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Mittwoch, 17. Juli 2019

Mann, Robert - Speak the Music

Zweimal Abschied


Label/Verlag: ACCENTUS Music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ausdruckskraft und Heiterkeit – eine seltene Verbindung.

Über fünfzig Jahre präsidierte Robert Mann Juilliard String Quartet. Nun hat Accentus eine Dokumentation Allan Millers vorgelegt: ‚Speak the music – Robert Mann and the Mysteries of Chamber Music‘. Sie ist erschienen, als Mann die Neunzig überschritten hatte. Es ist ein filmisches Adieu und Vademecum voller Heiterkeit. Ein springfideler Greis gibt Auskunft über die Dinge des Lebens und der Musik. Der Titel ist sinnvoll gewählt: Ohne auf ‚Klangrede‘ plädieren zu müssen, hat Mann musikalischen Ausdruck über harmonisierende Schönheit gestellt.

Miller verfügt über Rhythmusgefühl. Biographische Erzählung, Konzert- und Probenausschnitte halten sich die Waage. Anekdotisches wird nicht verschmäht: Juilliard School habe er zufällig gewählt, im Glauben, das Vorspiel sei leichter zu bestehen als bei Curtis. ‚Die anderen Teilnehmer waren viel bessere Geiger. Aber keiner konnte einen langsamen Satz so ausdrucksvoll gestalten wie ich.‘ So Robert Mann über den Studienbeginn.

Bald wurde der Musensohn zur Armee eingezogen. Auf die Geige mochte er gleichwohl nicht verzichten. Der Feldwebel brüllte: ‚Welcher Schwachkopf hat diese Geige unter seinem Bett versteckt?‘ Etwas ziviler: ‚Spielst Du das Ding? Kennst Du das Hummelflug-Stück?‘ Die Sportsfreunde zwangen den Rekruten zum Vortrag und nahmen die Zeit: ‚Er ist eine Sekunde unter dem Weltrekord.‘ In der militärischen Fressordnung war Mann einige Chargen aufgestiegen. Wichtigstes Vorbild sei Eugene Lehner (Jenö Léner) gewesen, Geiger des Kolisch-Quartetts, mit Bartók bekannt, später Bratschist bei Boston Symphony. Lehner habe die mitteleuropäische Musiktradition vermittelt.

Miller zeigt Mann mit dessen Studenten: ‚Du bist zu sehr bei Dir. Du suchst nach einer schönen Phrasierung, aber Du hörst nicht, wie es hier unten klingt.‘ Immer wieder wird Schönspielerei und glättender Klassizismus aufs Korn genommen. Und die Maxime eines glücklichen Streichquartett-Lebens laute: ‚Du musst jede Idee so spielen können, als sei sie Deine eigene.‘ Schließlich wird Mann mit der Bratsche und eigenen Kompositionen vorgestellt, der Sohn an der Geige. Auch das Familienleben wird nicht ausgespart. Die Angehörigen dürfen sich äußern.

Der Bonus – ‚Bowing out‘ – ist profund: eine halbstündige Reportage des Jahres 1997 über Robert Manns letzte Tage mit Juilliard samt Proben-Mitschnitten und Auszügen des Abschiedskonzerts. Solide Untertitel, aufschlussreiche Fotografien und ein geschmackvolles Layout runden die Produktion vorteilhaft ab. Das Beiheft enthält ein Gespräch mit Allan Miller: ‚Speak the music ist nicht nur ein Film über die Ikone der Kammermusik, sondern über Mann den brillanten Erzähler, der mit seinem pointierten und mitreißenden Humor Musikgeschichte lebendig werden lässt.‘ Das ist nicht übertrieben.

Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
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Regie:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mann, Robert: Speak the Music

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
ACCENTUS Music
1
14.11.2014
Medium:
EAN:

DVD
4260234830804


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ACCENTUS Music

ACCENTUS Music wurde 2010 als Produktionsfirma mit einem sehr erfahrenen Team aus Produzenten, Regisseuren, Kameraleuten, Tonmeistern und Cuttern und als gleichnamiges DVD Label auf dem Klassikmarkt gegründet. Die Firma mit Sitz in der Musikstadt Leipzig, unweit der Thomaskirche, produziert weltweit erstklassige Konzertereignisse, Opern sowie Künstlerportraits und Dokumentarfilme. Auf den DVD- und Blu-ray Veröffentlichungen finden sich herausragende Künstler wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Evgeny Kissin, Martha Argerich, Riccardo Chailly, Pierre Boulez, Joshua Bell, Lucerne Festival Orchestra, New York Philharmonic und das Simón Bolívar Jugendorchester. ACCENTUS Music erfüllt sowohl künstlerisch wie auch technisch höchste Ansprüche von Klassik-Liebhabern rund um den Globus.


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