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Samstag, 15. Juni 2019

Linike, Johann Georg - Mortorium

In der zweiten Reihe


Label/Verlag: Musicaphon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Johann Georg Linike hat in dem Ensemble Concert Royal Köln engagierte Anwälte, die vor allem mit erlesener Legatokultur glänzen. Zudem ist die Aufnahme klangtechnisch exzellent geraten.

Es gibt Menschen, ohne die geht es einfach nicht. Meist bleiben die Namen dieser Persönlichkeiten der größeren Öffentlichkeit unbekannt, bleibt der ihnen gebührende Ruhm aus – einfach weil sie sich selbst nicht so wichtig nahmen und mehr in den Dienst anderer stellten. Johann Georg Linike (ca. 1680–1762) war ein solcher Musiker, der mit Reinhard Kaiser, Georg Friedrich Händel oder Johann Sebastian Bach zusammenarbeitete und als Geiger zeitlebens einen sehr guten Ruf hatte. Zahlreiche renommierte Posten bezeugen seine Bedeutung, die – wie so häufig – neben den Stars der Szene arg in den Hintergrund geraten ist.

Anlass genug für das 1987 gegründete Concert Royal Köln, ihm eine SACD mit nicht weniger als acht Concerti und Sonaten für verschiedene Soloinstrumente zu widmen. Die Werke gerieren sich als inspirierte, musikalisch gut gemachte Barockmusik, die Händel teilweise näher stehen als etwa Telemann oder Bach (Linike spielte auch in Händels Opernorchester). Das Concerto F-Dur für Violine, zwei Oboen, Streicher und B.c. ist ein Concerto grosso im besten Sinne, während das Concerto B-Dur für Oboe, Streicher und B.c. teilweise der barocken Sonate näher steht. Sonaten für Oboe und Fagott, für Traversflöte und Oboe, für zwei Oboen, für Violine und Oboe, für Trompete, Oboe, Flöte und Violine sowie für Oboe allein und B.c. komplettieren das Programm, allesamt Preziosen, die die Qualität von Linikes kompositorischer Tätigkeit bestätigen.

Das Concert Royal Köln unter seiner Leiterin, der Oboistin Karla Schröter, trägt die Werke sorgfältig phrasiert und artikuliert vor, verzichtet gleichzeitig auf äußerliche Effekte. Bewunderungswürdig ist die Legatokultur der Musiker – nur in dem einen oder anderen Fall hätte man den Musikern vielleicht etwas mehr Impetus gewünscht. Das Booklet lässt nahezu keine Wünsche offen. Nur eine Abbildung des Komponisten, der aber vermutlich (da er eben nicht den Luxus von Prunkausgaben zu Lebzeiten genießen konnte) nie porträtiert wurde, fehlt dem interessierten Leser. Dafür ist die Aufnahmetechnik weit jenseits aller Erwartungen – nicht nur wegen der SACD-Aufnahmequalität, sondern auch weil die Produktion zwei Silberscheiben zum Preis von einer bietet – eine Stereo-SACD mit entsprechenden Klangvarianten und eine binaurale 3D-SACD mit optimierter Kopfhörerwiedergabe. Dass dies fast nicht nötig wäre, ist an der einfachen Stereo-CD-Fassung ablesbar – entsprechend großer Luxus gedeiht hier dem gänzlich zu Unrecht Vergessenen an. Recht so!



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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Linike, Johann Georg: Mortorium

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Musicaphon
1
07.10.2015
EAN:

4012476569727


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Musicaphon

Ende der 50er Jahre gründete Karl Merseburger, Inhaber des Tonkunstverlages in Darmstadt, das Label CANTATE. Etwa zur gleichen Zeit rief Karl Vötterle (Bärenreiter-Verlag) in Kassel MUSICAPHON ins Leben. In beiden Fällen sollte vorrangig das jeweilige Verlagsprogramm auf Tonträgern dokumentiert werden. Nachdem Merseburger den Tonkunstverlag 1963 aufgeben mußte, übernahm Bärenreiter das Label CANTATE und führte beide gemeinsam unter dem Dach der 1965 gegründeten Vertriebsfirma "Vereinigte Schallplattenvertriebsgesellschaft Disco-Center" fort. Auf beiden Labels erschienen in den 60er und 70er Jahren bedeutende Aufnahmen. Besondere Schwerpunkte setzte Wilhelm Ehmann, Leiter der Westfälischen Kantorei in Herford, mit seinen historischer Aufführungspraxis verpflichteten Interpretationen der Werke von Heinrich Schütz. Bach-Kantaten wurden von Helmuth Rilling mit der Gächinger Kantorei und dem Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart eingespielt. MUSICAPHON gewann daneben Profil mit der Veröffentlichung musikethnologischer Aufnahmen, herausgegeben von der UNESCO (Musik des Orients und Musik Afrikas) bzw. vom musikwissenschaftlichen Institut der Universität Basel (Musik Ozeaniens und Musik Südostasiens). 1994 erwarb der Musikwissenschaftler Dr. Rainer Kahleyss (Kassel) die Label, 1996 auch die Vertriebsfirma von Bärenreiter, die jetzt als "Klassik Center Kassel" firmiert. Seitdem werden auf CANTATE geistliche Musik, auf MUSICAPHON weltliche Musik vom Frühbarock bis zur Gegenwart veröffentlicht. Auch für die Rezeptionsgeschichte bedeutsame Aufnahmen der Altkataloge werden sukzessive auf CD umgestellt.


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