> > > Kasarova, Vesselina singt: Russische Arien von Mussorgsky, Tschaikowsky u.a.
Montag, 28. September 2020

Kasarova, Vesselina singt - Russische Arien von Mussorgsky, Tschaikowsky u.a.

Russisches Opernglück


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Vesselina Kasarova lockt mit einem schillernden Kaleidoskop den Hörer ins russische Opernglück.

Das letzte Solo-Album von Vesselina Kasarova liegt einige Jahre zurück, während die Sängerin aber nach wie vor auf internationalen Opernbühnen aktiv ist. Offenbar hat Kasarova in dieser Zeit das Label gewechselt, denn ihr neues Album ‚Russian Arias‘ ist beim Label Genuin erschienen und nicht wie gewohnt bei BMG. Das gut einstündige Programm beinhaltet vornehmlich Arien und Szenen aus Opern des 19. Jahrhunderts von Modest Mussorgsky, Michail Glinka, Alexander Dargomyschsky, Alexander Borodin, Pjotr I. Tschaikowsky und Nikolaj Rimsky-Korsakow. Begleitet wird die Mezzosopranistin von der Philharmonie Baden-Baden unter der Leitung von Pavel Baleff.

Vesselina Kasarova zeigt sich in diesem Programm auf der Höhe ihrer Kunst. Die Stimme besitzt noch immer ihren ganz charakteristischen Klang, den man sofort erkennt. Dunkel und edel schimmert ihr Mezzosopran, die Tiefen der Kompositionen lotet sie mit traumwandlerischer Leichtigkeit aus. Das ist mit am Eindrucksvollsten, wenn man das neue Album hört: die Mühelosigkeit, mit der Kasarova agiert. Grenzen scheinen ihrer Stimme nicht gesetzt zu sein, wenn vielleicht auch nicht mehr jede jugendliche Rossini-Partie ihr Repertoire ziert.

Wie entwaffnend jung und frisch ihre Stimme klingt, beweist sie mit Olgas kurzer Arie aus Tschaikowskys 'Eugen Onegin'. Das verliebte Mädchen glaubt man ihr akustisch mühelos. Auch Lauras Lied aus dem 'Steinernen Gast' von Alexander Dargomyschsky atmet jene Leichtigkeit. Die Höhe klingt hell und frei von jeder Anstrengung. Man kann in diesen Momenten gar nicht genug staunen, denn im direkten Kontrast zu diesen lichtdurchfluteten Nummern stehen abgründige und vokal immens dunkle Szenen. Vesselina Kasarova spielt auf ihrer Stimme wie auf einer Klaviatur. Dabei zieht sie alle Register, sowohl in emotionaler wie auch in farblicher, dynamischer und stilistischer Hinsicht. Vom einst inflationären Gebrauch ihres durchaus effektvollen Brustregisters ist in diesen ‚Russian Arias‘ keine Spur. Wer hier ein sämiges, dunkles russisches Klischee-Album mit primär kraftvollen Gesangsbeiträgen erwartet, wird es nicht finden. Diese Musik gibt viel mehr her, und die Sängerin ohnehin.

Wie gerne würde man die Kasarova als Marfa in Mussorgskys 'Chowanschtschina' erleben, nachdem man die einleitende Beschwörung mit den abgründig orgelnden Tiefen und ihre atemberaubende Legatokultur gehört hat. Auch für Borodins Kontschakowna in 'Fürst Igor' empfiehlt sie sich nachhaltig, so glutvoll und bebend gestaltet sie die Kavatine und wartet mit einer leuchtenden Farbe auf, die sie sich erst für diese Nummer, kurz vor Ende des Albums, aufgespart hat.

Jede Arie zeigt die Künstlerin von einer anderen Seite. Nie ruht sie sich auf einer bewährten Schiene aus. So zeigt sie beispielsweise in Wanjas Arie aus Glinkas 'Ein Leben für den Zaren', dass sie noch den großen Bogen und langen Atem beherrscht. Mit lyrischer Schönheit und ruhiger Stimmführung verdeutlicht sie, dass Glinka eben ein Zeitgenosse Bellinis war, und dass man mit den Mitteln des Belcanto Glinkas Musik erst gerecht werden kann.

In Tschaikowskys 'Pique Dame' übernimmt Kasarova auf diesem Album gleich zwei Partien. Ihren früheren Erfolg als Polina lässt sie mit deren melancholischem Lied Revue passieren, um sich anschließend in die Figur der gespenstischen Gräfin zu verwandeln. Hier wartet wiederum eine Partie, die sie hoffentlich bald auf einer Opernbühne verkörpern kann.

Die Philharmonie Baden-Baden agiert in diesem russischen Kaleidoskop als einfühlsamer Begleiter, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Pavel Baleff versteht es, der Sängerin eine Grundlage zu schaffen, auf der sie sich bestmöglich präsentieren kann. Er ist musikalischer Dialogpartner und gleichzeitig treibende Kraft. Ihm selbst und seinem Orchester fällt das musikalische Schlusswort des Albums zu: ein fulminanter Tanz aus Rimsky-Korsakows 'Schneeflöckchen'. Doch der erklingt erst, nachdem uns Vesselina Kasarova am Ende von Marinas Arie aus 'Boris Godunow' mit einem ausgelassenen und fast schon triumphalen Lachen ins russische Opernglück entlassen hat.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Kasarova, Vesselina singt: Russische Arien von Mussorgsky, Tschaikowsky u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
02.10.2015
Medium:
EAN:

CD
4260036253788


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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