> > > Schubert, Franz: Die schöne Müllerin
Samstag, 7. Dezember 2019

Schubert, Franz - Die schöne Müllerin

Ei willkommen, süßer Mühlengesang


Label/Verlag: Spektral
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Gitarrenduo Asendorf/Hladek präsentiert gemeinsam mit Tenor Georg Poplutz Schuberts 'Schöne Müllerin'.

Das Arrangement von Schuberts Liedbegleitungen für Gitarre hat eine lange Tradition, die unter anderem durch den emsigen Verleger und Komponisten Anton Diabelli begründet wurde (im Lied Nr. 7 vorliegender Aufnahme greift das Gitarrenduo auf seine Version zurück). Nicht zuletzt Schuberts eigenes Interesse an diesem Instrument und seiner Familie (man denke an die Arpeggione) und die Heranziehung des Instruments als "Freiluft-Pianoforte", wie es ein neben Schubert positionierter Musiker vor Schloss Atzenbrugg auf einem Porträt aus dem Jahre 1823 spielt, legitimieren die hier vorgelegt Bearbeitung historisch. Zudem versuchte Schubert in der 'Schönen Müllerin', in zahlreichen Begleitfiguren das klangliche Idiom der Gitarre nachzuahmen (z.B. in den Liedern 'Pause' und 'Mit dem grünen Lautenbande').

Antje Asendorf begleitet auf einer originalen Simon-Gitarre aus dem Jahre 1832, Stefan Hladek auf einem Nachbau einer Quintbassgitarre. Wie im informativen Booklet zu lesen ist, ermöglicht der Umfang der beiden Instrumente den Musikern, den originalen Klavierpart auf dieser bei Spektral erschienenen Aufnahme praktisch unverändert umzusetzen. Tatsächlich erinnert der nuancierte Klang der Gitarren mitunter an die Farbe der Hammerflügel der Schubertzeit, ist jedoch immer plastisch und kann zuweilen auch perkussiv-zugreifend daherkommen ('Am Feierabend'). Asendorf und Hladek überzeugen durch sparsam eingesetzte, fein aufeinander abgestimmte Agogik. Zudem weichen sonst oft abgedroschen klingende Schematismen einer wunderbaren lyrischen Untermalung, wie z. B. in den beiden letzten Liedern 'Der Müller und der Bach' und 'Des Baches Wiegenlied'.

Ähnlich gelungen wie der Dialog zwischen Müller und Bach sowie zwischen den beiden Gitarristen ist jener zwischen Begleitern und Sänger: Georg Poplutz kommuniziert ununterbrochen, singt stets am Sprachduktus orientiert, aber nie überinterpretierend. Er verfügt über eine helle, gut fokussierte und flexible Stimme und weiß die Lieder durch gekonnt eingeflochtene Verzierungen zu bereichern. Der mustergültig phrasierende Tenor kann es bei diesem Zyklus durchaus mit arrivierten Fachkollegen aufnehmen. Ein höchst erfreuliches Album, das jedem Kenner der 'Müllerin' - zumal als Alternative - unbedingt ans Herz gelegt sei.

Kurzkritik von Felix Mischitz,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schubert, Franz: Die schöne Müllerin

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spektral
1
05.09.2014
Medium:
EAN:

CD
4260130381295


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Spektral

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Die Begeisterung, hervorragende Musik in ihrer großen Vielfalt und Bandbreite einem interessierten Publikum zugänglich zu machen, ist das zentrale Anliegen, dem sich SPEKTRAL mit allen Sinnen und Liebe zum Detail verschrieben hat. Die Qualität der Künstler und ihrer Musik sind dabei oberstes Gebot. Damit wurde das Label innerhalb kürzester Zeit zu einer begehrten Adresse bei Musikern aus ganz Europa und Musikhörern in der ganzen Welt. Junge Künstlerpersönlichkeiten präsentieren sich ebenso mit ihren außergewöhnlichen CD-Produktionen wie renommierte Interpreten von internationalem Rang. So entstanden z.B. bereits Alben mit dem Bariton Franz Grundheber, dem Flötisten Jürgen Franz, Wolfgang Seifen (Orgel), dem ensemble cantissimo, dem Deutschen Saxophon Ensemble, oder dem Barockorchester L'Arpa Festante. Die Musik des 20. und des 21. Jahrhunderts bildet einen weiteren Schwerpunkt beispielsweise in der Reihe GRENZENLOS mit Kompositionen interkultureller Musikprojekte.

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