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Freitag, 19. Juli 2019

Bach, Johann Sebastian - Partiten für Violine solo

Wunderbar


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Geigerin Midori Seiler präsentiert eine historisch orientierte und zugleich emotionale und freie Lesart Bachs.

Das auf dem Tonträgermarkt vorhandene Angebot an Interpretationen der Bachschen Partiten für Violine solo BWV 1002, 1004 und 1006 ist kaum noch überschaubar. Trotz der Vielzahl an bereits erschienen Einspielungen wächst die Zahl stetig weiter. Jeder Violinist von Format möchte sich an diesem Gipfelpunkt der Violinenliteratur messen und seine eigene Interpretation an die Öffentlichkeit bringen. So auch die Geigerin Midori Seiler. Erstmals 2011 bei Berlin Classics veröffentlicht, erschien ihre Aufnahme jetzt in der ‚Edition Kultur Spiegel’.

Von der Alten Musik kommend, scheint Seiler hier einen Vorteil gegenüber anderen Interpreten zu haben, die sich an den Partiten versuchen. Sie ist beileibe nicht die erste, die diese Werke auf einem ‚Originalinstrument’ spielt, jedoch ist sie die erste, die die technischen Schwierigkeiten so bravourös meistert, dass man sie ganz vergisst. Als Konzertmeisterin hochrangiger Ensembles für historisch informierte Aufführungspraxis, wie der Akademie für Alte Musik und dem Ensemble Anima Eterna, zeigt sich Seiler in dieser Soloeinspielung als beeindruckend sensible und kluge Solistin, die Bachs Musik fabelhaft zu deuten weiß.

Beim Hören fällt sofort eine ungeheure Leichtigkeit auf, die sich wie ein roter Faden durch die Umsetzung der Werke zieht. Der Zuhörer wird nicht von einer Bedeutungsschwere überrollt, wie manch anderer Interpret sie an den Tag zu legten pflegt. Dieser Klang wird auch dadurch begünstigt, dass Seiler keinen überakustischen Kirchraum für die Aufnahme wählte, sondern die Konzerthalle in Köthen – ebenjenen Ort, wo die Werke entstanden. Also vielleicht doch ein bisschen ‚Bedeutungsschwere‘?

Seilers Interpretation zeichnet sich durch ungemein differenzierte Artikulation und reiche Schattierung aus, vor allem durch eine außerordentlich gelungene Wahl der Tempi und einen sehr sparsamen und durchdachten Umgang mit dem Vibrato. Manche Töne werden nur kurz angestoßen, andere werden erst gegen Ende mit einem leichten Vibrato versehen und manche verhallen gänzlich unverziert. Dies setzt eine absolut reine Intonation voraus. Die Tempi zeichnen sich durch Zugkraft aus, wirken aber niemals verhetzt. So treten auch die unterschiedlichen Charaktere der Tanzsätze scharf konturiert hervor. Musikalisch gestaltet die Solistin in größeren Sinneinheiten. Der gelungene Einsatz von dynamischen Tableaus lässt die Struktur der Sätze hervortreten und wirkt nicht aufgesetzt oder zu stark, sondern folgt dem logischen Fortlauf der musikalischen Textur. Dies gipfelt in der Interpretation der 'Ciaccona', wo Seiler die Struktur des Satzes und der Variationen gekonnt hörbar macht.

Neben der 'Ciaccona', die selbstverständlich einen Höhepunkt der Einspielung darstellt, sorgen auch 'Allemande' und 'Sarabande' der d-Moll Partita für absolute Glanzlichter. Insbesondere die 'Sarabande' besticht durch Tempowahl und Schärfung des Charakters. Die Töne entfalten sich frei im räumlichen Klangbild und werden in Seilers Interpretation zu einem atmenden Tongeflecht geformt. Bleibt zum Schluss noch eine Bitte: die drei Sonaten auch noch einzuspielen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Partiten für Violine solo

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
1
21.11.2014
Medium:
EAN:

CD
885470006321


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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