> > > Passaggi da Napoli a Venetia: Werke von Falconiero, Frescobaldi, Ferrini u. a.
Montag, 13. Juli 2020

Passaggi da Napoli a Venetia - Werke von Falconiero, Frescobaldi, Ferrini u. a.

Verzierte Reisen


Label/Verlag: ARS Produktion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Von Neapel nach Venedig: gemeinsam mit dem Ensemble La Fenice und dem Zinkenisten Jean Tubéry auf den Flügeln virtuoser Passaggi.

Passaggi – das sind zunächst Reisen. Auf der aktuellen Platte des Ensembles La Fenice führen sie von Neapel über Rom, Florenz und Mailand nach Venedig, einmal durch einige der wichtigsten musikalischen Zentren im Italien des sehr frühen 17. Jahrhunderts. Es sind verschiedene große Namen wie Andrea Falconieri, Girolamo Frescobaldi, Tarquinio Merula, Giulio Caccini, Francesco Rognoni, Giovanni Battista Fontana oder Girolamo Kapsberger mit geistreichen Werken von durchgehend hohem Niveau zu hören. Jene explorative Epoche vermag also auch ohne Claudio Monteverdi und einige seiner großen Kollegen zu beeindrucken.

Noch eine zweite Ebene ist mit dem Begriff der Passaggi angesprochen: Die wohl gängigste Verzierungsform, die oft einfache melodische Grundlagen oder ältere Vorbilder in eine gelegentlich schwer überschaubare Kleinteiligkeit zerlegt und in höchster Virtuosität ausschmückt. Diese genuin instrumentale Ästhetik spiegelt ideal den Übergang von der älteren Idee kontrapunktischer Prägung zum leichteren Satz des neuen Zeitalters. Den Instrumentalisten eröffneten sich ungeheure Möglichkeiten zu wirklich idiomatischer Entfaltung. Und zugleich ist interessant, wie eindringlich selbst früheste schriftliche Zeugnisse zur Kunst der Passaggi bereits vor unmäßiger Übertreibung, vor der eitlen Selbstüberhöhung des Spielers warnten.

Inspiriertes Ensemble

Jean Tubéry, Zinkenist, Blockflötist und inspirierter Ensembleleiter hat mit seiner feinen Formation La Fenice dieses feine, wenn auch etwas kursorisch wirkende Programm mit meisterlichem Zugriff eingespielt – zunächst hinsichtlich der atemberaubenden stilistischen Sicherheit aller Beteiligten. Sie verleihen den Musiken der verschiedenen Zentren auf subtile Weise Eigenständigkeit – etwa der Strenge der Mailänder Beispiele, der Eleganz der Florentiner, der beeindruckenden Reife der venezianischen Vertreter. Technisch und in der Klangentfaltung bewegen sich die acht Herren sämtlich weit oberhalb der Niederungen kritikwürdiger Aspekte. Sie variieren die eigentlich gar nicht so reichen Möglichkeiten der feinen Besetzungen klug und mit wachem Sinn für die sichere Wirkung. Jean Tubéry ragt immer wieder heraus, aber auch der von Jérémy Papasergio brillant traktierte Dulzian oder das von Jérôme Huille nicht weniger virtuos gespielte Violoncello sorgen für manches Glanzlicht. Dazu lässt sich eine strukturklar agierende Begleitsphäre hören, mit Matthias Spaeter und Thomas Dunford auf der Erzlaute sowie Jean-Marc Aymes, Luca Guglielmi und Philippe Grisvard an verschiedenen Tasteninstrumenten.

Artikulatorischer Reichtum ist selbstverständlich, riesige Kontraste werden souverän durchmessen und in ihrer Verschiedenheit sinnvoll zueinander in Beziehung gesetzt. Die grundlegenden Tempi sind sehr maßvoll gewählt, üppige Beschleunigung ergibt sich immer wieder aus der reichen Diminution der instrumentalen Linien. Das Klangbild erweist sich der charmanten Besetzung sehr angemessen, ist konzentriert, harmonisch, von sehr guter Struktur, mit prägnanten Tiefen und eleganten Höhen. Dazu überzeugt im dreisprachigen, fein gestalteten Booklet ein überaus kundiger und inspirierter Text von Jean Tubéry.

Der erweist sich mit La Fenice seit fast 25 Jahren als gleichermaßen explorativ wie interpretatorisch starker Instrumentalist und Ensembleleiter, vor allem im italienischen Repertoire der Jahrhundertwende um 1600. Im Ensemble wird sehr fein interagiert – klangliche Eleganz und die Entfaltung musikalischen Temperaments machen Werbung für die Musik.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Passaggi da Napoli a Venetia: Werke von Falconiero, Frescobaldi, Ferrini u. a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
ARS Produktion
1
05.09.2014
Medium:
EAN:

CD
4260052385296


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Bovicelli, Giovanni Battista
 - a Milano - Ancor che col partire
Caccini, Giulio
 - a Firenze - Amarilli mia bella
Falconiero, Andrea
 - Da Napoli - La soave melodia & su corrente
 - Da Napoli - Corrente l'Avellina
Ferrini, Giovanni Battista
 - a Firenze - Aria di Fiorenza
Frescobaldi, Girolamo
 - a Roma - Toccata per spinettina & violino
 - a Roma - Capricco fatto sopra il cucchu
 - a Roma - Canzon per canto & basso 'La Capriola'
Lasso, Orlando di
 - a Milano - Suzanne un jour
Merula, Tarquinio
 - a Firenze - Canzon a due La Pighetta
Palestrina, Giovanni Pierluigi
 - a Milano - Pulchra es amica mea
Picchi, Giovanni
 - a Venetia - Passamezzo per il gravicembalo
Rogroni, Francesco
Rore, Cipriano de


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Dirigent(en):Tubéry, Jean


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ARS Produktion

Das exquisite Klassiklabel ARS Produktion wurde 1987 von Annette Schumacher mit dem Ziel gegründet, jungen, aufstrebenden Künstlern und interessanten Programmen gleichermaßen eine individuelle musikalische Heimat und entsprechende Marktchancen, u.a. durch internationalen Vertrieb und Vermarktung zu geben. Die bei Paul Meisen ausgebildete Konzertflötistin hat sich damit nach langer aktiver Musikerlaufbahn einen geschäftlichen Traum erfüllt.
Für die hervorragende Aufnahmequalität der zahlreichen ARS Produktionen ist Manfred Schumacher, Tonmeister und Aufnahmeleiter, verantwortlich.
Spezifisch für das Label und die Haltung seiner Macher/in: stets wird u.a. den klanglichen Erfordernissen der jeweiligen Werke, Musikepochen und Instrumente in größtmöglicher Weise Rechnung getragen sowie im Übrigen die neueste, beste Technik eingesetzt.
Annette und Manfred Schumacher sind ?Überzeugungstäter?. Zwei Individualisten, die Kunst, Kommerz und Können geschickt vereinbaren.
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