von der sie geprägt worden sind, und mögliche Verbindungen, Resonanzen und Einflüsse zwischen diesen beiden musikalischen Universen erkunden.‘ So John Vasallo, der als ‚Mitbegründer des Essential Music-Projekts‘ vorgestellt wird. ‚Dieses Mal haben wir uns auf Dmitri Schostakowitsch konzentriert. Wir stellen seine Kammersinfonien vor, op. 73a und op. 83a, und zwar vor dem Hintergrund traditioneller Volksmusik aus Osteuropa.‘

Es handelt sich – ein wenig überraschend – um rumänische Volkstänze und eine ‚Suite rumänischer Melodien‘. Es wurde ein russischer ‚Klezmer-Tanz‘ beigegeben. Die Arrangements für Orchester hat Vasile Nedea besorgt. (Die Kammersinfonien wurden von Rudolf Barschai adaptiert.)

Es musiziert the re:orchestra – ‚eine junge und leidenschaftliche Formation mit einer einzigartigen Energie‘. Dieser Satz ist lächerlich und wahr: Jede Phrase wird mit Leben erfüllt – ohne Verkrampfung und hektische Überspanntheit. Sogar der ‚Klezmer-Tanz‘ kommt ohne Schmieren, Überzeichnung und Chargieren aus. Man agiert verhalten. Trotzdem darf geschmunzelt werden.

Man respektiert einander, keine Stimme drängt sich vor. Die Bedeutungsperspektive bleibt gewahrt. Dynamische Extreme werden ausgekostet, ohne das epische Mezzoforte zu zerrütten. Die Solisten gefallen mit sicherer Intonation und munterer Genauigkeit der Phrasierung.

Roberto Beltrán-Zavala bewährt sich als unfehlbarer Kapellmeister. Man höre den rumänischen Tanz: Es ist kein Leichtes, das Stimmengewirr im raschen Tempo zu ordnen, alle Musiker sicher zu führen und den Eindruck rhythmischer Spontaneität zu erzeugen. Das Tanzbein wird geschwungen, so frei wie kontrolliert. Die Tempi bringen sich selbst zum Verschwinden, indem sie – im Verhältnis zur Faktur – stets ‚richtig’ klingen.

Was die Kammersinfonien anbelangt – man braucht nicht zu grübeln, welcher Duktus Schostakowitsch angemessen, wie schmerzliche und sentimentale Töne abzumischen seien. Wer musiziert wie re:orchestra ist im Recht.

Die erstklassige Tonqualität fällt angenehm auf. Erdo Groot erzeugt im Studio des niederländischen Rundfunks ein farbsattes Klangbild. Der Live-Eindruck mit ausgreifender Räumlichkeit wird kunstvoll imitiert. Die Vorzüge der Studioproduktion kommen ebenso zur Geltung. Das Gleichgewicht der Stimmen ist gewahrt. Welche hohe Bedeutung BIS dem Klangdesign beimisst, ist aus dem Beiheft ersichtlich. Die technische Ausstattung wird sorgfältig erläutert, bis in die Steckdosen hinein.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schostakowitsch, Dmitri: Kammersymphonien, op. 73a & op. 83a

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
21.10.2015
Medium:
EAN:

SACD
7318599922270


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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