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Montag, 9. Dezember 2019

Strauss, Richard - Ariadne auf Naxos

Solide


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Hier liegt ein Mitschnitt der 'Ariadne auf Naxos' aus der Oper Frankfurt vor. Zu hören sind große Stimmen, aber im Gedächtnis bleibt der Abend wohl aufgrund der musikalischen Grobmotorik.

Im Oktober 2013 wurde eine Aufführung der 'Ariadne auf Naxos' von Richard Strauss an der Frankfurter Oper live aufgezeichnet. Der Mitschnitt dieser lebenigen Aufführung ist beim Label Oehms erschienen. Sie ist laut, diese Aufführung, und sehr ambitioniert. Alle Mitwirkenden haben sich dieser Oper mit hohem Engagement verschrieben, es gibt keine halbe Sachen. Aber genau da liegt die Krux: Ein wenig mehr Abstufungen in Tempo, Dynamik und Gestaltung würde man sich schon wünschen.

Die Damenriege, die die Hauptrollen bestreitet, ist mit großen, üppigen Stimmen ausgestattet. Claudia Mahnke als Komponist glückt das Portrait eines jungen, wilden, seiner Sache verschriebenen Mannes. Sie ist auch der Lichtblick dieser Aufführung, denn trotz einem etwas angestrengten Vibrato, welches den Genuss ihrer runden Stimmfarbe trübt, findet sie immer mehr in die Rolle hinein, gelingen ihr warme, mitreißende Passagen, gestaltet sie furiose wie nachdenkliche Momente. Brenda Rae als Zerbinetta verfügt ebenfalls über eine breite Stimme und es ist verblüffend, dass diese reifere Stimme zu den extremen Höhen in ihrer Arie fähig ist. Leider ist sie manchmal etwas scharf in der Höhe, überzeugt an anderer Stelle aber durch blitzende Sauberkeit der Töne. Jedoch könnte ihre Interpretation etwas mehr Einfühlung vertragen, etwas mehr Inhalt transportieren. Camilla Nylund gibt die Primadonna. Auch hier, wie im Falle der beiden schon genannten Damen, ist das Störende ein recht auftrumpfendes Vibrato, welches sich durch sehr kraftvolles Singen, das sie an diesem Abend auch exzessiv praktiziert, erklären lassen könnte. Aber Camilla Nylund gelingt doch ein schlüssiges musikalisches Rollenportrait. Ihre Ariadne ist nicht übermäßig anrührend, aber die Sängerin besticht durch kluges Musizieren.

Grobmotorik

Das Hauptproblem dieser Interpretation: Der Abend läuft, die Rollen sind adäquat besetzt, aber tatsächlich gibt es kaum Passagen, die Aufhorchen lassen. Es handelt sich um einen Repertoireabend an einem sehr guten Haus, aber hier liegt keine Sternstunde vor. Sicherlich ist Sebastian Weigle nicht unschuldig an diesem sich festsetzenden Eindruck. Gelingt es ihm im Vorspiel noch, eine gewisse Lebendigkeit entstehen zu lassen, stört genau diese Lebendigkeit, dieses Dahinrauschen im zweiten Teil des Abends, in der Oper. Man wünscht sich intimere Momente, feinere Farben, sowohl im Orchester wie auch von den Sängern. Aber es scheint das Konzept des Abends zu sein, dass mehr auf den großen als auf den kleinen Bogen geachtet wird. So bleibt der Eindruck eines recht grobmotorischen Abends. Auch ein Indiz dafür ist der Hauhofmeister von William Relton. Die Pikiertheit dieser Figur geht beinahe unter im lauten Chargieren des Schauspielers.

Auch die weiteren Herren der Aufführung nicht gerade übersubtil. Michael König meistert seinen Bacchus ohne große Schwierigkeiten, trumpft stimmlich auf, findet aber wenig zu den interessanten Zwischentönen. Diese wenigen Passagen sind vor allem im Schlussduett zu erahnen. Der Harlekin von Daniel Schmutzhardt ist warm timbriert, schleicht sich jedoch immer ein wenig an seine hohen Töne an. Franz Grundheber als Musiklehrer ist furchteinflößend autoritär und dabei stimmlich präsent.

So grob gezimmert diese Aufführung auf CD erscheint, so überzeugend kann sie live gewesen sein. Die Konkurrenz gerade bei Aufnahmen dieser Oper ist riesig, die hier gebotene Deutung aber nicht restlos überzeugend. Die Produktion dokumentiert einen sicherlich guten Abend der Oper Frankfurt. Fraglich ist allerdings, ob er wirklich einen CD- und nicht eher einen DVD-Mitschnitt wert wäre.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Strauss, Richard: Ariadne auf Naxos

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
OehmsClassics
2
12.01.2015
Medium:
EAN:

CD
4260034869479


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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