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Montag, 19. August 2019

The Kings's Singers - Il Trionfo Di Dore

Kaleidoskop


Label/Verlag: signum classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die King's Singers mit der sehr gelungenen Deutung einer großen Sammlung italienischer Madrigale vom Ende des 16. Jahrhunderts: ein klingender Beweis interpretatorischer Vielseitigkeit.

Unter dem Titel ‚Il Trionfo di Dori‘ veröffentlichte der Verleger Angelo Gardano 1592 in Venedig eine Sammlung von 29 Madrigalen, von ebenso vielen Komponisten geschrieben. Es ist dies ein weitläufiger Spiegel italienischen Madrigalschaffens zum Ende des 16. Jahrhunderts. Und es sind etliche der großen Namen präsent, die hin und wieder auch qualitativ herauszuragen scheinen, beispielhaft seien Orazio Vecchi, Giovanni Gabrieli, Luca Marenzio, Philippe de Monte, Giovanni Croce, Alessandro Striggio, Giovanni Gioacomo Gastoldi und natürlich Giovanni Pierluigi da Palestrina genannt. Doch nimmt immer wieder auch die vermeintlich ‚zweite‘ Reihe mit Hochwertigem für sich ein, wofür Namen wie Giovanni de Macque, Oratio Colombani, Giovanni Cavaccio, Annibale Stabile oder Tiburtio Massaino stehen. Ihre Madrigale sorgen für eine überaus homogene Wirkung der Sammlung und liefern eindrucksvolle Belege dafür, wie ungemein breit die Basis an qualitätvollem Komponieren war, auf der die auch heute noch bekannten Größen aufbauten. Es entsteht ein lebendiger Eindruck des musikalisch fruchtbaren Klimas jener Zeit, der erahnen lässt, warum sich das Madrigal in diesen Jahrzehnten so rasant zu unvergleichlicher Höhe entwickeln konnte.

Enorm vielseitig

Dieser illustren Sammlung haben sich nun die King’s Singers auf ihrer aktuellen Platte angenommen, die bereits 2013 aufgenommen wurde und also noch einmal die Begegnung mit dem inzwischen aus der Formation ausgeschiedenen Tenor Paul Phoenix ermöglicht. Die sechs Vokalisten unterstreichen mit diesem Madrigalprogramm, dass sie unbedingt als Meister vieler Stile anzusprechen sind und in den vergangenen Jahren ihre interpretatorische Ernsthaftigkeit noch einmal sehr entschieden profiliert haben. Dem mittleren madrigalischen Stil – klar nach Adrian Willaert und deutlich vor Carlo Gesualdo und Claudio Monteverdi – werden sie mit Leichtigkeit gerecht, subtil die Texte explizierend, mit fein dosierter Energie, in höchster Ensembleharmonie. Vor allem in verhaltener Geste finden die Sänger immer wieder zu berückend schöner Gemeinsamkeit. Sie intonieren makellos, was nicht anders zu erwarten ist, heben sich in dieser Hinsicht im durchaus heiklen Madrigalrepertoire sogar von einigen spezialisierten Ensembles positiv ab. Dazu erweisen sie sich als erstaunlich eloquente ‚Italiener‘, die ihre Deutungen aus den farbigen Texten gewinnen, vor allem lyrisch-linear unerreicht, da ihr gesamtes Potenzial ausspielend.

In bewegter Szene überzeugen sie über sehr weite Strecken, hier vielleicht einem herausragenden Vorreiter wie der aktuell unerreichten Compagnia del Madrigale latent unterlegen. Wie überhaupt zu fragen ist, was die sehr gute Deutung der King’s Singers von den Spitzenleistungen besagter Spezialisten unterscheidet. Viel ist es nicht: Im wesentlichen ein hellerer, sehr von den Countertenören geprägter Klang, der um wenige Grade unflexibler und ärmer an subtilen Varianten wirkt. Dazu scheint in bewegten Passagen auf, dass die sechs Engländer die etwas weniger potenten Solisten sind und den ganz besonderen Reiz ihres Ensembles nur im Ensembleklang entfalten können. Bei dieser Gelegenheit ist auf Paul Phoenix zurückzukommen, dem jene als Plus der Spezialisten angesprochene solistische Geste am deutlichsten behagt.

Doch sind das Kritiken auf sehr hohem Niveau: Es ist dies eine vorzügliche Platte, klanglich gleichermaßen überzeugend geraten in ihrem gesammelten Bild, freilich begleitet von einem wie oft bei Signum nonchalant kursorischen und also nicht gerade positiv ins Gewicht fallenden Booklet. Doch ist es unbedingt zu loben, wie seriös sich die King’s Singers in keinesfalls naheliegendem Repertoire umtun und dort wie fast überall ein hochwertiges Ergebnis erzielen. Sie beweisen sich auch hier als eine der wandlungsfähigsten, stilistisch vielseitigsten Vokalformationen, der nur wenig unmöglich zu sein scheint.


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    The Kings's Singers: Il Trionfo Di Dore

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
signum classics
1
05.06.2015
Medium:
EAN:

CD
635212041420


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signum classics

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