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Freitag, 22. Februar 2019

Homilius, Gottfried August - Geistliche Motetten

Ohne Kreuz


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Musikalisch hochkarätige, vielleicht ein wenig zu säkular klingende Kirchenmusik aus Dresden als Wiederveröffentlichung.

1983 spielte die Rheinische Kantorei unter Hermann Max ein Dutzend Motetten des Dresdner Kreuzkantors Gottfried August Homilius (1714–1785) ein, mithin in einer Zeit, als der Bach-Zeitgenosse noch nicht so stark der Vergessenheit entrissen war wie heute. Die aus heutiger Sicht mit knapp 42 Minuten ausgesprochen kurze CD auf dem Label MDG, zu deren Aufnahmedetails sich die Wiederveröffentlichung leider ausschweigt, bietet auch heute noch vorbildlichen Chorgesang, ausgezeichnete Textverständlichkeit, in angenehm sakraler Raumakustik. Wenn dennoch der Eindruck ein etwas säkularer bleibt, so liegt das vielleicht an der konzertmusikalischen Perfektion der Interpretation: So wie Bachs Motetten nicht mit bloßem Schöngesang nachhaltig beizukommen ist, so gilt dies auch bei Homilius‘ zumeist sehr viel überschaubaren Gattungsbeiträgen (nur das eröffnende 'Der Herr ist mein Hirte' bringt eine Dauer von mehr als sieben Minuten zur Waage). Es mag sein, dass die Sätze im Konzert weit stärker gewirkt haben mögen – auf der Konserve mit einem Abstand von 35 Jahren fehlt eine gewichtige Komponente. Dies ist naturgemäß ein Einwand auf höchstem Niveau, und im unmittelbaren Vergleich mit den meisten auch neueren Interpretationen können Max und seine Kantorei immer noch bestens mithalten. Ein ausgesprochen erhellender Booklettext des Dirigenten unterstützt das anspruchsvolle Projekt.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Homilius, Gottfried August: Geistliche Motetten

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
MDG
1
30.10.2015
EAN:
760623014524

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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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