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Samstag, 25. September 2021

Natorp, Paul - Der Philosoph als Komponist

Der Philosoph als Komponist


Label/Verlag: Querstand
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wiederentdeckung der spätromantischen Kammermusik von Paul Natorp.

Paul Natorp, der von 1854 bis 1924 lebte, gehört zu den vielen Komponisten, denen Johannes Brahms mit einem ‚ehrlichen Rat‘ von einer musikalischen Laufbahn abriet. Paul Natorp hat sich daran nicht gehalten. Sicherlich gehört er nicht in die erste Reihe der Komponisten, aber Natorp beherrscht sein Handwerk recht ordentlich. Der musikalische Nachlass, der im westfälischen Musik­archiv Hagen aufbewahrt wird, umfasst ca. 100 teilweise zu Zyklen zusam­mengefasste Lieder aus den Jahren 1885 bis 1915, Chorwerke, Klavierstücke und Kammermusikwerke. Diese sind bis heute weitestgehend vergessen. Wer war dieser Paul Natorp? Er war ein einflussreicher Professor für Philosophie und Pädagogik und hatte für die damalige Zeit recht moderne Ansichten, setzte sich für Frauenemanzipation ein, war für die Abschaffung des preußischen Dreiklassenwahlrechtes und Gegner der Todesstrafe.

Dazu waren im Gegensatz seine kompositorischen Vorstellungen nicht ganz so modern, wie man auf der vorliegenden Einspielung deutlich hören kann. Gleichwohl ist die vorliegende Doppel-CD mit kammermusikalischen Werken interessant. Sie lässt beträchtliche Rückschlüsse auf das musikalische Leben des späten 19. Jahrhunderts zu, ähnlich wie die damals beliebten Kompilationen, die unter dem Namen ‚Sang und Klang‘ erschienen sind und viele Werke von Komponisten enthalten, die heute ebenfalls in Vergessenheit geraten sind. Die Instrumentalisten musizieren auf hohem Niveau, das Booklet ist exzellent. Leider sind die Aufnahmen vor allem der Werke für Klavier solo etwas hallig geraten.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Natorp, Paul: Der Philosoph als Komponist

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Querstand
2
11.09.2015
Medium:
EAN:
CD
4025796015195

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Querstand

Mit viel Liebe zum Detail bringt das querstand-Label dem interessierten Hörer die Vielfalt und Schönheit der klassischen Musik auf wenig ausgetretenen Pfaden näher. Das Label hat sich seit 1994 durch die Produktion hochwertiger klassischer CDs einen ausgezeichneten Ruf erworben. Über 500 Produktionen werden weltweit vertrieben, wobei ein Augenmerk auf Orgelmusik liegt. Die Gesamteinspielung der Orgelwerke von Johann Ludwig Krebs (bisher 11 CDs) und des Kantaten- und Orchesterwerkes des berühmten Bachschülers bilden ein Glanzlicht des Labels, dem mit der Serie ?Die Orgeln von Gottfried Silbermann? (8 CDs) ein weiteres zur Seite gestellt wurde (Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2003). Auch im kammermusikalischen und sinfonischen Bereich wurden zahlreiche CDs veröffentlicht, etwa mit dem Gewandhausorchester Leipzig. Mit der Aufnahme des Passionsoratoriums ?Der Tod Jesu? von Carl Heinrich Graun mit dem MDR Rundfunkchor und dem MDR Sinfonieorchester unter Howard Arman gewann das Label 2005 einen ECHO Klassik-Award. Im Jahre 2013 erhielt die 9-CD-Box mit allen Sinfonien Anton Bruckners, eingespielt von Herbert Blomstedt mit dem Gewandhausorchester Leipzig, den ICMA (International Classical Music Award). Mit Verlagssitz im Thüringischen Altenburg kann querstand von der einzigartigen Vielfalt der mitteldeutschen Musiklandschaft profitieren, die sich auch im Verlagsprogramm niederschlägt. Neben den vielseitigen Einflüssen der fantastischen Orgellandschaft der Region, ist es auch die Nähe zur Musikstadt Leipzig mit ihrer wunderbaren Tradition und facettenreichen Szene, auf die das Label besonderes Augenmerk richtet.


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