> > > Villa-Lobos, Heitor: Sinfonie Nr. 12
Dienstag, 19. Februar 2019

Villa-Lobos, Heitor - Sinfonie Nr. 12

Unwirkliche Lichtspiegelungen


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Isaac Karabtchevsky bringt in der Villa-Lobos-Reihe des Labels Naxos die Sinfonie Nr. 12 des Komponisten heraus.

Heitor Villa-Lobos gehört zu den produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. Viele Werke aus seinem riesigen und facettenreichen Œuvre warten noch darauf, von einem großen Publikum entdeckt zu werden. Das Label Naxos arbeitet zusammen mit Isaac Karabtchevsky an einer Gesamteinspielung der Sinfonien des Brasilianers. Nach seinen vielbeachteten Aufnahmen der Sinfonien Nr. 3, 4, 6, 7 und 10 präsentiert der Dirigent des Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo seine Einspielung der Zwölften.

Zugespitzte Vitalität

Pünktlich zu seinem 70. Geburtstag vollendet Villa-Lobos 1957 die viersätzige Sinfonie Nr. 12, die trotz des fortgeschrittenen Alters des Komponisten weder nostalgische Rückwärtsgewandtheit noch Anzeichen nachlassender Kräfte zeigt. In einer Zeit, in der Stockhausen und Kagel die Bühne betreten, bleibt Villa-Lobos sich selbst treu: Im kompakten Kopfsatz unterstreicht Karabtchevsky, der auch Herausgeber der neuen Urtext-Ausgabe der Sinfonien des Komponisten ist, die Transparenz der Orchestrierung mit federnder Energie, rhythmischer Prägnanz und verführerischen Farben. Im finsteren 'Adagio' breitet er weite Klangebenen aus, über denen unwirkliche Lichtspiegelungen und schmerzliche Ahnungen aufscheinen. Die zugespitzte Vitalität des brillanten Scherzos erweckt er zu quirligem Leben und führt die Steigerungen des Schluss-Satzes zwingend zum Kulminationspunkt.

Entfesselter rhythmischer Apparat

Die kurze Sinfonie Nr. 12 kombiniert Isaac Karabtchevsky mit zwei sehr unterschiedlichen Werken: Die 1917 vollendete sinfonische Dichtung 'Uirapuru' grenzt sich mit ihren Einflüssen europäischer Komponisten wie Strawinsky, Debussy und Wagner deutlich vom späteren Stil Villa-Lobos’ ab. Souverän führt der Dirigent das Orchester durch den entfesselten rhythmischen Apparat, der erkennen lässt, dass Villa-Lobos ursprünglich daran dachte, 'Uirapuru' als Ballett aufzuführen. Immer wieder schafft Karabtchevsky bei der Beschwörung der faszinierenden Naturschilderungen, über die sich traumverloren der Gesang des Uirapuru-Vogels erhebt, eine wunderbare Aura des Geheimnisvollen. Vor allem aber lässt er der Sehnsucht, die in Villa-Lobos’ Musik eine so wichtige Stellung einnimmt, genau den Raum, den sie zum Atmen braucht.

Spektakuläre Kantate

Anders als 'Uirapuru' ist 'Mandu-Çarará' wenig bekannt. Stilistisch erinnert die spektakuläre Kantate an große sinfonische Werke des Komponisten wie 'Descobrimento do Brasil' oder 'Floresta do Amazonas', in denen Chorpassagen ebenfalls eine zentrale Stellung einnehmen. Der zugrundeliegende Text, der in der indigenen Sprache Nheengatu verfasst ist, thematisiert Legenden aus der Region des Rio Solimões. Die Musik setzt auf ausgesprochene Kontraste, die auch die reizvolle Gegenüberstellung von düsteren Chorpassagen und hellen Kinderchoreinwürfen prägen. Karabtchevsky entfaltet die lautmalerischen Beschreibungen mit vibrierender Energie, lässt die Partitur leuchten und stellt mit seiner fulminanten Interpretation die Frage, wieso 'Mandu-Çarará' eigentlich nicht fester Bestandteil des Repertoires ist. Auf die Fortsetzung dieser Villa-Lobos-Reihe darf man in jedem Fall gespannt sein.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Villa-Lobos, Heitor: Sinfonie Nr. 12

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
04.05.2015
EAN:

747313345175


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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