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Montag, 24. Januar 2022

Saint-Saens, Camille - Sinfonie Nr. 3

Ausnahmewerke


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Zusammenstellung der vorliegenden Werke von Saint-Saëns unterstreicht die Ausnahmestellung des französischen Komponisten in der Musikgeschichte um die Jahrhundertwende.

Die volle klangliche Ausreizung der Orgel steht im Zentrum der vorliegenden CD-Veröffentlichung mit Werken des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns. So sehr die Orgel in Saint-Saëns Symphonie Nr. 3 c-Moll op. 78 auch in den Orchesterapparat integriert ist – klanglich bleibt sie doch ein solch hervorstechendes Instrument, dass sie in allen der drei eingespielten Werke durch den Solisten Vincent Warnier, begleitet vom Orchestre National de Lyon unter der Leitung von Leonard Slatkin, ihre (klang-)dominante Position behaupten kann.

Alle drei Werke, die Symphonie, die symphonische Dichtung 'Danse macabre' op. 40 (1872) und die Komposition 'Cyprès et Lauriers' op. 156 (1919) stehen für sich. Kein Komponist der Romantik hat Orgel und Orchester auch nur annähernd in dieser Weise nebeneinander gestellt und miteinander verbunden wie Saint-Saëns. Die Werke besitzen schon in Bezug auf die kompositorische Anlage einen hohen Wiedererkennungswert, der durch die inspirierte und konsequente Interpretation verstärkt wird. Der individuelle Charakter der hier vorliegenden Orgelwerke verlangt nach hoher solistischer Virtuosität sowie einer geschickten Orgelregistrierung, vor allem in 'Cyprès et Lauriers', in denen der erste Satz als reines Orgelsolo dem zweiten Satz mit Orchester klar gegenübergestellt wird. Die programmatische Komposition mit starkem Einfluss von Märschen ist dann verständlicher, wenn man sich bewusst macht, dass sie nach dem Sieg der alliierten Mächte im Ersten Weltkrieg entstanden ist und dem französischen Präsidenten Raymond Poincaré gewidmet wurde. Ähnlich programmatisch erscheint auch die symphonische Dichtung 'Danse macabre', die hier in einer von Warnier revidierten Bearbeitung von Edwin Lemare auf der Orgel des Lyoner Auditoriums eingespielt wurde. Der makabre Charakter des Werkes kommt in der durchsichtigen, klaren Interpretation Warniers hervorragend zur Geltung.

Die sogenannte ‚Orgelsymphonie’, komponiert 1886, ist ein großangelegtes viersätziges Werk, dessen klanglicher Reiz in der spätromantischen Symphonik allein dasteht. Die äußerst wirkungsvolle Komposition bedarf eines großen, klanglich gut abgestimmten Orchesterapparats. Der Interpretation durch das Orchestre National de Lyon unter Leonard Slatkin liegt eine klare klangliche Dramaturgie zugrunde. Das deutliche Herausarbeiten größtmöglicher Bandbreite der Klangfarben und ihrer Kombinationen gelingt. Insbesondere der zweite Satz 'Poco adagio' überzeugt aufgrund heller Farben und Schlichtheit, wenn auch die hohen Streicher durch den Einsatz eines sehr großen, nahezu aufdringlichen Vibratos auffallen. Besondere Hervorhebung verdienen die tiefen Streicher aufgrund perfekter dynamischer Schweller, des bemerkenswert präzisen Zusammenspiels und ihrer so eindringlichen, tief empfundenen Gestaltung. Nicht nur die klare Klang-, sondern auch eine präzise Tempo-Dramaturgie bestimmt die vorliegende Interpretation in den übrigen Sätzen. Gelegentlich wären vielleicht mehr Tempofreiheiten wünschenswert, insgesamt aber erzielt das Orchester eine ansprechende musikalische Leistung und wird den Erwartungen durchaus gerecht, ohne größere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Marion  Beyer Kritik von Marion Beyer,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Saint-Saens, Camille: Sinfonie Nr. 3

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
05.01.2015
Medium:
EAN:

CD
747313333172


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Naxos

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