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Donnerstag, 28. Oktober 2021

Sibelius, Jean - Orchesterwerke

Sibelius-Bilder


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Sibelius-Aufnahmen mit Segerstam und dem Helsinki-Philharmonic Orchestra: Wirklich neu sind nur einige Fotos im Booklet. Schön anzuhören sind sie gleichwohl.

Gleich vorweg: Die Aufnahmen dieses Doppel-CD-Sets mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra unter Leif Segerstam und dem Geiger Pekka Kuusisto sind Wiederveröffentlichungen. Mit der Einspielung des d-Moll-Violinkonzerts von Jean Sibelius wurde Kuusisto 1995 als erster finnischer Gewinner des Sibelius-Wettbewerbs schlagartig berühmt. Und dass Segerstam und das Helsinki Philharmonic Orchestra bei Sibelius eine unschlagbare Kombination bilden, wird durch die Zweite Sinfonie und andere populäre Orchesterwerke des finnischen Nationalromatikers wieder einmal deutlich.

Wirklich neu an dem CD-Set sind hier zum einen nur das Gedruckte in Form einer Zeittafel sowie eines lesenswerten, unterhaltsam geschriebenen Texts von Vesa Sirén zu Leben und Werk, allerdings nur in englischer Sprache. Zum anderen enthält das Booklet neben bekannten Fotos des Komponisten auch acht bislang unveröffentlichte. Diese zeigen Sibelius meist mit heiterem Gesichtsausdruck: im Kreis seiner Familie, mit seiner Frau Aino, mit Eugene Ormandy oder eine Zigarre haltend. Leider fehlt die Zeitangabe, wann die Bilder geschossen wurden. Jedoch handelt es sich bei den unveröffentlichten Fotos durchweg um Altersportraits – eine schöne Ergänzung für den Sibelius-Liebhaber.

Ansonsten überzeugt das Orchester wie so oft bei Sibelius durch seine bloße Affinität, die Klangqualität und eine überdurchschnittliche Transparenz. So luxuriös, hochromantisch und weit aufgefächert klingt Sibelius wohl nur noch bei den Wiener Philharmonikern und einigen amerikanischen Orchestern. Als Beispiel mag der in den Streichern gleichsam wellenartig hereinrollende Beginn der Zweiten Sinfonie dienen sowie das mit viel hymnischen Schwung genommene Schlussthema des Finales. Selten klingen 'Finlandia' oder 'Pohjolas Tochter' so breit und sinfonisch und zugleich so gut durchhörbar. Hier wird zudem auf erstaunliche Weise klar, wie bei Sibelius Ostinato-Strukturen, rhythmisch komplex gegeneinander geführte Stimmgruppen und individuelle Instrumentation einen Großteil seines Personalstils begründen. Zudem versteht es Segerstam wie wohl kaum ein anderer Sibelius-Dirigent, die Musik durch teils stark forcierte Tempogestaltung pulsieren und atmen zu lassen, gerade in Bezug auf gesangliche Passagen. Man nehme nur die bis zum Äußersten gedehnte 'Ballade' aus der 'Karelia-Suite' oder die drei kurzen Auszüge aus der Schauspielmusik zu 'Der Sturm'. Kuusistos dramatische, gleichwohl mit zahlreichen Farbschattierungen aufwartende Interpretation des Violinkonzerts ergänzt das ‚The Essential’ getaufte CD-Set hervorragend. Für Sibelius-Einsteiger ist es also ideal geeignet. Liebhaber freilich besitzen diese Aufnahmen wahrscheinlich schon. Ob sich diese Wiederauflagen alleine wegen der neuen Fotos lohnen, muss jeder selbst entscheiden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Sibelius, Jean: Orchesterwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ondine
2
10.11.2014
Medium:
EAN:

CD
761195126523


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Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


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