> > > Kreisler, Georg: Die Singphoniker
Montag, 18. Oktober 2021

Kreisler, Georg - Die Singphoniker

Schwarzhumoriges


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Chansons von Georg Kreisler in gekonnten Arrangements, sehr passend gesungen von den Singphonikern. Eine schöne Hommage an den vielseitigen Künstler.

Georg Kreisler (1922-2011) ist in seiner Kunst auch heute kaum vollends anerkannt. Zu sehr greifen bei ihm die Einordnungen in ernste und unterhaltende Musik, die seinem vielgestaltigen Werk nicht gerecht werden können. Kreisler schöpfte aus vielem, war mit Bartók, Strawinsky, Schönberg oder Berg ebenso vertraut wie mit Werner Richard Heymann und dem Sound der Comedian Harmonists. Diese ästhetische Vielfalt hat zumindest der angemessenen Rezeption seines ambitionierten musikdramatischen Werks geschadet.

Seine an Qualitäten reichen Chansons sind heute noch immer vergleichsweise bekannt, können aber gleichfalls nicht mit einfacher Elle gemessen werden. Natürlich ist da die heitere, leichthändige melodische Erfindung, die einfache Geste, die auf den ersten Blick harmlose Zugewandtheit. Doch war Kreisler eben nicht nur Komponist, er war mindestens gleichrangiger Poet, dessen Textminiaturen oft von einer abstrusen Beobachtung ausgehen und aus diesem kleinen Impuls dann üppig Funken schlagen, oft genug in schwärzesten Humor getaucht. Dem unvergleichlichen Beobachter des Menschen ist auch das melancholische Leiden an der Welt nicht fremd, genauso wenig wie eine radikale, fast grimmige Widerständigkeit. Das zeigen etliche wunderbare Skizzen wie 'Sie ist ein herrliches Weib', 'Das Triangel', natürlich der herrliche 'Musikkritiker', dazu 'Der schöne Heinrich' oder 'Der guade, oide Franz'. Jedenfalls muss Kreisler als umfassend begabter Künstler gelten, der in seinem Gesamtpotenzial zeitlebens schmählich unterschätzt wurde.

Echte Könner

Die Singphoniker haben mit Kreislers Chansons natürlich wunderbares ‚Futter‘, mit dem sie all ihre Qualitäten ausspielen können: Sie singen wunderbar lyrisch, sind dazu unglaublich agil und virtuos, deklamieren die oft dialektal eingefärbten Texte mit großer Kunstfertigkeit. Und eine besondere Qualität ist hier anzumerken: Die Singphoniker erzählen die Texte singend, auf natürliche Weise verständlich. Die Timbres der fünf Vokalisten verschmelzen sehr gelungen miteinander, ohne dass die Eigenarten verloren gingen. Auch der neue Countertenor Johannes Euler fügt sich glücklich in den erprobten Ensembleklang ein.

Die Intonation ist – man möchte sagen: natürlich – hervorragend, in allen Registern und Lagen unproblematisch, geprägt vom individuellen Charme der profilierten Einzelstimmen. Arrangiert sind die Kreisler-Sätze sehr vielgestaltig, von musikalischer Tändelei bis zu madrigalischer Geste, geschickt variierend zwischen klavierbegleiteten Beiträgen und a-cappella-Varianten. Und die Arrangements bilden die Spannung zwischen vordergründig harmloser Musik und absurd-schwarzhumorigen Texten gekonnt ab, mischen gekonnt ironische Kommentare ein.

Die Chansons von Georg Kreisler sind eine literarisch-musikalische Gattung eigenen Rangs, die in diesem Projekt der Singphoniker in sehr passenden Arrangements deutlich zur Geltung kommen. Vermutlich muss man das idealerweise live erleben: Immerhin hat man doch Georg Kreislers Präsentation im Hinterkopf, seine knarzige Überzeichnung mancher Passage. Und man kann vermuten, dass die Singphoniker dieses gewaltige Potenzial im Konzert weidlich nutzen, auch mimisch und gestisch alle Register ziehen werden. Einstweilen bietet diese Platte aber einen wunderbaren Blick auf Kreislers Chansons und zugleich auf das enorme Potenzial der Singphoniker.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Kreisler, Georg: Die Singphoniker

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
OehmsClassics
1
26.06.2015
Medium:
EAN:

CD
4260330918079


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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