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Freitag, 2. Oktober 2020

Huangci, Claire spielt - Werke von Scarlatti

Quirlige Spielfreude


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Claire Huangcis neues Album liefert einen wertvollen Beitrag zur Scarlatti-Rezeption auf dem modernen Konzertflügel.

Bis heute ist die Gesamtzahl der Sonaten Domenico Scarlattis nicht vollständig geklärt; mit der ‚magischen‘ Zahl 555 wird sie häufig angegeben. Nach ihrem vielbeachteten, 2013 erschienenen Debüt-Album mit virtuosen Transkriptionen hat die junge Pianistin Claire Huangci bei Berlin Classics nun eine Doppel-CD mit einer Auswahl von insgesamt 40 Sonaten vorgelegt.

Besondere Merkmale

Besonderheiten gibt es dabei eine ganze Reihe: Irgendwo zwischen Barock und Klassik verortet, lässt sich die Musik selbst stilistisch nicht einheitlich klassifizieren. Hieraus wiederum ergeben sich Huangcis besondere Auswahlkriterien. Die tendenziell (noch) barock angehauchten früheren Werke hat sie, ganz den damals gängigen Formen folgend, auf dem ersten Tonträger in drei Suiten zyklisch zusammengefasst, die jeweils wiederum anhand ihrer tonalen Verwandtschaft ausgerichtet sind. Die stärker klassisch geprägten Sonaten finden sich systematisch auf der zweiten CD. Als weitere Eigenart haftet Scarlattis Œuvre schließlich an, dass sie niemals zu Veröffentlichungs- oder zu Aufführungszwecken geschrieben wurden. Sorgenfrei abgesichert durch die spanische Königin Maria Bárbara als Mäzenin, konnte der Komponist sich unbehelligt den Luxus erlauben, gegen herkömmliche Kompositionsregeln willkürlich und bewusst zu verstoßen.

Kluge Dosierung

Überhaupt erst damit angefangen, Scarlatti ins Repertoire auf dem modernen Konzertflügel zu integrieren, hat in den 1960er Jahren Horowitz. In jüngerer Zeit hat vor allem Mikhail Pletnev ein begeisterndes Scarlatti-Album eingespielt. Huangci beweist indessen, dass sie sich vor solch großen Namen keineswegs zu verstecken braucht. Schnelle Repetitionen, wie sie schon in der an den Anfang gestellten Sonate G-Dur K. 13 vorkommen, stellen für sie technisch kein Problem dar. Den Faktor Kontrapunkt bringt sie gut durchhörbar zum Tragen. Glitzernde Ornamentik und funkensprühende, sauber geschliffene Läufe hört man exemplarisch in den beiden Sonaten K. 124 und 125. Wo, beispielsweise in K. 144, 213 oder 208, kantablere Töne angeschlagen werden, entfalten sich warm timbrierte Kantilenen. Zu den von Huangci gekonnt eingesetzten Stilmitteln gehören außerdem ein kantiges, aber nicht aufgesetzt wirkendes Staccato (z.B. in den g-Moll-Werken K. 450 und K. 76) und ein klug dosiertes Spiel mit Forte-Piano-Kontrasten, hier und da ergänzt durch wirkungsvoll reflektierende Pausen. Durchgehend hört man Huangci ihre quirlige Spielfreude an, bei der sie eine duftige Leichtigkeit beibehält, die nicht zuletzt spielerisch-tänzerische Formen ausgezeichnet charakterisiert. Einer der wenigen Fälle, in denen stimmliche Konturen etwas verschwimmen, ist die Sonate G-Dur K. 260. Im Booklet finden sich interessante Ausführungen der Künstlerin selbst zu Interpretationsansätzen und Werkauswahl.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Huangci, Claire spielt: Werke von Scarlatti

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
2
10.04.2015
Medium:
EAN:

CD
885470006031


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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