> > > On Christmas Night: Armonico Consort
Sonntag, 19. Januar 2020

On Christmas Night - Armonico Consort

Engelsgleiche Engländer


Label/Verlag: signum classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Armonico Consort bietet unter der Leitung von Christopher Monks eine stimmungsvolle Weihnachts-Kompilation, die neben einigen musikalischen Prachtstücken durch den wunderbar hellen Klang der Vokalformation begeistert.

Es weihnachtet wieder auf dem CD- Markt. Zahlreiche Plattenfirmen bringen nun eine Platte mit weihnachtlicher Musik auf den Markt. Bei der diesjährigen Weihnachts-CD des Labels Signum classics handelt es sich um Einspielungen aus dem Jahr 2011 unter Christopher Monks mit dem Armonico Consort, einem englischen Chor-Ensemble, das hauptsächlich auf Renaissance- und Barockmusik spezialisiert ist. Wie oft bei englischen Chören besticht auch das Armonico Consort mit einem herrlich leichten, sehr hoch gelagerten Gesamtklang, der von sehr schlank geführten, glitzernd klingenden Sopranstimmen dominiert wird, die aber nicht aus dem allgemeinen Chorklang herausfallen. Es ist immer wieder bewundernswert, wie den englischen Chören dieses Klangwunder gelingt, das mühelos und unangestrengt wirkt.

Auf dem Programm des Chors stehen einige der üblichen Weihnachts-‚Hits’ wie 'Stille Nacht' und 'In Dulci Jubilo', die teilweise in schönen neuen Arrangements von David Willcocks erklingen. Dazu kombiniert Monks einige neuere Weihnachtskompositionen wie 'Hope Finds a Way' und 'Mistletoe' von Jonathan Roberts, die hier als ‚Weltersteinspielungen’ präsentiert werden. Eine lohnende Entdeckung ist 'O Magnum Mysterium' des amerikanischen Komponisten Morten Lauridsen. Das Werk spielt mit den Konventionen mittelalterlicher Responsorial-Gesänge, die Lauridsen mit einer zeitgenössischen, jedoch tonal gebundenen Harmonik verbindet. Den Höhepunkt bildet aber natürlich die 'Ceremony of Carols' op. 28 von Benjamin Britten, in denen die hervorragenden Solisten des Chors Andrea Pringle, Anna Bolton, Elizabeth Edwards und Kzinia Reynolds (Sopran) sowie Belinda Morley (Alt) mit herrlich warmem Timbre brillieren können.

Der effektvoll eingesetzte Raumklang der St. Mark’s Church von Leamington Spa bildet in der eingangs erklingenden 'Procession' den plastischen Eindruck eines mit dem cantus firmus singend einziehenden Knabenchors. Es entsteht eine wunderbar meditative Atmosphäre, die dann vom ungestümen 'Wolcum Yole' unterbrochen wird. Sally Pryce begleitet den Chor dazu auf der Harfe stürmisch und spielfreudig. In 'There is no Rose' und 'This little Babe' lässt Monks seine Sängerinnen mit kontrolliert hellem Timbre singen, wofür sich der Rezensentin das fast zu plakative Wort engelsgleich aufdrängt. Im 'Interlude' spielt Sally Pryce Brittens Satz für Solo-Harfe wunderbar einfühlsam, mit nahezu meditativer, improvisierter Ruhe. Auch sie nutzt hier die Möglichkeiten des Kirchenraums, um mithilfe ihrer Harfe zum einen orchestrale, zum anderen sehr intime musikalische Momente zu zaubern. Das 'Interlude' ist für die Rezensentin eines der Highlights der CD.

Man könnte an der CD herummäkeln, dass die Textverständlichkeit bei 'Stille Nacht' nicht gerade optimal ist, da Monks die Aussprache der Konsonanten zugunsten klanglicher Aspekte vernachlässigt hat, aber dies dürfte nur deutschen Muttersprachlern auffallen, und die können den Text von 'Stille Nacht' sowieso auswendig.

Christopher Monks und seinem Armonico Consort ist mit ‚On Christmas Night’ eine schöne, teilweise mit musikalischen Überraschungen aufwartende Weihnachts-Kompilation gelungen, deren Programm ruhig mit mehr außergewöhnlichen Stücken hätte aufwarten können als mit 'In Dulci Jubilo' und 'Stille Nacht'.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    On Christmas Night: Armonico Consort

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
signum classics
1
05.09.2014
Medium:
EAN:

CD
635212038628


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signum classics

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