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Sonntag, 15. September 2019

Bach, Johann Sebastian - Brandenburgische Konzerte

Berechtigt


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Concerto Köln mit einer feinen, ausgewogenen Ensembledeutung der Brandenburgischen Konzerte Johann Sebastian Bachs.

Es gibt eine große Zahl an Einspielungen der Brandenburgischen Konzerte Johann Sebastian Bachs, darunter etliche hochklassige. Insofern ist die kritische Annäherung durchaus zu begrüßen, mit der sich das Instrumentalensemble Concerto Köln, seit mehr als 25 Jahren mit großem Erfolg auf den Podien der Alten Musik zu Hause, dieser Sammlung angenähert hat: Man wollte eine eigenständige Deutung erreichen, durchaus mit dem Anspruch versehen, auch Novitäten zu liefern.

Nun ehrt es die Musiker, einen so kritischen Zugang gewählt zu haben. Gleichwohl bedarf es für ein Ensemble vom Format des Concerto Köln keiner solcher Rechtfertigung, eines der Zentralgestirne barocken Ensemblemusizierens im Katalog zu haben. Dennoch sind verschiedene Details und Entscheidungen relevant für die Interpretation und auch durchaus prägend: Da ist zunächst der tiefe Stimmton von a‘=392 Hertz. Das war schon von anderen Formationen zu hören und wirkt sich auch hier sehr günstig zum Beispiel auf den halsbrecherischen, von Hannes Rux in perfekter Geste gespielten Trompetenpart des zweiten Konzerts aus. Dazu wurden fruchtbare Überlegungen zu den Besetzungen des Cembaloparts angestellt. Besondere Aufmerksamkeit kam jedoch der Frage der von Bach im vierten Konzert verlangten ‚Fiauti d’Echo‘ zu. Diese Echoflötenpartien werden üblicherweise mit Altblockflöten besetzt. Hier ist die Flötistin von Concerto Köln, Cordula Breuer, auf die Suche nach einem Flötenbauer gegangen, der die Idee der Doppelflöte aus einem Stück Holz, aber mit zwei Grifflochreihen, zwei Labien und zwei Mundstücken umzusetzen bereit war. Der Schweizer Andreas Schöni hat das bewerkstelligt und ein Instrument geschaffen, das die geforderten Echoeffekte in reicher Differenz und sehr schöner Präsenz abzubilden in der Lage ist.

Entscheidende Größe bei jeder Einspielung der Brandenburgischen Konzerte sind freilich die Kompositionen selbst: Sie unterstreichen Bachs hohe Kunst, alles aus Formen, aus Konstellationen, aus ästhetischen Räumen herauszuholen, dabei mühelos bestehende Grenzen verschiebend und neue, eigene Maßstäbe setzend.

Gemeinsame Deutung mit solistischem Glanz

Diese Werke auf der Grenze von Orchester- und Kammermusik sind wie gemacht für ein hochsensibles Ensemble wie Concerto Köln, dessen Klangfreude und die Fähigkeit zur feinen Differenzierung sich in schöner Balance befinden. Die Formation spielt enorm ausgeglichen, natürlich individuell auf höchstem Niveau, was die zahlreichen gleichmäßig starken solistischen Leistungen unterstreichen. Die Klangentfaltung ist edel, es ist kein einziger rauer oder grober Ton zu hören. Die Intonation ist makellos, auch in den gelegentlich heiklen Partien bleiben keine Wünsche offen.

Artikulatorisch wird das Geschehen erfreulich knapp gehalten, unterstreichen die Instrumentalisten mit klaren Gesten den alles andere als von gefühligen Gloriolen getragenen Ansatz der Deutung. Diese akzentuierte Spielweise braucht es, um die oft eher verhaltenen Tempi überzeugend zu beleben: An der allgemeinen Tempomeisterschaft mancher Vorläuferproduktion nehmen die Kölner hörbar nicht teil, überzeugen damit insgesamt, lassen auch den forscheren Zugriff als kontrastierendes Mittel nicht vermissen. Das Klangbild ist sehr konzentriert, zeigt sich in guter Staffelung und räumlicher Positionierung. Einmal mehr erweist sich der Kammermusiksaal des Deutschlandfunks als überaus geeignet für die Aufnahme von Musik zwischen Kammerbesetzung und größerer Geste.

Concerto Köln bietet eine rundum gelungene Ensembledeutung auf hohem Niveau – ausgewogen und harmonisch in der Deutung. Verschiedene Details sind interessant und doch nicht entscheidend. Natürlich soll Concerto Köln die Brandenburgischen Konzerte in seinem Katalog haben. Die Platte ist ohne Zweifel ein würdiger Baustein in der Ensemblediskografie.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Brandenburgische Konzerte

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
2
19.09.2014
Medium:
EAN:

CD
885470005935


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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