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Montag, 29. November 2021

Brahms, Johannes - A German Requiem

Die ‘MDG Gold’ Edition wird ihrem Namen gerecht


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Bremer Domchor unter der Leitung von Wolfgang Helbich stellt mit dieser neuen CD-Einspielung sein hohes musikalisches Niveau unter Beweis. Johannes Brahms ‘Ein Deutsches Requiem’ erklingt im St Petri Dom in Zusammenarbeit mit der Kammer Sinfonie Bremen – einem Orchester, das regelmäßig mit dem Bremer Domchor arbeitet.
Wolfgang Helbich führt den Chor souverän durch das anspruchsvolle Werk. Besonders an heiklen Stellen wie der Chorfuge ‘Herr, du bist würdig...’ im VI. Teil, zeigt der Chor Geschlossenheit und seine Fähigkeit als Ensembleganzes zu agieren. Doch auch an besinnlichen und meditativen Stellen des Requiems, demonstriert das Gesangsensemble seine Qualität: So folgt nach der zurückhaltenden Orchestereinleitung ein klanglich gut ausbalanciertes ‘Selig sind, die da Leid tragen’. Auffällig ist auch die gute Umsetzung und Kontrolle der dynamischen Forderungen Brahms. Die ständige Steigerung im II. Teil ‘Denn alles Fleisch es ist wie Gras’ wird sowohl vom Orchester, wie auch vom Chor bis zum ff bzw. f Ausbruch in Takt 54 geführt, ohne an Spannung zu verlieren.
Wolfgang Helbich versteht es die Ensemble zu einem musikalischen ganzen zu verbinden und die oft weiten musikalischen Bögen Brahms plastisch und nachvollziehbar zu machen.

Die hervorragende Klangqualität der Aufnahme ermöglicht ein differenziertes Hören und vermittelt einen unverfälschten Klangeindruck. Das Label ‘Dabringhaus und Grimm’ weißt im Booklet ausdrücklich darauf hin, dass ‘alle Einspielungen von MDG [...] in der natürlichen Akustik speziell ausgesuchter Konzerträume aufgezeichnet wurden. Dass hierbei auf jede klang-verändernde Manipulation mit künstlichem Hall, Klangfiltern, Begrenzern usw. verzichtet wird, versteht sich für ein audiophiles Label von selbst.’ Die Brillianz und Klangtiefe dieser Aufnahme profitieren von diesen qualitativen Vorgaben. Der Name der Reihe – ‘MDG Gold’ findet sich nicht nur in der souveränen Interpretation sondern vor allem auch in der Klangqualität wieder.

Diesem professionellen Gesamteindruck entsprechen auch die Leistungen der Solisten. Vor allem Klaus Mertens liefert eine ausgesprochen eindrucksvolle Baritonpartie. Seine Interpretation, weiß Tiefendimension des Werkes zu vermitteln. Siri Karoline Thornhill singt die Sopranpartie im V. Teil ‘Ihr habt nun Traurigkeit’.
Die Einspielung ist eine Empfehlung an alle, deren CD-Regal noch kein Brahmsrequiem beinhaltet. Leider ist bei einem solch populärem Werk der Romantik die Konkurrenz auf dem Plattenmarkt groß und die Bandbreite an verschiedenen Interpretationen enorm. Dennoch kann sich diese CD mit den vorhandenen messen und hat vor allem klanglich ihre Berechtigung.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 



Kritik von Thade Buchborn,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Brahms, Johannes: A German Requiem

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
MDG
1
63:18
2001
2002
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
0760623113722
MDG 334 1137-2

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Brahms, Johannes


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Dirigent(en):Helbich, Wolfgang
Interpret(en):Thornhill, Siri Karoline (Soprano)
Mertens, Klaus (Baritone)
Bremer Domchor,


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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