> > > Vivaldi, Antonio: La Stravaganza op. 4
Samstag, 20. April 2019

Vivaldi, Antonio - La Stravaganza op. 4

Frischer Wind aus Asti


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Frische, kraftvolle und stilistisch vollkommen überzeugende Aufnahme der Konzerte op. 4 von Antonio Vivaldi.

Das Ensemble Armoniosa ist noch vergleichsweise jung. Es wurde 2012 in Asti, einer italienischen Kleinstadt zwischen Triest und Genua, gegründet. Zwei Jahre später, 2014, wurde ein Vertrag mit dem deutschen Label MDG für ein fünfjähriges Projekt mit Aufnahmen italienischer Musik aus dem 17. Jahrhundert unterzeichnet. Die erste Frucht der Zusammenarbeit liegt nun vor: Antonio Vivaldis 12 Konzerte op. 4, die unter dem Namen ‚La Stravaganza‘ erschienen sind. Eine hohe Latte, möchte man meinen, denn Vivaldi-Aufnahmen gibt es nun wirklich mehr als genug, und auch die zwölf Violinkonzerte sind mehr als einmal eingespielt worden.

Und dennoch: Wer die Aufnahme hört, ist sofort überrascht. Welche Frische kommt einem da entgegen! Eine Produktion, die sich wie eine Frucht aus den verschiedenen Versuchen, wenn nicht sogar Experimenten der letzten gut zwanzig Jahre, Vivaldi zu interpretieren, anhört. Jeder Ausdruck scheint geradezu schlafwandlerisch richtig getroffen, jedes Tempo, jede dynamische Nuance passt. Das Ensemble hat es gar nicht nötig, durch eine einseitige, neue, originelle Interpretation auf sich aufmerksam zu machen. Unter seinem Leiter und Solisten Francesco Cerrato, der ebenso virtuos wie melancholisch, ebenso aufheizend wie ruhig erzählend gestalten kann, hat es weder dynamische Exzesse noch halsbrecherische Tempi noch eine ruppig-aggressive Dauerbeschallung nötig, um vollständig zu überzeugen. Dabei spielt das Ensemble die Konzerte eher eine kleine Nummer härter, kraftvoller und zügiger in den Tempi als dass es zum Romantisieren der Musik neigen würde. Auch nach knapp zwei Stunden hat man nicht das Gefühl, man habe jetzt genug Vivaldi gehört. Die spannenden, kühnen Extravaganzen, nach denen die zwölf Konzerte benannt sind, finden sich dort, wo sie hingehören: in Vivaldis Musik, nicht in der Interpretation.

Aufgenommen wurden die Konzerte im Konzerthaus der Abtei Marienmünster. Der Tonmeister Friedrich Wilhelm Rödding hat ganze Arbeit geleistet. Der Klang ist frisch, kraftvoll und transparent. Eine Aufnahme, die einen froh macht und große Neugierde auf die weiteren Produktionen bei MDG weckt!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Vivaldi, Antonio: La Stravaganza op. 4

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
MDG
2
06.02.2015
EAN:

760623188560


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Orchester/Ensemble:Ensemble Armoniosa


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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