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Dienstag, 30. November 2021

Wagner, Richard - Der Ring - symphonisch

'Ring' reloaded


Label/Verlag: Coviello Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wagners 'Ring' mal aus einem ganz anderen Blickwinkel - Andreas N. Tarkmanns gewagter Plan geht auf.

Wagners 'Ring' eingedampft auf eine rein orchestrale Quintessenz? Für viele eingefleischte Wagnerianer undenkbar, geradezu ein ‚blasphemisches’ Vorhaben auf der einen Seite, ein reizvolles Projekt dagegen schon immer für andere, unbestritten aber jedenfalls keine leichte Aufgabe für den Arrangeur, in diesem, für Coviello Classics eingespielten Fall für den Komponisten Andreas N.Tarkmann.

Schlüssige Konzeption

Zwei übergeordnete Ziele liegen der gefundenen Lösung zugrunde: Zum einen sollte die entstandene Fassung auch für ‚handelsübliche’ Klangkörper spielbar sein und wurde deshalb auf eine etwas abgespeckte Instrumentierung heruntergebrochen. Zum anderen sollte in den vier jeweils etwa zwanzigminütigen Aufführungsblöcken die Handlung der Tetralogie komprimiert musikalisch nacherzählt werden. Letzteres gelingt über weite Strecken, nur stellenweise etwas lückenhaft, etwa, wo im 'Rheingold' mit Loge eine der interessantesten (und auch für den Fortgang des Geschehens bedeutsamsten) Figuren des ‚Vorabends’ überhaupt nicht zu Wort kommt. Die Unvermeidbarkeit gewisser Abstriche bringt der konzeptionelle Ansatz indessen schon von vornherein mit sich. Uneingeschränkt gelungen demgegenüber und wichtig für den angestrebten Erzählfaktor: Zwischen den jeweiligen Exzerpten entstehen keine logischen oder musikalischen Brüche.

Dezente Eingriffe

Von inhaltlich-formalen Aspekten zur musikalischen Umsetzung: Die Nordwestdeutsche Philharmonie unter Daniel Klajner entwirft eine überzeugende Dramaturgie: Scharfkantiges Blech, das aber – beispielsweise in der Walhall-Schilderung – ebenso ein warmes Timbre beherrscht. Dazu subtil ausbalancierte Holzbläser (exemplarisch im ‚Waldweben’ des 'Siegfried') und ein satter, homogener Streichersatz loten die Bandbreite zwischen opulenter Klangfülle und mit fulminanten Crescendi auf der einen und fast schon kammermusikalisch angehauchten Sequenzen auf der anderen Seite gekonnt aus. Dass hier andere Maßstäbe gelten als im Zusammenwirken mit den Singstimmen, versteht sich von selbst und führt ganz automatisch dazu, dass dem Hörer gewisse motivische Aspekte auf spezielle Weise nahegebracht werden müssen. Wo sich gesangliche Elemente nicht bereits im ursprünglichen Orchestersatz wiederfinden, waren in der Adaption naturgemäß Ergänzungen nötig, die nicht nur Tarkmann bewusst ohne allzu schwerwiegende operative Eingriffe und mit viel vermittelndem Fingerspitzengefühl gut realisiert hat, sondern die auch vom Klangkörper stimmlich transparent nachgezeichnet werden.

Dass man es mit einer solchen, zwangsläufig stark gekürzten symphonischen Version des 'Rings' nicht jedem recht machen kann, ist und war im Vorfeld auch Tarkmann klar. Diesen Zweck verfolgt sein Konzept aber auch gar nicht; entscheidend ist, dass es im Ergebnis überzeugend aufgeht. Das tut es, und so lohnt sich die Bekanntschaft mit diesem ungewöhnlichen und spannenden Projekt – egal, ob 'Ring'-Kenner oder noch nicht – allemal. Im Booklet erhält man in einem Interview weitere interessante Informationen über die Entstehungshintergründe aus erster Hand.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Wagner, Richard: Der Ring - symphonisch

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Coviello Classics
1
03.10.2014
Medium:
EAN:

