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Samstag, 19. Januar 2019

Gounod, Charles - Reqiuem

Ungewöhnliche, aber reizvolle Besetzung


Label/Verlag: Carus
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Aufgrund der ungewöhnlichen Besetzungen der beiden hier eingespielten Kompositionen und der hohen musikalischen Qualität überzeugt das Gesamtpaket der vorliegenden Einspielung.

Eine bei Carus erschienene Einspielung präsentiert Charles Gounods Requiem und Antonín Dvoraks Messe in D-Dur in ungewöhnlichen Besetzungen. Es handelt sich aber nicht um freie Bearbeitungen, sondern um Besetzungsvarianten, die von beiden Komponisten sanktioniert sind. So sah Gounod die Fassung seines Requiems für Soli, Chor und Orgel selbst vor; er konnte diese Bearbeitung aber aufgrund seines Todes im Jahr 1893 nicht mehr fertigstellen. Dvoraks Erstfassung der Messe bestand aus Soli, Chor und Bläserquintett statt großem Orchester. Die Uraufführung des Werkes fand zwar in der reduzierten Besetzung statt, Bekanntheit erlangte das Werk aber erst in der Orchesterfassung.

Das Ergebnis der reduzierten Besetzungen bei vorliegender Einspielung mit den Solisten Anne Bretschneider (Sopran), Christine Lichtenberg (Alt), Holger Marks (Tenor), Georg Witt (Bass) und dem Berliner Rundfunkchor unter der Leitung von Risto Joost überrascht. Begleitet wird Gounods Requiem von Hye-Lin Hur auf der Orgel. Hur beeindruckt durch ihr dezentes, niemals aufdringliches, aber dennoch sehr souveränes und hervorragend auf die Solisten und den Chor abgestimmtes Orgelspiel, wodurch der recht intime Charakter der Komposition, verstärkt durch die reduzierte Besetzung, gut zur Geltung kommen kann. Es bedarf besonderer Hervorhebung, dass es sich bei den Interpreten im Durchschnitt um recht junge Sänger und Instrumentalisten handelt, die für ein insgesamt sehr zartes, in sich geschlossenes Klangbild sorgen. Das Solisten-Quartett harmoniert in beiden Kompositionen sowohl gut untereinander wie auch zusammen mit Chor und Orgel. Allerdings wirkt die Stimme der Sopranistin insbesondere im zweiten Part ('Séquence') des Requiems etwas dünn und vorsichtig; der intime Charakter der Komposition wird dadurch aber nicht gefährdet. Auffallend sind die guten dynamischen Abstufungen im gesamten Klangapparat, die unter Joosts Dirigat wohldosiert eingesetzt werden.

Ungewöhnlich ist auch das Klangbild in Dvoraks Messe mit Bläserquintett, das hier durch das Polyphonia Ensemble Berlin besetzt ist. Leider wirkt die Stimme des Tenors Holger Marks im 'Gloria' etwas angestrengt, wohingegen doch die Leichtigkeit und Mühelosigkeit seiner solistischen Gestaltung im Requiem beeindruckt hat. Etwas karg erklingen auch die Bläser im 'Credo', was aber in den ungewöhnlich langen und damit sehr schwierigen Atem-Phrasen und Liegetönen begründet liegt, die Dvorak den Instrumentalisten abverlangt. Dagegen vermag der Chor vor allem in diesem Teil durch ein Höchstmaß an Reinheit und Präzision zu überzeugen. Das 'Agnus Dei' darf zum klanglichen Highlight dieser Einspielung gezählt werden. Der kultivierte Zusammenklang aller Interpreten sorgt für ein sehr emotionales Hörerlebnis.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Marion  Beyer Kritik von Marion Beyer,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Gounod, Charles: Reqiuem

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Carus
1
07.11.2014
EAN:

4009350833869


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Carus

Der Name Carus steht weltweit als ein Synonym für höchsten Anspruch und Qualität auf dem Gebiet geistlicher Chormusik. Dies betrifft nicht nur unsere zuverlässigen Noteneditionen vieler zu Unrecht in Vergessenheit geratener Werke. Es ist uns ein besonderes Anliegen, gerade diese Werke - oft als Weltersteinspielungen - auch in exemplarischen Interpretationen durch hochrangige Interpreten und Ensembles auf CD vorzulegen. Der weltweite Erfolg unseres Labels führte zur Erweiterung unseres Katalogs: Neben der Chormusik, die weiterhin den Schwerpunkt des Labels bildet, haben gerade in den letzten Jahren einige Aufnahmen barocker Instrumentalwerke internationale Beachtung gefunden. Unsere Zusammenarbeit mit erstklassigen Interpreten führte zu einer hohen Klangkultur, die mit der Verleihung vieler internationaler Preise honoriert wurde (Diapason d'Or, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Gramophone - Editor's choice).


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