> > > Patzlaff, Laurens spielt: Der Zauberlehrling - Improvisationen über ein Thema von Dukas
Freitag, 7. August 2020

Patzlaff, Laurens spielt - Der Zauberlehrling - Improvisationen über ein Thema von Dukas

Zauberhaft


Label/Verlag: Animato
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Pianist Laurens Patzlaff zeigt mit seinen neuesten Improvisationen eindrucksvoll, was man mit einem musikalischen Thema so alles anstellen kann.

Der diesjährige 150. Geburtstag von Paul Dukas ist für den deutschen Pianisten Laurens Patzlaff Grund genug, sich mit dessen wohl bekanntester Komposition auseinanderzusetzten: 'Der Zauberlehrling'. Das Stück orientiert sich programmatisch an der gleichnamigen Ballade von Goethe, und spätestens nach der Disney-Verfilmung ‚Fantasia‘ aus dem Jahr 1940 erreichte die Musik auch bei Nicht-Klassik-Hören enorme Popularität. Patzlaff hingegen nähert sich dieser Musik auf seinem eigenen Weg: Er nimmt das Hauptthema des Werks – oft bezeichnet als das ‚Zauberlehrlings-Thema‘ – und entwickelt darüber 12 Improvisationen. Herausgekommen ist eine faszinierende Einspielung, die bei Animato erschien. Neben den Improvisationen spielt Patzlaff auch zwei Originalkompositionen von Dukas, die selten zu hören sind: 'Prélude élégiaque' und 'Pièce écrite pour le tombeau de Claude Debussy' sind als Andenken an den Komponisten und als Geschenk zu seinem 150. Geburtstag Teil der CD.

Im Booklet verdeutlicht der Künstler anhand von Notenbeispielen, was er mit dem Thema so alles angestellt hat: mal diminuiert, augmentiert oder auch rhythmisch verändert, aber auch rückwärts gespielt, gespiegelt oder tonal variiert. In jeder Improvisation steckt das berühmte Orchester-Scherzo aus der sinfonischen Dichtung, aber noch vieles mehr. Dem Hörer bietet das die Möglichkeit, sich anhand des Materials auf die Themensuche zu machen, oder ganz einfach über das Gehör. Egal wie man sich entscheidet: Es beginnt eine spannende Reise und Spurensuche. Denn hier sind keine Grenzen gesetzt, wie sich das Thema gestalten – fast möchte man sagen: verkleiden – kann.

Der Beginn der 'Overture' (die Titel wurden übrigens in den meisten Fällen im Nachhinein erdacht) lässt den ein oder anderen zunächst vielleicht an Passagen aus Saint-Saëns 'Karneval der Tiere' denken, bevor dann der kleine Zauberlehrling daher spaziert. In der 'Toccata' erscheint das Thema zunächst in einem leicht jazzigen, swingenden Charakter, dann verträumt in hohen Klängen und rhythmisch verändert. Als gespiegelte und tonal sowie rhythmisch leicht veränderte Variante erhält es in 'Off to Adelaide' eine Piano-Bar-Atmosphäre. Und 'Lucia’s Dance' ist einfach eine groovige Nummer, die hinten raus immer mehr Fahrt aufnimmt. Aber nicht nur das große Thema, sondern auch weitere Zitate von Dukas lassen sich versteckt erkennen. Verträumt kommt das Thema im 'Cafe Paris' in leicht impressionistischer Manier daher. Auch das ‚Wasser-Motiv‘ fließt hier hinein, ebenso wie sich Patzlaff merklich von den beiden anderen Werken inspirieren ließ.

Jede Improvisation hat ihren ganz eigenen Charakter, den Patzlaff kunstvoll aus dem Moment heraus entstehen lassen kann, und oftmals zwinkert der Zauberlehrling verschmitzt aus der Musik hervor. Die Improvisationen seien als ein musikalisches Nachdenken über das Thema zu verstehen, schreibt Patzlaff im Booklet, das sich ansonsten eher kurz angebunden gibt. Fast ungeschnittene Momentaufnahmen kunstvoller Improvisationen, denen man als Hörer einfach nur gebannt folgt. Chapeau!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Patzlaff, Laurens spielt: Der Zauberlehrling - Improvisationen über ein Thema von Dukas

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Animato
1
01.05.2015
Medium:
EAN:

CD
4012116615333


Cover vergössern

Animato

Es geht nicht nur um den Ton, sondern auch die Visionen.
Mit unserem Klassiklabel Animato haben wir uns auf außergewöhnliche Debuts junger Künstler und Ersteinspielungen spezialisiert sowie auf sinfonische Bläsermusik.
Animato verspricht einzigartigen Hörgenuss für Klassikfans mit dem besonderen Geschmack!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Animato:

  • Zur Kritik... Nur wer die Sehnsucht kennt: Lieder für Viola, Klavier und Gesang von Bridge, Strauss u.a. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
  • Zur Kritik... Komponierte Inspiration: Fünf Jahre hat Morten Kargaard experimentiert. Ihm schwebte vor, Brücken zwischen Jazz und Klassik zu schlagen. Herausgekommen sind süffige Klanggemälde, rhythmisch pointiert und hochmelodisch. Weiter...
    (Christiane Franke, )
  • Zur Kritik... Dvorak und Prokofjew werden zum Ohrenschmaus: In der mitreißend intensiven Einspielung das Landesjugendorchesters Baden-Württemberg unter Christoph Wynekens werden die beiden Sinofnien ausdrucksstark musiziert. Weiter...
    (Dirk Weber, )
blättern

Alle Kritiken von Animato...

Weitere CD-Besprechungen von Yvonne Rohling:

  • Zur Kritik... Klangspektakel : Die Geigerin Eldbjørg Hemsing kehrt auf ihrer neuesten Aufnahme zu ihren norwegischen Wurzeln zurück: Gemeinsam mit dem Pianisten Simon Trpceski spielt sie alle drei Violinsonaten von Edvard Grieg ein – und verzaubert. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
  • Zur Kritik... Ein Brahm'sches Auf und Ab : Das New Zealand String Quartet spielt gemeinsam mit Maria Lambos beide Streichquintette von Johannes Brahms ein und überzeugt dabei insbesondere durch eine akzentuierte Lesart beider Werke. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
  • Zur Kritik... Unaufgeregtes Debüt: Die junge Geigerin Elisa van Beek stellt sich auf ihrem Debüt zusammen mit dem Pianisten Giorgos Karagiannis vor. Im Gepäck haben die beiden Werke der Duo-Literatur von Mozart, Bartok und Brahms. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
blättern

Alle Kritiken von Yvonne Rohling...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Virtuose Höhenflüge: Michael Korstick unterstreicht seine hohe Liszt-Kompetenz. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Neuer 'Ring' vom Rhein: Dieses klangschöne und lebendige 'Rheingold' macht Laune und lässt die Vorfreude auf die weiteren drei Veröffentlichungen größer werden. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Kroatische Musiktragödie: Die kroatische Nationaloper 'Nikola Subic-Zrinjski' entfaltet auch außerhalb des Landes ihre musikalische Wirkung. Weiter...
    (Karin Coper, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/8 2020) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Carl Reinecke: Triumphmarsch op.110

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Edlira Priftuli im Portrait "Musikalisch praktizierte Ökumene"
Edlira Priftuli hat den Straßburger Wilhelmerchor zur historisch informierten Aufführungspraxis geführt

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich