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Dienstag, 7. Juli 2020

Zuneigung - Werke von Strauss & Schubert

Nachwuchskünstler mit Strauss und Schubert


Label/Verlag: Gramola
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ildikó Raimondi hat 1998 mit der Jungen Philharmonie Wien eine respektable Auswahl von Liedern von Richard Strauss und Franz Schubert aufgenommen.

Das vorliegende Album von Ildikó Raimondi mit Liedern von Richard Strauss und Franz Schubert wurde schon im August 1998 aufgenommen. Neben den bekanntesten Liedern der beiden Komponisten wie 'Zueignung', 'Ständchen', 'Morgen', 'Du bist die Ruh’' und 'An die Musik' stehen auch einige weniger oft aufgenommene Werke wie zum Beispiel 'Die heil’gen drei Könige aus dem Morgenland'. Ildikó Raimondi wird von der Jungen Philharmonie Wien unter der Leitung von Michael Lessky begleitet. Die Orchestrierungen der Lieder entstammen den Federn der Komponisten sowie Max Reger, Anton Webern, Felix Mottl und Robert Heger.

Bemerkenswert

Dirigent Michael Lessky gründete 1997 die Junge Philharmonie Wien und vereinte darin Nachwuchsmusiker im Alter von 17 bis 27 Jahren. Das Orchester gibt regelmäßig Konzerte, bei welchen nicht selten internationale Gesangsgrößen in Erscheinung treten. So sind Projekte mit Agnes Baltsa, José Carreras, Elina Garanca und eben Ildikó Raimondi verzeichnet. So sauber musiziert wird, so ambitioniert dieses Orchester ist, so sollte die Leistung doch nicht mit einem Profiorchester verglichen werden, denn im Falle der vorliegenden Aufnahmen ist die Art und Weise des Musizierens durch wenig Flexibilität geprägt, deren Grundstein wohl in der noch eingeschränkten Erfahrung der jungen Musiker oder auch im rücksichtnehmenden Dirigat zu suchen ist. Die Basis jeder einzelnen Liedinterpretation stimmt, allerdings wünschte man sich vor allem in den Liedern von Richard Strauss mehr Nuancen, mehr Abstufungen im Ausdruck, in Dynamik und Tempo. Doch bei allem Mäkeln: Das Orchester musiziert wie ein Ganzes, die jungen Musiker bewältigen das Repertoire sauber und für ein Jugendorchester auf bemerkenswertem Niveau.

Ildikó Raimondis Stimme ist schon 1998 die Arabella von 2014 deutlich anzuhören. Ihre helle Sopranstimme, die in der Mittellage verblüffend an das Timbre einer Lucia Popp erinnert, ist für die Musik Richard Strauss’ wie gemacht. Die langen Bögen sind gut gemeistert, der Gestus der Lieder gut getroffen, jedoch krankt auch ihre Interpretation etwas an den fehlenden Nuancen. Hinzu kommt, dass ihre Textverständlichkeit nicht überragend ist. Dadurch, dass von Strauss’ wie auch von Schuberts Liedern schier unendlich Aufnahmen zugänglich sind, ist es natürlich auch besonders schwierig, in diesem Repertoire zu bestehen oder sogar damit zu bezaubern. So vermisst man bei der Sopranistin das Aufleuchten der Stimme in der Höhe. Die etwas herbe hohe Lage von Ildikó Raimondi versprüht keinen Glanz, wenn sie – technisch einwandfrei – in Schuberts 'Du bist die Ruh’' im Piano die Höhen erklimmt. Es sind stimmliche Grenzen gesetzt, die auf der Opernbühne wahrscheinlich durch das Liveerlebnis und die Rollengestaltung weniger ins Gewicht fallen, die sich in der Liedinterpretation allerdings nicht ‚verspielen’.

Alles in Allem lässt sich die vorliegende Aufnahme gut hören, ist als eine der wenigen Solo-CDs von Ildikó Raimondi und als Dokument eines überdurchschnittlich guten Orchesters von Nachwuchskünstlern zu würdigen, bereichert die Flut von Aufnahmen des Repertoires aber nur bedingt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Zuneigung: Werke von Strauss & Schubert

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Gramola
1
24.03.2014
Medium:
EAN:

CD
9003643990357


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Gramola

Gramola wurde im Jahr 1924 als Detailgeschäft und Vertrieb der beiden englischen Plattenlabels „Gramola“ und „His Master’s Voice“ gegründet. Durch den damaligen Vertrieb dieser Labels ist eines der ganz wenigen, weltweit noch existierenden Originalbilder des legendären, der Stimme seines Herrn lauschenden Hundes „Nipper“ noch heute im Geschäft zu besichtigen. Das Unternehmen ist heute das älteste Tonträgergeschäft Österreichs und arbeitet inzwischen als Familienbetrieb in der fünften Generation. In internationalen Rankings um das beste Klassikfachgeschäft der Welt nahm Gramola mehrmals Spitzenränge ein. Das denkmalgeschützte Geschäftslokal in Wien am Graben wurde nach einem Jugendstilentwurf von Dagobert Peche in den frühen Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts erbaut.

Vor etwa 10 Jahren wurde bei Gramola die Produktion von Klassik-CDs wieder aufgenommen und konnte seither durch seine international vielfach ausgezeichneten Produktionen den allerhöchsten Qualitätsstandard österreichischer Musikschaffender nachdrücklich unter Beweis stellen. Gramola-CDs sind inzwischen in allen klassikinteressierten Ländern zwischen Tokyo und New York zu haben. Ergänzt wird das Gramola-Angebot durch ein Webshop, das rund um den Kalender bereitsteht, Kundenwünsche auch außerhalb regulärer Ladenöffnungszeiten zu erfüllen.


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