SACD
4039956914174


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Wagner, Richard
 - Das Rheingold - Vorspiel: Der Rhein
 - Das Rheingold - Das Leuchten des Rheingolds
 - Das Rheingold - Die Götterburg Walhall
 - Das Rheingold - Die Riesen
 - Das Rheingold - Die schmiedenden Zwerge
 - Das Rheingold - Gott Donner vertreibt Dunst und Nebel
 - Das Rheingold - Finale: Einzug der Götter in Walhall
 - Die Walküre - Vorspiel: Unwetter und erste Begegnung der Geschwister
 - Die Walküre - Siegmunds Lied und gemeinsame Flucht
 - Die Walküre - Vorspiel: 2. Aufzug und Wotans Wut
 - Die Walküre - Walkürenritt
 - Die Walküre - Wotans Abschied von Brünnhilde


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Dirigent(en):Klajner, Daniel
Orchester/Ensemble:Nordwestdeutsche Philharmonie


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Coviello Classics

Für Coviello Classics steht bei einer Musikproduktion immer das besondere Hörerlebnis im Vordergrund ? alle technischen und organisatorischen Entscheidungen müssen sich diesem ästhetisch definierten Ziel unterordnen. Wesentliche Entscheidungen treffen bei coviello classics nicht gewinnorientierte Manager, sondern kreative Musik-Gestalter: zum einen die Gründer, Geschäftsführer und prägenden Köpfe Olaf Mielke und Moritz Bergfeld, die als Diplom-Tonmeister und Aufnahmeleiter den coviello classics-Produktionen ihr ?klangliches Gesicht? geben, zum anderen die Interpreten, die für coviello classics immer die wichtigsten Partner sind. Ihre künstlerische Aussage ist das zentrale Kriterium für die Qualität einer Aufnahme; sie sind in alle ästhetischen Fragen einer Veröffentlichung einbezogen.

Hoher Repertoirewert

Grundvoraussetzung für unsere Neuproduktionen sind die besonderen Anforderungen an Künstler und Repertoire. Um dem Klassikmarkt neue Impulse zu geben, produziert coviello classics bislang wenig beachtetes Repertoire, oftmals in Weltersteinspielungen, und sorgt damit immer wieder für überraschende Entdeckungen. Bekanntere Werke erscheinen durch ungewöhnliche Interpretationen in neuem Licht ? hier gibt es keine ideologischen Grenzen oder vermeintlichen Authentizitäts-Anspruch; lebendige Musikkultur zeigt oft das vertraute in ganz anderem klanglichem Gewand. Ein besonderer Schwerpunkt ist die seit einigen Jahren etablierte Reihe coviello contemporary, in der sich die Nähe zum weltbekannten Darmstädter Institut für neue Musik in ganz aktuellen Kompositionen bemerkbar macht.

Technische und ästhetische Kompetenz

coviello classics ist das Label, unter dem die Aufnahmen der Produktionsfirma MBM vertrieben werden ? ob als CD, DVD oder SACD. Durch einen ganz speziell für die Anforderungen hochwertigster Musikproduktionen konzipierten Übertragungswagen sind die Voraussetzungen für die Aufnahmequalität bei MBM optimal. coviello classics bietet darüber hinaus in jedem Bereich und in jeder Phase der Realisierung einer Musikproduktion ? bis hin zu grafischer Gestaltung und Textredaktion bei den begleitenden Druckmedien ? sowohl Logistik und hochwertiges Gerät wie auch technisches und ästhetisches Know-how.

Grafiken, Texte und weltweite Wege

Zu einer Musikveröffentlichung gehört nicht nur der gespeicherte Ton ? da gibt es noch einiges mehr zu gestalten. Das Cover einer CD, DVD oder SACD muss nicht nur grafisch ansprechend gestaltet sein, sondern auch einen sinnvollen Zusammenhang mit dem musikalischen Inhalt herstellen. Das begleitende Booklet soll umfassend über Werke, Künstler und Aufführungspraxis informieren; die Texte müssen wissenschaftlicher Prüfung standhalten, aber trotzdem allgemein verständlich und auch noch unterhaltsam sein ? schwierige Herausforderungen auch über die Musik hinaus, für die coviello classics mit erfahrenen Grafikern und Textautoren zusammenarbeitet. Schließlich muss das fertige Produkt an möglichst vielen Orten der Welt erhältlich sein. Dafür haben wir in vielen Ländern in Europa, Asien und Nordamerika Partner vor Ort, die ihren Markt genau kennen. Sie werden laufend mit Neuheiten, Informationsmaterial und Rezensionen aus der Presse versorgt ? auch wenn die Produktion eigentlich fertig ist, macht sie uns noch viel Arbeit.


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