> > > Mendelssohn Bartoldy, Felix: Streichquartette Nr. 2 & 3
Donnerstag, 6. Oktober 2022

Mendelssohn Bartoldy, Felix - Streichquartette Nr. 2 & 3

Der zweite Streich


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der zweite Teil der Mendelssohn-Einspielung mit dem Escher String Quartet steht dem Beginn der Reihe in nichts nach und überzeugt durch einen genauen interpretatorischen Zugriff

Der zweite Teil der Einspielung von Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquartetten durch das Escher String Quartet knüpft in allen Aspekten am außerordentlichen Niveau der ersten BIS-SACD an. Hier ist es das als Rahmen um das Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 13 (MWV R 22) gelegte Zitat aus einem Jugendlied, das den Hörer als langsame Einleitung in die Wiedergabe der Klangwelt des 18-jährigen Komponisten hineinzieht: In klarer Diktion stimmen die Musiker die immer wieder in Pausen mündende Melodie an, lassen die Phrasen aufblühen und formen ihr Spiel zu einem klanglich homogenen, dem Liedcharakter abgehorchten Vortrag, aus dem sich erst schrittweise der leidenschaftliche Charakter des Kopfsatzes zu entwickeln beginnt. Im Hinblick auf die Dynamik ist der nachfolgende 'Allegro vivace'-Teil nicht nur sehr fein, sondern auch mit einem gewissen Maß an Zurückhaltung gestaltet, wodurch das Brodeln unter der Oberfläche – es tritt vielleicht am deutlichsten in der Durchführung – umso stärker wirkt.

Im langsamen Satz ziehen die Musiker die Spannungsschraube dann weiter an: Während sie die lyrischen Teile in klangvollem, aber nie überzeichnetem Kantabile präsentieren, lassen sie in den kontrapunktischen, die Seufzermotivik ausstellenden Passagen einen matten, stellenweise gar erschöpft anmutenden und klanglich fahlen Tonfall regieren. Wahrhaftig beeindruckend ist die Transparenz des hier erklingenden Stimmengeflechts, dessen innere Bewegtheit aus dem Weiterreichen von Kopfmotiv und charakteristischen Intervallschritten von einem Musiker zum anderen resultiert. Die Darstellung des Intermezzos folgt genau dem durch die Titelgebung erzeugten Eindruck des Vorläufigen, dem noch etwas Wichtiges nachfolgt; mit der gekonnt inszenierten Aufeinanderfolge von eher ruhigen Rahmenteilen und wirbelnden Sechszehntelkaskaden im Mittelabschnitt wirkt es wie die Ruhe vor dem Sturm. Und tatsächlich bricht dann im scharfkantig gezeichneten Accompagnato-Rezitativ zu Beginn des Finales all das aus der Musik hervor, was die Musiker im Kopfsatz zurückgehalten haben.

Diesem ausdrucksstarken Werk von 1827 stellt das Ensemble das mehr als zehn Jahre später entstandene Streichquartett Nr. 3 D-Dur op. 44 Nr. 1 (MWV R 30, 1838) gegenüber, dessen Tonfall an die 'Sommernachtstraum'-Musik und das Finale aus dem Violinkonzert e-Moll op. 64 erinnert: Der brillanter Kopfsatz mit seiner scharfen Rhythmik und den melodischen Aufschwüngen platzt förmlich vor Energie, weist aber dennoch fein ausgearbeitete Kontraste aus und kommt vor allem im Duktus des zweiten Themas innerlich zur Ruhe. Das anschließende Menuetto erklingt weich und rund, und der 'Andante'-Satz bleibt trotz kontrapunktischer Geflechte und daraus resultierender Spannungsmomente in der Wiedergabe der vier Musiker schlicht, was dann die Rückkehr zum Charakter des Kopfsatzes im übermütigen Finale umso aussagekräftiger erscheinen lässt. Zwischen den beiden anspruchsvollen Werken finden sich zwei der 1847 komponierten 'Vier Stücke für Streichquartett' op. 81 – nämlich das als Variationsfolge angelegte 'Andante sostenute' E-Dur (MWV R 34) und das Scherzo a-Moll (MWV R 35) –, die noch einmal auf engstem Raum von der Kunst der Musiker bei der Gestaltung unterschiedlicher musikalischer Charaktere Zeugnis ablegen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mendelssohn Bartoldy, Felix: Streichquartette Nr. 2 & 3

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
01.07.2015
Medium:
EAN:

SACD
7318599919904


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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