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Samstag, 24. August 2019

Kociuban, Julia spielt - Klavierwerke von Schumann, Chopin & Basewicz

Außergewöhnlich


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die junge polnische Pianistin Julia Kociuban überrascht mit bemerkenswerter Reife und stilistischer Souveränität.

Bereits zahlreiche Preise hat sich die junge polnische Pianistin Julia Kociuban erspielt, und obwohl sie gegenwärtig noch am Salzburger Mozarteum studiert, konzertiert sie schon regelmäßig auf verschiedenen Kontinenten.

Elastische Phrasierung

Mit Schumanns 'Kreisleriana' hat sie sich bereits als erstes Werk auf ihrer bei DUX erschienenen CD eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Schnell zeigt sich jedoch, dass sie dieser bemerkenswert gut gewachsen ist. Schon im ersten Abschnitt sind die stimmlichen Konturen scharf umrissen, Kociubans Pedalgebrauch verschluckt in den dicht gedrängten Akkordfolgen keine musikalischen Silben. Die hohen technischen Hürden meistert sie souverän – eine Grundvoraussetzung dafür, dass sie in der Lage ist, problemlos auch ein so rasches Tempo zu gehen, wie sie dies im siebten Abschnitt vorlegt. Auch sonst geht von Kociubans Spiel eine unwiderstehliche musikalische Gestaltungskraft aus, die rhythmischen Raffinessen im fünften Teil entfalten dank Kociubans elastischer Phrasierung und klug dosierter Ritardandi ihren ganzen spannungsgeladenen Gehalt. Der geisterhaft pulsierende letzte Satz gelingt ihr atmosphärisch dicht, und so steht am Ende ihrer Interpretation die durchaus verblüffende Erkenntnis, dass sich ihre Deutung hinter so glänzenden Aufnahmen wie denjenigen Michael Korsticks oder Evgeny Kissins nicht zu verstecken braucht.

Klanggewaltiger Zugriff

In Chopins 'Andante spianato et Grande Polonaise' wird sie den gegensätzlichen  Charakteren der beiden Teile mit klanglicher und darstellerischer Differenzierung gerecht. Feine Linien zeichnet sie in den Läufen des Passagenwerks und in der Ornamentik, filigran behandelt sie die Kantilenen des ersten Abschnitts, kraftvolle Energie setzt sie in der Polonaise frei. Eine Rarität präsentiert sie mit der 'Sonata fortepianowa' ihrer Landsfrau Grażyna Bacewicz (1909-1969). Im ersten Satz geht es mit ausladender, von der Tonsprache her etwas an Prokofjew erinnernder agogischer Wucht zur Sache; hier zeigt sie, zu welch klanggewaltigem Zugriff sie fähig ist. Im nervös flackernden Schlusssatz ist nochmal besonderes technisches Können gefragt; Kociuban hält den Anforderungen auch hier stand. Alles in allem erschließen sich die Zusammenhänge des komplexen Werks dem Zuhörer dank Kociubans transparentem, hellwachem Spiel mühelos. Kurz: Kociubans pianistisches Niveau ist für ihr noch sehr junges Alter außergewöhnlich. Das Booklet enthält lediglich einen polnischen und englischen Text, bietet aber informative Werkeinführungen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Kociuban, Julia spielt: Klavierwerke von Schumann, Chopin & Basewicz

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
01.04.2016
Medium:
EAN:

CD
5902547011905


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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